Whistleblower: Missstände am Arbeitsplatz geschützt aufdecken



Hinweisgeberschutz soll helfen ?



„Ich weiß was was du nicht weißt!“ Diesen Satz kennt wohl jeder noch aus seiner Kindheit. Aber was haben wir von unseren Eltern gelernt, Geheimnisse behält man für sich und verpetzten das tut man nicht.

Doch ging es in der Schule oder unserer Jugend eher um Banalitäten, sieht das jetzt im Erwachsenen Leben ganz anders aus. Auch werden die Leute nicht mehr als Petzte bezeichnet sondern als Whistleblower, übersetzt Tippgeber oder Informant.

Whistleblower

So werden Leute genannt die Betriebsinterne Geheimnisse ausplaudern. Sei es, das abgelaufenes Fleisch neu Etikettiert wird, in Altersheimen die Menschen misshandelt oder vernachlässigt werden. Bis dato drohte dem Whistleblower, die den Mut aufgebracht haben und solche oder ähnliche Fälle ans Tageslicht zubringen die Kündigung.

Telefonat

Telefon @intuitivmedia.net

Das soll sich laut SPD jetzt ändern. Es wird eventuell ein Hinweisgeberschutz geben, der die Whistleblower schützen soll, das sie weder im Betrieb benachteiligt noch gekündigt werden dürfen. So erhofft sich die SPD, (was wünschenswert wäre) das noch mehr Skandale an die Öffentlichkeit kommen. Für eine eindeutige Kündigung auf Grund der „Petzerei“ drohe dann dem Unternehmen ein Bußgeld in Höhe von 50.000 €.

Wie geht es dem Whistleblower im Betrieb?

Ob der Hinweisgeberschutz wirklich die Menschen dazu bewegt, interne Missstände preiszugeben, ist abzuwarten. Denn selbst wenn man nicht gekündigt werden darf, ist das Arbeitsklima erst einmal dahin und vielleicht hat man nicht nur bei seinen Vorgesetzten einen schweren Stand.

Viele Arbeitnehmer und das darf man nicht vergessen, haben Angst um ihren Arbeitsplatz und vielleicht wird deshalb einfach mitgemacht und der Mund gehalten. Jetzt kommt aber ein Kollege „Whistleblower“ daher und gefährdet alle Arbeitsplätze, was meint den die SPD welchen Stand dieser Mitarbeiter noch in der Firma und unter den Kollegen hat?

Sind 50.000 € die Lösung?

Ich denke nicht das dieser Hinweisgeberschutz die Lösung ist und auch das Bußgeld bei einer Kündigung nicht. Vielleicht ist manchen Unternehmen es auch wert 50.000 Euro zu zahlen, wenn sie ohne diesen Mitarbeiter einfach weiter machen können und so vielleicht noch mehr Geld verdienen.

Wir essen Gammelfleisch, in Hühnchen und Schweinefleisch sind Keime, in Zuchtbetrieben werden viel zu hohe Antibiotika gegeben, so das wir Menschen Keime, nicht mehr behandeln können. Alte Menschen werden in Pflegeheimen vernachlässigt, Tiere werden gequält usw. die Liste ist unendlich.

Skrupellose Unternehmen spielen mit unserem Leben und es geht wieder mal nur um Profit und ganz ehrlich, da soll eine Strafe von 50.000 € eine Lösung sein ?

Ein Anonymitätsschutz der Whistleblower wäre auch angebracht, warum kann man nicht offiziell seine Aussage machen was im Betrieb geschieht und dem Verantwortlichen wird der Name des Whistleblower nicht preisgegeben.

Interessant wäre noch, was der gekündigte Informant später vom Arbeitsamt erwarten darf. Sicher nichts gutes.

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Wer hat`s geschrieben ?

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Darum ging es im Beitrag:
    content | Missstände im betrieb aufdecken | wenn neue mitarbeiter missstände im unternehmen aufdecken |

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4 Kommentare

  1. flori sagt:

    Ich finde diesen Schutz auf der einen Seite gut, weil so Missstände innerhalb des Betriebs eher aufgedeckt werden, als bis irgendwann die Presse darauf kommt, siehe Alnatura oder Lidl. Aber auf der anderen Seite haben die Mitarbeiter ja trotzdem Angst. Kommt es raus, dass sie gepetzt haben, dann sind sie die Stigmatisierten des Betriebs. Sie werden auf kurz oder lang nicht mehr akzeptiert, gemieden, ihnen wird nix mehr erzählt. Sie haben Schande über den Betrieb gebract und ihn schlecht gemacht. Das möchte keiner.
    Ich denke aber auch, dass Dinge, die innerhalb des Betriebs passieren und von denen viele Mitarbeiter oder Konsumenten betroffen sind, nur wenige kalt lassen und man irgendwann einfach an seine Ethik und Moral appelieren und sprechen muss. Immerhin haben Wissende Verantwortung gegenüber den Nichtwissenden zu tragen. Von daher ist ein “Petzen” nur gerechtfertigt, wenn es zb um den Umgang mit Mitarbeitern oder um die Ware, die an den Kunden verkauft wird, geht. Dann würden viele UNternehmen auch nicht mehr so einen bewussten Mist bauen und auf bloßen Profit hoffen!

  2. mac sagt:

    Whistleblower – Schon ein witziges Wort! ;-)

    Wobei es sich bei diesen Sachen, die hier aufgedeckt werden sollen oder bereits verhindert wurden, weniger um Bagatellen handeln. Was ich persönlich dann mit petzen überschreiben würden.

    Nein, die Umetikitierung von Fleisch ist ein Kapitalverbrechen, in meinen Augen. Real hat in Kauf genommen, dass ich krank werde. Ganz bewußt um mit der teilweise abgelaufenen Ware noch Geld zu verdienen.

    Ist ein wissentliche Täuschung, allerdings dass ich körperliche Schäden davon tragen.

    Ich persönlich vertraue mittlerweile bei Frischwaren kaum noch großen Ketten, sondern unterstütze im Umkehrschluß hier z.B. lokale Bauern, wo ich mein Fleisch jetzt kaufe.

    Würde ich es immer noch bei Real kaufen würde ich weniger Geld bezahlen.

    Und da ich nicht der Einzige bin, finde ich das 50.000 € für sowas noch viel zu wenig sind.

    Außerdem lassen sich zu meldende Sachverhalte, grundlegend nicht miteinander vergleichen, was den Pauschalbetrag wieder unnütz macht!

    Aber mal abwarten!

  3. Martina sagt:

    Also ich halte es für dringend notwendig, dass ein Arbeitnehmer dahin gehend geschützt wird und nicht sofort eine fristlose Kündigung akzeptieren muss. Allerdings sehe ich es wie flori schon sagte. Ein Mitarbeiter, der mit so etwas einmal negativ aufgefallen ist, der bekommt in der Regel kein Bein mehr im Unternehmen auf die Erde und wird im schlimmsten Fall rausgemobbt.
    Übrigens finde ich solch Undercover-Geschichten ganz gut. Aber nur um als Chef die Basis nicht aus den Augen zu verlieren und um das Gespräch mit den Mitarbeitern zusuchen. Kommunikation ist dabei entscheidend. Was die 50.000 angeht, sind die ein Witz!

  4. Meiky sagt:

    Flori hat wirklich sehr treffend von der Verantwortung der Wissenden geschrieben.

    Ich fürchte leider auch, dass die eigentlichen Verursacher solcher Missstände mit einer möglichen Profitmaximierung ihr Verantwortungsbewusstsein verlieren. Um so wichtiger ist ein wirksamer (Anonymitäts) Schutz der Whistleblower, denn diese sind sicher die wirksamste Waffe gegen Gammelfleisch etc.