Weitere Preiserhöhungen im Herbst 2011



Preiserhöhungen am Lebensmittelmarkt



Letzte Woche habe ich drüber nachgedacht, dass sich die Lebenshaltungskosten im Laufe der vergangenen Jahre heimlich still und leise extrem erhöht haben. Klar, ich hab auch vorher schon mal mit „früher“ verglichen, festgestellt, dass Brötchen vor 15 Jahren 20 Pfennig kosteten und inzwischen hier beim ganz normalen Bäcker 28 Cent (also ca. 55 Pfennig). Aber kaum ist mir die Preissteigerung gerade bei Lebensmitteln je so krass bewusst geworden, wie in den letzten Monaten.

Vielleicht liegt es daran, dass das, was man so einnimmt, sei es als Selbständiger, Festangestellter oder Empfänger von Sozialleistungen, sich nicht proportional steigert zu den Preiserhöhungen am Lebensmittelmarkt und man irgendwann an den Punkt kommt, ab dem das übliche Monatsbudget nicht mehr für die Dinge reicht, die man seit Jahren als seinen Grundbedarf einkauft.

Aus Gesprächen mit Freunden und Bekannten weiß ich, dass es wirklich so gut wie jedem ähnlich geht und man sich ein Stückweit hilflos fühlt angesichts der Preissteigerungen , die die Lebensmittelindustrie derzeit wieder ankündigt.

Weitere Preiserhöhungen stehen an

Große Lebensmittelkonzerne kündigen weitere Preiserhöhungen an und für den Herbst 2011 sind auch Gespräche zwischen dem Verband der Deutschen Großbäckereien und dem Einzelhandel geplant. Es geht darum, die Preise DRASTISCH zu erhöhen, heißt es da bei n-tv.de und klar werden die Einzelhändler die Preiserhöhungen an den Verbraucher weitergeben.

Da ich zu wenig vom Rohstoffmarkt und der globalen Hochfinanz verstehe, kann ich mir nur meinen Teil darüber denken, dass hier ganze Industrien ihr Ding so machen wollen, wie immer – egal ob gut durchdacht oder nicht – und die Verbraucher am Ende die Zeche bezahlen.

In meinem Augen stecken hinter erhöhten Rohstoffpreisen einige Global Player und Spekulanten und mal ganz abgesehen davon, dass das Vorgehen den Hunger in der Welt verschlimmert, kann es doch eigentlich nicht angehen, dass die Einkäuferindustrien so gar keinen Einfluss im Sinne der Verbraucher und sozialer Verantwortung nehmen auf ihre Rohstofflieferanten. Die machen es sich recht einfach, in dem sie quasi einfach die Preiserhöhungen hinnehmen und weitergeben. Nee, nee, da stimmt was von vorne bis hinten nicht in Sachen Rohstoff- und Lebensmittelmarkt, wenn ihr mich fragt.

Selber anbauen machen immer mehr Sinn

Preiserhöhungen bei BrötchenEin Bekannter von mir schlug kürzlich bei Facebook vor, sich im eigenen Garten selbst Kartoffeln, Zucchini,  Gurken, Tomaten und Co anzubauen. Er macht das schon in ordentlichem Umfang und ich muss sagen, dass ich diese Idee, für die ich ihn vor 2,3 Jahren noch in die „bekloppter Öko“-Ecke gestellt hätte, gar nicht mehr so blöd finde.

Ich sage nur EHEC, ich sage nur Dioxin, ich sage nur „drastische“ Preiserhöhungen und schon macht das mit dem eigenen Garten absolut Sinn. Bea hatte hier bei Tipblog auch neulich schon mal überlegt, in wieweit das in EHEC-Zeiten so richtig Sinn zu machen beginnt.

Wenn ich ein Grundstück hätte, ich würd mir gern einen Hühnerstall drauf stellen und morgens frische, schadstoffarme Eier essen. Ne Ziege oder 2 Schafe könnte ich mir auch vorstellen. Man muss für sowas sein Leben natürlich ein Bisschen umkramen, ist ja klar, denn wenn ich selbst anbaue, brauche ich das nötige Know How und auch meine Zeit würde ich anders einteilen können. Weniger Zeit für’s Geldverdienen, dafür mehr Zeit im Garten so in der Art.

Das ist ein ziemlich einschneidender Wandel, den sicher die Masse der Menschen in Deutschland so (noch) gar nicht haben will. Aber diejenigen, die sich bewusst gesund ernähren wollen und auch der Lebensmittelindustrie durch Kaufverweigerung die Leviten lesen wollen, damit die Spekulation mit Rohstoffen und Lebensmitteln aufhört, könnten so oder so ähnlich in Zukunft ihr Leben gestalten. Den Reis und das Mehl würde ich wahrscheinlich nicht selbst anbauen, aber eben drauf achten, dass ich diese Dinge aus fairem Handel beziehe und nicht einer Industrie mein Geld in den Rachen schmeiße, die wie hörig nach der Spekulanten-Pfeife tanzt.

Trend: Beim Bio-Bauern einkaufen – soviel teurer ist das gar nicht mehr

Ich persönlich habe derzeit kein großes Gartengrundstück, jedoch kaufe ich am allerliebsten in einem kleinen Bio-Laden hier ein, der das frische Obst und Gemüse ausschließlich aus eigenem Anbau bezieht. Auf dem Hof sowie im Laden arbeiten Menschen mit Behinderung und alles was in dem Geschäft verkauft wird, kommt aus fairem Biohandel. Die Leute, die dort arbeiten sind auch supernett im Gegensatz zu diversen Supermarktketten der Stadt, in denen die Mädels richtig zickig sind inzwischen, um den Frust am Kunden auszulassen, den ihnen der neue Power-Manager und die gekürzte Kassenzone auf die Schultern gepackt haben.

Es ist zwar noch ein paar Cent teurer in meinem Lieblingslädchen, aber mal ganz ehrlich: bei der miesen Qualität, die Industrie-Massenprodukte oft haben, bei all den Geschmacksverstärkern und der Weigerung der Industrie, ne Ampel auf die Verpackung zu machen, kann es ja nicht angehen, dass die die Preise weitererhöhen, so dass die Biobrötchen hier inzwischen GÜNSTIGER sind, als die beim normalen Bäcker oder im Supermarkt, ohne dass ich als Verbraucher daraus meine Konsequenzen ziehe. Vielleicht geht ja der Trend dahin, dass irgendwann Industrieprodukte genauso teuer sind, wie Bio-Sachen und dass so der Verbraucher seine Entscheidung nicht mehr (wie das heute noch der Fall ist) vom Preis abhängig machen muss, sondern nur noch nach Qualität und sozialer Verantwortung schaut.

Ich versuche das mal alles positiv zu betrachten und meine, dass man evtl. etwas weiter in die Zukunft blicken muss, um den Sinn der jüngsten Ereignisse richtig erkennen zu können.

Hier gibt’s noch einen interessanten Bericht als Video zum Thema, den man sich ruhig auch mal auf der Zunge zergehen lassen sollte, wenn man sich über Preiserhöhungen in Deutschland aufregt, ohne sich bisher für die Ursachen interessiert zu haben.

Und hier geht’s noch zu einem weiteren Tipblog-Artikel zum Thema Lebensmittelpreise.

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Darum ging es im Beitrag:
    content | frühstücksbrötchen selber machen | quarkbrötchen selber backen |

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3 Kommentare

  1. saschalaba sagt:

    Wegen mir dürfen die Brötchen ruhig teurer werden. Mein Opa und Vater war Bäcker, beide hätten es verdient.

  2. Joe's Pferdebilder sagt:

    Hat nicht auch die Gewerkschaft 2% bei den Tarifverträgen ausgehandelt? xD Trotzdem sind Preiserhöhungen nicht schön.

  3. Jens sagt:

    nicht nur Lebensmittel sondern auch medizinische Leistungen werden hier zulande immer teurer; deswegen die Behandlung oder Kur im Ausland könnte eine Alternative sein…