Weihnachtsgeschenke umtauschen und Weihnachtsstress: eine kritische Betrachtung



Streit unterm Tannenbaum



In letzter Zeit hörte ich in meinem Freundeskreis das Wort „Stress“ öfter als das gesamte vergangene Jahr über. Es weihnachtet wieder und neben den vielen Geschenken, die manch einer noch schnell besorgen will kurz vor Heiligabend, scheint auch die Planung der Feierlichkeiten den Druck enorm zu erhöhen.

Auch der Besuch der vielen Weihnachtsfeiern in Grundschule, Kita und Co. stresst ganz schön, wie mir eine Freundin erzählte. Sie fügte noch hinzu „Aber es ist ja auch was Schönes für die Kinder.“ Irgendwie komm ich persönlich da nicht so ganz mit, ich habe keine Kinder und es mag durchaus sein, dass ich daher hier nicht mitreden kann. Ich kann mir jedenfalls schwer vorstellen, dass das, was für die Kinder schön ist, für Eltern in Stress ausarten MUSS. Kommt meiner Auffassung nach drauf an, wie man die Dinge angeht..

Weihnachtsstress

Stress @intuitivmedia.net

Weihnachten: Schöne Tradition oder sozialer Sog?

Jedem seinen Weihnachtsstress. Ich mache mir dieses Jahr keinen. Ich meine nämlich, dass Stress selbstgemacht ist, insbesondere der Weihnachtsstress. Vor einigen Jahren schon bin ich dazu übergegangen, die klassischen Pflicht-Familientreffen aus meinem Leben rauszuschmeißen und nur noch in Ausnahmefällen und wenn mir wirklich danach ist einem solchen beizuwohnen. Dies ganz einfach deshalb, weil es mir gehörig auf die Nerven ging, mich alljährlich so verplant zu sehen „weil man das eben so macht“. Papperlapapp, wer ist eigentlich „man“?

Ich finde, dass der Weihnachtsgedanke irgendwo unter Bergen von billigem Geschenkpapier, an den EC-Kartengeräten und Ladentheken dieser Welt verschüttet wurde. Da ist keine Besinnlichkeit zu spüren bei den meisten Leuten und Nächstenliebe—-ja, schon, wenn man mal davon absieht, dass manch einer die Schwiegereltern am liebsten gleich bei der Ankunft schon wieder ins Taxi setzen möchte… Da stimmt was nicht für meinen Geschmack und ich meine, dann kann man’s auch lassen.

Alleine der Stress darüber, ob man denn auch das richtige Geschenk für die „Lieben“ gekauft hat, artet bei vielen Leuten aus. Nicht umsonst warnen Psychologen vor dem „falschen Frieden“ unterm Tannenbaum, der am Ende doch zutage fördert, was viele Menschen mit einer wohl inszenierten Familienfeier gerne unter den Teppich kehren würden: dass man um des lieben Friedens, der Tradition und des sozialen Soges Willen gute Miene macht, am liebsten aber mit dem Partner allein kuschlig unter die Decke kriechen würde, statt bei Tante Hermine auf dem Sofa Lieder zu singen, die man schon als Kind doof fand.  Streit unterm Tannenbaum.

Wer sich die alljährliche Dosis „so tun als ob“ und „schenken, was das Herz nicht begehrt“ geben muss/will, kann sicher ein Liedchen davon singen, wie schwierig es manchmal sein kann, Weihnachtsgeschenke nach den Feiertagen umzutauschen – und auch davon, wie gekränkt man ist, wenn das hektisch verpackte Salz&Pfeffer-Set, dass man gedankenlos besorgt hatte, nur um „etwas“ für die Schwester zu haben, gar nicht gut ankommt, weil die Schwester schon 3 solche Sets besitzt…

Weihnachtsdeals für Fortgeschrittene

Mit meiner Mutter habe ich einen Geschenke-Deal, der so aussieht, dass sie mich fragen muss, bevor sie mir den 50sten Markenkochtopf kauft.

Das funktioniert seit einigen Jahren schon recht gut, wenngleich sie es manchmal nicht lassen kann, doch das eine oder andere „Geschenk“ zu besorgen, von dem ich vorher nichts weiß. Ich würde sagen, dass diese Geschenke in 99% der Fälle nicht mein Ding sind und: Deal ist Deal, da bleibt sie dann eben drauf sitzen. Das mag sich hart anhören, aber wie bitte soll man als Mensch in der Lebensmitte einen Menschen, der sich immer noch so verhält, als müsse er einem die Welt erklären, zu ein wenig mehr Achtsamkeit bewegen? Ich meine, das geht nur durch Konsequenz und langsam hat auch meine Mutter begriffen, dass auch in ihren Schränken nur begrenzt Platz für all die nicht angenommenen „Überraschungen“ ist. Ja, da bin ich sicher, dass ich das genau SO machen möchte.

Geschenke umtauschen für Fortgeschrittene

Was das Umtauschen nach Weihnachten betrifft, zickt der Handel manchmal ganz schön rum, insbesondere, wenn Leute gerne den Geschenkgegenwert ausgezahlt haben wollen. Und im Grunde hat der Handel recht, finde ich. Immerhin sind die Umsätze gezählt, das Weihnachtsgeschäft hat geboomt. Da mag man doch kein Geld zurückgeben. Das geht also oftmals nicht, es sei denn, ein Artikel war beschädigt und selbst da gibt es Läden, die auf ihr Reparaturrecht bestehen.

Wer im Versandhandel eingekauft hat, hat in der Regel ein Widerrufsrecht, d.h. solche Artikel können innerhalb einer bestimmten Frist (ist im Kaufvertrag festgelegt) umgetauscht bzw. zurückgegeben werden. Vielleicht boomen deshalb auch Online-Shops zur Weihnachtszeit.

Hier gibt’s einen Beitrag zum Thema Weihnachtsgeschenke umtauschen mit weiterführenden Informationen.

Weihnachtsgeschenke von Herzen

Weihnachtsgeschenke @intuitivmedia.net

Von Herzen schenken – oder die große Gutscheinfreiheit

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man es manchen Menschen in Sachen Geschenke niemals ganz recht machen kann. Da hilft dann nur eins: etwas für’s Herz zu schenken, etwas, von dem der andere nicht mal weiß, dass er es braucht (das kämpferische Frauenbuch für die ständig über Mobbing klagende Cousine z.B.) oder Dinge, die schwuppdiwupp verzehrt, getrunken, geschmolzen oder eingelöst werden können. Ja und ich finde, dass Gutscheine z.B. Herzensgeschenke sein können, wenn man sie hübsch verpackt, lassen sie doch dem Beschenkten die Freiheit, sich selbst etwas nach seinem Geschmack auszusuchen.

Am Besten finde ich persönlich die Situationen, in denen man jemandem, der überhaupt nicht damit rechnet, eine Kleinigkeit schenkt. Hierbei ist zwar das Risiko hoch, sich zu vertun, wenn man z.B. Pralinen verschenkt und der Kioskbesitzer, bei dem man täglich seine Zeitung kauft, Diabetiker ist.

Dennoch finde ich die kleinen Gesten zauberhaft und manchmal freu ich mich mehr über eine einfach Stumpenkerze von meiner Nachbarin, als über eine teure Holzwäschetruhe seitens meiner Familie, von der ich nicht weiß, wo ich sie unterbringen soll…

In diesem Sinne werde ich dieses Jahr mit netten Kleinigkeiten nur so um mich werfen, im Wissen darum, dass es immer ein Restrisiko beim Überraschungsschenken gibt und ggf. meine holden Gaben in der Tonne landen.

That’s life. No risk – no fun, auch an Weihnachten.

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1 Kommentar

  1. Tina sagt:

    “Am Besten finde ich persönlich die Situationen, in denen man jemandem, der überhaupt nicht damit rechnet, eine Kleinigkeit schenkt. ”
    Genau das mag ich an Weihnachten, Ich gehe abwechselnd immer zu meinen Nachbarn. Du glaubst gar nicht wie die gucken können :-)