Zwei Wolken für Kachelmann, die eine aus Sahne, die andere rabenschwarz





Dieser Monat dürfte für den allseits beliebten Wetterfrosch Jörg Kachelmann der schwärzeste seines Lebens sein.

Wie nebensächlich ist doch die Meldung, dass Actimel von Danone, für die Kachelmann Werbung macht, in den letzten Tagen den „Goldenen Windbeutel 2009“ für die dreisteste Werbelüge des Jahres erhalten hat, weil an den angeblich so gesundheitsfördernden und vor Erkältung schützenden Ingredienzen so rein gar nichts dran ist. Mir hat es gestern viel mehr die Sprache verschlagen, als die Meldung des Tages über den Ticker kam: Jörg Kachelmann im Gefängnis wegen des Vorwurfes der Vergewaltigung.

Jörg Kachelmann? Der zottelige Wetterbär? Unglaublich!

Ich bin da sehr zwiegespalten, denn es ist – sofern der Vorwurf stimmen sollte – für das Opfer gerade ein Spießrutenlauf. Von allen Seiten der Vorwurf der Lüge, selbst von Stalking wird gesprochen. Kachelmann habe nie eine Freundin in Schwetzingen (Süddeutschland) gehabt, reagiert nun mit Gegenanzeige wegen falscher Anschuldigung. Wenn das Opfer tatsächlich ein Opfer ist und jahrelang die Freundin Kachelmann’s war, dann muss das, was jetzt in den Medien abgeht, wahrscheinlich schlimmer sein als die vorgeworfene Vergewaltigung.

Andererseits: Was tut Frau, wenn sie ihren Mann so richtig abstrafen will, weil er sie z.B. betrogen oder verlassen hat? Ganz einfach: Strafanzeige wegen Vergewaltigung oder wegen Kindesmissbrauches. Da sehen alle Richter rot, der Mann wandert in U-Haft. In diesem Fall hat Kachelmann noch das Pech, seinen Wohnsitz in der Schweiz zu haben. Er besitzt keinen festen Wohnsitz in Deutschland, deshalb besteht Fluchtgefahr, also klickten die Handschellen.

Ist das nicht alles ein wenig überreagiert? Ich empfinde das als total Hetzjagd. Erstmal steht nur ein Vorwurf im Raum. Bewiesen ist noch gar nichts. Kachelmann steht in der Öffentlichkeit, arbeitet u.a. für RTL, wird also kaum fahnenflüchtig und ich schätze ihn so ein, dass er sich zu einem etwaigen Gerichtsverfahren auch freiwillig eingefunden hätte. Was haben die Medien aufgeschrien, als Marco damals in der Türkei direkt verknackt wurde. Was macht die deutsche Justiz jetzt aber mit Kachelmann? Eigentlich das Gleiche, oder?

Ich musste auch unvermittelt an Andreas Türck denken. Dem wurde damals auch Vergewaltigung vorgeworfen. Er wurde zwar frei gesprochen, aber seine Karriere war ruiniert. Nie wieder hat man danach von ihm gehört.

Der größte Vorwurf muss aber eigentlich an die Medien gehen. Gibt es doch den alten Spruch „eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“, so gilt bei den Medien „Quote, auch wenn es über Leichen geht“. Die Bild-Zeitung hatte die Schlagzeile als erste, alle anderen folgten. Die Meldung des Tages war nicht mehr zu stoppen. Lediglich N-TV glänzte durch eine sehr zurückhaltende Berichterstattung.

Es gibt Tage, da muss man dankbar sein, kein Promi zu sein. Geld hin oder her, aber wenn man sieht, wie sich die Aasgeier auf einen stürzen, wenn er am Boden liegt, dann kann man eigentlich nur noch Mitleid für Prominente haben. Ich jedenfalls hoffe, dass an den Vorwürfen nichts dran ist und dass Herr Kachelmann uns noch viele Jahre als Wetterfrosch erhalten bleibt.

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1 Kommentar

  1. Tobi sagt:

    Für mich sieht der Kachelmann auch nicht wirklich wie ein “Frauenversteher” aus oder eher gesagt wie ein Typ auf den jede Frau fliegt ..

    Ich denke auch das es einfach Medien sind die das alles hoch spielen, und jede “Freundin” jetzt etwas vom Kuchen und der Aufmerksamkeit ab haben wollen.