Wein aus dem Supermarkt oder der Bodega ?





Wein ©Intuitivmedia

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Früher war ich ja ein echter Weinfreund. Bei einem längeren Aufenthalt in Frankreich hat mich wohl das selbstverständliche Weinkennertum meiner Bekannten geprägt. Im Laufe der Zeit hatte ich dann auch irgendwann raus, welche Trauben mir am besten schmecken und dass ich definitiv NICHT auf den Barique-Geschmack stehe, den Wein aus dem Eichenfass aufweisen.

In Frankreich konnte man ganz bequem und jederzeit jeden beliebigen Supermarktwein kaufen und hatte garantiert ein leckeres Tröpfchen am Start. Die Franzosen fahren z.B. wenn gerade die neuen Weine ausgeliefert werden mit dem Kombi an und kaufen die guten Jahrgänge Kistenweise. Sie trinken ja auch zu so gut wie jedem Essen Wein. Das ist so, wie im Orient mit dem Bauchtanz. Die Leute scheinen das schon als Kind zu lernen.

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich festgestellt, dass es mehr braucht, als bloß „seine“ Trauben zu kennen, um einen guten Wein zu kaufen. Ich hatte das Glück, dass gleich um die Ecke meiner Wohnung eine Bodega war. Der Händler ließ mich immer alles mögliche probieren und ich hatte nach einer Weile meine Favoritenweine aus Merlot und Cabernet Sauvignon Trauben am Start.

Irgendwann hatte ich dann aber genug Wein getrunken. Deutschland hatte mich ganz wieder und ich habe in den letzten Jahren nur ab und zu mal Wein getrunken. Wenn, dann auch nur zum Essen. In meiner Bodega gibt’s guten Wein zu erschwinglichen Preisen und da ich im Supermarkt jedes Mal völlig überfordert bin, bei deren Auswahl, bin ich meinem Weinhändler treu geblieben.

Bis letzte Woche. Ich war eingeladen und wollte eine gute Flasche Wein mitbringen. Problem: ich war spät dran und als ich um 5 vor 7 am Weinladen ankam, war dieser schon zu.

Was tun? Auf zum Supermarkt. Dort habe ich dann den klassischen Fehler begangen. Ich kaufte einen Italiener auf dem „Superiore“ stand und der ins obere Preissegment gehörte. Ich dachte, na, wenn schon Supermarkt, dann nehme ich ‚nen teuren Wein, dann müsste der wohl gut sein. Pustekuchen.

Als wir die Flasche aufmachten und ich am Korken schnupperte war schon klar, dass es sich um Plörre handelte. Die schlimmste aller Plörren: eine auf der Superiore draufstand! Man konnte ihn trinken und ich hatte auch am nächsten Tag nicht den klassischen dicken Kopf. Aber ein guter Wein war es für meinen Geschmack nicht.

Mein Fazit: ich geh weiter in den professionellen Weinhandel. Da habe ich bisher immer was Gutes gefunden, der Händler kennt mich und meinen Geschmack und bei Experimenten weiß ich, dass er mir nur das empfiehlt, was mir auch schmeckt!

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