Wikipedia als Informationsquelle



Wissensdatenbank mit dem Open Community Gedanken



Was Wikipedia als Informationsquelle betrifft, halte ich persönlich mich an die Faustregel, niemals nur eine Quelle für eine Information im Web zu nutzen. Sprich: ob ich etwas nun bei Wikipedia lese, auf der Webseite einer Zeitung oder in einem Blog, ich suche definitiv weitere Quellen.

Am heutigen Webmaster Friday lautet die Frage “Was haltet Ihr von Wikipedia?“.

Eine Websuche bei Wikipedia starten

recherche @intuitivmedia.net

Als User finde ich Wikipedia ziemlich praktisch als eine der ersten Anlaufstellen bei einer Informationssuche, gerade bei mir total unbekannten Themen. Jedenfalls finde ich es viel praktischer, als alle Blogbeiträge durchzulesen, die Artikel mit meine Suche betreffenden Keywords gepimpt haben ;-) . Hier grüßt gleich an der WWW-Tür erstmals die schöne kommerzialisierte Webwelt: vielfach findet man nämlich zu gut rankenden Keywords den allermeisten Info-Schrott. Da geh ich doch lieber zu Wikipedia am Anfang, um mir einen Überblick zu verschaffen.

Ich verlasse mich zwar nicht 100% auf die Infos, die die jeweiligen Autoren in Wikipedia erwähnen, aber um von da aus weiterzusurfen eignet sich die Wissensdatenbank allemal. Oft sind die „übersetzten“ Wikipedia-Seiten auch gar keine Übersetzungen, sondern eben einfach komplette Einträge nur in einer anderen Sprache, mit manchmal entsprechend mehr oder weniger Informationen. Da hilft es, wenn man mehrere Sprachen versteht.

Ob das hierarchische Autorensystem dem „Open Community Gedanken“ widerspricht, dazu kann ich nicht sagen. Wenn, wie auf der Wikipedia-Seite über Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia steht, Millionen Autoren mitgearbeitet haben und mitarbeiten, man Missbrauch verhindern will, dann muss es wohl so eine interne Selbstkontrolle geben. Mag sein, dass da auch Leute mauscheln, aber hallo, das tun sie in anderen Strukturen auch.

Kommerzielle Informationssubkultur, so so…

Im Webmaster Friday Aufruf http://www.webmasterfriday.de/blog/was-haltet-ihr-von-wikipedia ist die Rede von einer nachwachsenden Informationssubkultur, die durch Wikipedia evtl. gefährdet sein könnte, wobei ich mich hier gefragt hab, was damit gemeint sein soll. Jeder Mensch entscheidet ja selbst, ob er auf die Wikipedia-Ergebnisse klickt oder weiter unten auch andere Suchergebnisse beachtet.

Dass jemand, der viel Energie und Zeit in sein Blog steckt, ob nun Nische oder privates Webtagebuch, die Möglichkeiten der Kommerzialisierung nutzt, die das Web bietet, finde ich nachvollziehbar. Gerade hoch spezialisierte Blogs dienen ja schon als Wissensquelle und die Blogbetreiber scheinen damit auch ziemlich gutes Geld zu verdienen, weil sie eben Wissen vermitteln, das sehr speziell ist und da sie immer up to date sind mit den Artikeln in ihrem Gebiet.

Wikipedia macht da meines Erachtens gar nichts kaputt, geschweige denn verhindert es eine Informationssubkultur, denn diese entsteht ja ganz natürlich, wenn Google genügend sinnvolle Artikel zu verwandten Themen nach oben spült, vor allem aber, wenn Blogs gut und sinnvoll vernetzt sind und auch Social Media ordentlich nutzen. Aber da wird oft geschachert: nee, den verlink ich nicht, dem vererb ich nicht meinen Pagerank etc.

Ich finde es übrigens super, wenn Leute kostenlos Artikel schreiben, weil sie an der Gesamtenzyklopädie Wikipedia mitwirken wollen, die ja allen zur Verfügung steht in ihrer Gesamtheit. Diese Leute sind für mich als Autorin nicht so schädlich, wie solche, die für superlaue Honorare schreiben in der kommerziellen Webwelt.

Wenn Kommerz-Blogger, denen vor lauter Geldgeilheit und SEO die Qualität ihres Contents aus den Händen gleitet, davon schwärmen, mal unten in Wikipedia verlinkt zu werden mit einem Werbeartikel über irgendein Produkt (natürlich deshalb, „weil der betreffende Artikel ja SOOO viel aktueller ist, als die ollen Verlinkungen in Wikipedia“…), kann einen das schon anrühren….oder auch anwidern, je nach dem.

Ja, ich fänd es auch geil, wenn jeder Mensch in Deutschland mir am kommenden Montag einen Euro überweisen würde, einfach so, damit ich es mir ganz gemütlich machen kann, in meiner kleinen Subkultur-Welt :-) .

Fazit

Ich find es immer schwierig, wenn eine Gruppe, die „nicht mehr weiter weiß“ mit dem Kommerzialisieren, eine andere Gruppe oder in diesem Fall Wikipedia’s kostenlose Autoren in die Ecke der „Spielverderber“ stellt. Das hat für mich einen Touch von „Och Menno, wenn die das nicht for free machen würden, wäre ich steinreich“. Die Frage hier müsste aber eher sein: ist die Qualität dessen, was ich an Informationen rauslasse, so gut nach Google-Maßstäben, dass ich oben in den Ergebnissen lande?

Ist es nicht eher so, dass einen Autoren, die ordentlichen Content kostenlos zur Verfügung stellen, zum Nachdenken bringen als Blogger?

Jedenfalls kenne ich Leute, die so geil auf die Werbeumsätze sind, dass sie beginnen, grobe Fehler zu machen, die dann meistens auch abgestraft werden. Meistens von Google.

Wikipedia führt ja krass vor, dass man mit den schicken Rankings zwar Werbung machen KÖNNTE, es aber eben nicht tut. Mann, wie dekadent ist das denn bitte!!?? – könnte man fragen. Doch wer die Liste der Privatpersonen und Unternehmen kennt, aus deren Spenden sich Wikipedia finanziert, dürfte hier klarer sehen. Einer der größten Spender ist laut Wikipedia: Tante Google.

Und da schließt sich für mich der Kreis, denn im Grunde gibt’s offensichtlich nur einen, der am Web verdienen soll, ginge es nach Google, Google nämlich selbst. Google, das die tricksenden Bloggerlis abstraft, die eigentlich doch auch nur was zu Beißen in ihrem Kühlschrank brauchen…

Naja, schönes Wiki-Wochenende allerseits!

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10 Kommentare

  1. Klaudia sagt:

    Wikipedia ist sicherlich die erste Quelle die angesteuert wird bei einer gezielten Infosammlung. Aber das heißt nicht das sie auch die einzige ist. Manche Berichte sind bei Wiki auch nicht immer auf dem aktuellsten Stand was Fakten und Zahlen angeht. Darum schaue ich lieber auch noch einmal woanders herein. Schadet ja nicht ;-)

  2. Gucky sagt:

    Kein Mensch kann alles wissen und alles kennen !
    Deshalb ist für mich Wikipedia immer die erste Anlaufstelle wenn ich näheres über eine mir unbekannte Sache wissen will.
    Manchmal auch, um nur zu wissen warum es geht. Ohne das vertiefen zu wollen.
    Bei wichtigen Sachen die Auswirkungen auf mein Leben haben, suche ich natürlich nach weiteren Informationen. Das letzte “Wort” bei weitreichenden Entscheidungen hat immer Herz und Verstand. Die können aber nicht vernünftig entscheiden, wenn man sie doof lässt… ;-)

  3. Dani Pumpe sagt:

    Ein super Artikel !

    Für mich ist Wikipedia grade im Studium eine Art schnell an Informationen zu einem bestimmten Gebiet zu bekommen. Da jeder doch die Möglichkeit hat, Artikel die dort zu bearbeiten und neue Dinge hinzuzufügen, kommt es manchmal zu Fehler in der Erklärung o.ä. gerade im Berreich der Wissenschaften. Daher sollte man auch nach anderen Quellen suchen und sich nicht nur auf eine einzige verlassen.

  4. Thom sagt:

    Für den ersten Blick nutze ich die Wiki auch. Z.B. Schauspieler Musiker und Biografien. Für Details suche ich weiter.

  5. Olli sagt:

    Hallo, kann mich da der Meinung der Anderen nur anschließen. Wiki ist für mich die erste Adresse wenn ich wissen möchte, worum es überhaupt geht. Wenn ich dann zu einem bestimmten Thema tiefer gehende Informationen brauche, schaue ich mich auch auf anderen Seiten um.
    Grüße Olli

  6. Stefan sagt:

    Bei Detailfragen fehlt mir auf Wikipedia ganz einfach die Sicherheit, dass der Inhalt wirklich 100%ig der valide ist. Außerdem weiß man nicht wie alt das niedergeschriebene Wissen ist. Wie bereits erwähnt, um eine grobe Übersicht für ein Thema zu bekommen, ist Wiki die erste Adresse. Alles was darüber hinaus geht, nehme ich aus Fachbüchern oder anderen Fach- und Experten-Ressourcen.

  7. Conner Mercer sagt:

    letzendlich schauen die meisten ja als erstes bei wikipedia aber nachdem man da sich einließt wird einem klar das man da nichts versteht. Die emisten schauen also reni und gehen dann doch wo anders hin wo es verständlicher geschrieben ist. Ich persönlich komme mit wikipedia gut klar da sie einfach zu allem einen guten artikel bieten aber halt meistens auf Fach und Experten niveau.

  8. Alex sagt:

    Wikipedia kann manchmal ganz gut sein, aber bei vielen Themen brauchst du einen Doktortitel für das spezifische Thema damit du überhaupt schnallst was da steht. Die weiterführenden Links werden leider von alten Accounts dominiert, so dass auch wenn du einen exzellenten Linktipp hast, er keine Chance hat. Naja…

  9. Christian sagt:

    Ich persönlich benutze oft Wikipedia, um Sachen herauszufinden. Aber was Alex schon richtig gesagt hat, bei manchen Texten brauch man schon einen Doktortitel, um das verfasste Thema überhaupt zu verstehen. Ansonsten ist es sehr hilfreich.

  10. Matthias K sagt:

    Nicht alle Artikel sind auch für jeden Verständlich! Dann muss man einfach zu anderen Seiten greifen!