Wikileaks Gründer Julian Assange bald frei



Live Ticker The Guardian



Was für eine Geschichte! Bisher haben wir uns recht bedeckt gehalten in Sachen Wikileaks und der Inhaftierung von Julian Assange in England. Da nun jedoch seine vorläufige Freilassung auf Kaution kurz bevor steht, verfolge auch ich derzeit den Live Ticker von The Guardian.

The Guardian hat wie auch das Deutsche Magazin „Der Spiegel“ und die „New York Times“ von Wikileaks veröffentlichte Unterlagen ausgewertet und berichtet seit geraumer Zeit journalistisch darüber.

Julian Assange Stand der Dinge in UK

Derzeit sieht es so aus, als müssten noch weitere 5 Bürgen für den Fall einstehen (2 gibt es bereits), dass Assange nach seiner Freilassung auf Kaution doch fliehen sollte. Einer der Bürgen ist der Filmemacher Michael Moore , der unter anderem auch mit den Dokumentarfilmen „Bowling for Columbine“ und „Fahrenheit 9/11“ bekannt wurde. Derzeit geht in England vor allem um die Unterschriften der Bürgen, die sich nicht alle in London aufhalten.

Hier geht es zum Live Ticker, der direkt aus England vom Gericht berichtet und minütlich upgedatet wird (auf Englisch)

Bei Twitter kann man den Stand der Dinge bei Gericht ebenfalls verfolgen. #Assange

Hintergründe der Inhaftierung Assanges

In England in Haft genommen worden war Assange vor etwas mehr als einer Woche, da Interpol auf Veranlassung der Schwedischen Behörden nach ihm fahndete. In Schweden steht eine Anhörung zu Vorwürfen zweier Frauen an, die er angeblich im August 2010 vergewaltigt und genötigt haben soll. Da die Gesetzeslage in Schweden im Falle von Vergewaltigung viel strenger ist, kann man derzeit noch gar nichts darüber sagen, ob Assange schließlich schuldig ist oder nicht.

Die Schwedischen Behörden hatten sich geweigert, Julian Assange per Videokonferenz zu den Vorwürfen in Schweden zu befragen, was schließlich in seiner vorläufige Festnahme in Großbritannien gemündet hatte.

Skepsis hinsichtlich der Verfolgung durch die Schwedischen Behörden

Interessant in diesem Zuammenhang ist, dass u.a. die Autorin und Frauenrechtlerin Naomi Wolf sich kürzlich in einem Artikel äußerst skeptisch hinsichtlich der krassen Verfolgung Assanges durch die Schwedischen Behörden äußerte.

Zitat aus dem Artikel: „Sweden has HIGHER rates of rape than other comparable countries — including higher than the US and Britain, higher than Denmark and Finland — and the same Swedish authorities going after Assange do a worse job prosecuting reported rapes than do police and the judiciary in any comparable country. And these are flat-out, unambiguous reported rape cases, not the ‘sex by surprise’ Assange charges involving situations that began consensually.”

Im Klartext: die Vermutung, dass hinter der Verfolgung Assanges durch die Schwedischen Behörden mehr steckt, als die Vorwürfe der beiden Frauen, liegt nah, da in Schweden so viele Vergewaltigungen wie in kaum einem anderen Land begangen werden, aber noch viel schlimmer, so viele wie nirgends sonst ohne Folgen für die Täter bleiben.

Die Frage ist also: wieso verfolgen die Behörden Asssange auf diese Art, wo es laut derzeitigen Medienberichten in seinem Fall um 2 Affairen mit Einverständnis der beiden Frauen gegangen war? Was da dann im Einzelnen passiert, weiß ja keiner so genau, aber die Art der Verfolgung scheint eher seltsam in diesem konkreten Fall, selbst wenn Gewalt im Spiel gewesen sein sollte.

Unklarheiten hinsichtlich der tatsächlichen Ereignisse im August, Spekualtionen darüber, ob es sich bei der Anzeige durch die beiden Frauen nicht um eine Initiative der Staatsanwaltschaft in Schweden gehandelt hat und die wütenden USA, die Assange am liebsten wegen Geheimnisverrates dran bekommen wollen, machen es derzeit so gut wie unmöglich, sich ein echtes Bild der ganzen Chose zu machen.

Wikileaks und die Medien

Möglicherweise wäre es ein weniger großer Affront für die USA gewesen, hätte Wikileaks ausschließlich der Presse Einblick in die Geheimdokumente gewährt, die die Organisation für jeden einsehbar ins Netz stellte. Meines Wissens nach kam dies vor allem durch einen Mangel an Man Power hinsichtlich der Auswertung der unterlagen zu Stande. Erst im Laufe der Zeit war Wikileaks mit einigen großen Printmedien Kooperationen eingegangen. Hier floss angeblich kein Geld, der Spiegel jedoch vermeldete gerade, dass er durch die Enthüllungsgeschichten im Heft den Umsatz erheblich steigern konnte.

Weltweit rotieren Medienredaktionen, die schon lange keine großen Budgets mehr für investigativen Journalismus haben, wie man unschwer an immer denselben Berichten sehen kann. Derzeit lebt der investigative Journalismus dank Wikileaks wieder auf und die große Zahl an Wikileaks Fürsprechern weltweit zeigt, dass die Weltpolitik betreffend, Wikileaks quasi den Anstoß zu einem neuen Paradigma in Sachen Transparenz gegeben hat.

Hier ein kritischer Bericht hinsichtlich der Kooperationen von Wikileaks mit klassischen Medien:

http://amerika21.de/analyse/17626/der-wikileaks-flop

Update 02.111.2012 :  Assange darf nach Schweden ausgeliefert werden

[teilen]

Wer hat`s geschrieben ?

Trinity schrieb schon 155 Artikel auf tipblog.

Darum ging es im Beitrag:
    assange frauenrechtlerinnen | guardian live ticker assange | julian assange news ticker |

Das könnte dich auch interessieren:

1 Kommentar

  1. PC-Blog sagt:

    Es ist schon sonderbar ruhig geworden um Wikileaks und Julian Assange. Könnte natürlich auch sein, dass da im Hintergrund einge Deals abgelaufen sind. Finanzielle Mittel, Straffreiheit bei der Vergewaltigungsgeschichte, einen gewissen Status, wie ihn nur Staaten verleihen können, wer weiss? Immerhin fällt auf, dass nach dem anfänglichen weltweiten Hype, der seinesgleichen suchte, nunmehr gegen Null tendiert. Grüße aus Berlin