Webpatrol 110 – Polizei im Cyberspace





Webpatrol 110 @intuitivmedia.net

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Die Diskussion darum, ob Internetseiten mit illegalem Inhalt gleich gelöscht oder nur gesperrt werden sollen, ist ja nun schon länger im Gange.

Jetzt scheint man ein Projekt namens „web-patrol“ erarbeitet zu haben, mit dessen Hilfe User eine Art „Alarmknopf“ zur Verfügung haben, mit dem sie die betreffende Seite melden können. Die Meldungen laufen dann an einer Kontrollstelle zusammen und das Bundeskriminalamt kann die Seiten überprüfen.

Es handelt sich sozusagen um einen Notruf 110, im Netz.  Grundsätzlich finde ich es gut, dass man sich Gedanken darüber macht, wie man Amokdrohungen frühzeitig an die Polizei melden kann, wie man Kinderpornoseiten melden und auch anderen kriminellen Aktivitäten im Netz beikommen kann. Ob das Projekt „webpatrol“ jedoch –ganz im Stil der chinesischen Zensur-Denunziationen- hier wirksam oder eher nervig sein wird, kann ich ehrlich gesagt nicht einschätzen.

Wenn ich so an Netzwerke wie xing.com denke, eine Business-Plattform, bei der man schon „angezeigt“ wird, wenn man nur ein falsches Wort benutzt oder auf dem Profilfoto nicht das Gesicht zu erkennen ist, dann wird mir ganz anders beim Gedanken daran, was bestimmte Deppen mit einem Meldebutton veranstalten könnten. Schwuppdiwupp, der eine Pornobaron will den anderen aus dem Verkehr haben und schwuppdiwupp, die Seite mit den blutjungen Teenagern ab 18 wird mal eben gemeldet.

Wahrscheinlich entsteht der menschlichen Krass-Natur gemäß hier mehr Chaos, als dass eine solche Vorgehensweise wirklich Licht in die dunklen Ecken des Cyberspace bringt.

Kriminalität gibt es überall, so auch im Cyberspace. Das Internet ist eine Art Spiegel der Welt und daher werden dort ebenso Verbrechen begangen, wie auf der Strasse oder in einer dunklen Ecke. Meiner Meinung nach sollte die Verantwortung für die Überprüfung von Seiteninhalten bei den Providern liegen, die es möglich machen, eine Webseite zu erstellen. Hier wurde schon immer geschludert und da die derzeitige Thematik ja erst im Laufe der Internetjahre so richtig hervortrat, wäre es jetzt an der Zeit, die Versäumnisse aufzuholen.

Ich stelle es mir jedenfalls unangenehm vor, wenn jeder anonym mal eben ein Knöpfchen drückt und damit eine Internetseite ins Visier der Fahnder stellt.

Kriminalität hin oder her: im normalen Alltagsleben muss man doch auch die Polizei anrufen oder eine Anzeige erstatten und dabei seinen Namen nennen, oder?

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Darum ging es im Beitrag:
    webpatrol | werde kriminell im internet verleumdet suche vorgehensweise | seiten der polizei melden |

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1 Kommentar

  1. Werner Olm sagt:

    Alles was anonym abläuft oder ablaufen soll kann zum denunzieren verwendet werden. Verdächtige Personen und Aktivitäten über einen Button zu melden kann nur ausgenutzt werden. Ich denke nicht das sowas funzt.

    Dafür gibt es ja schon Webseiten. Einfach mal googlen “Denunzieren Sie Verdächtige online und anonym”