Webmaster Friday – Was sollte ein gutes Blog bieten ?



Usability – Inhalte bieten, die nützlich, unterhaltsam oder weiterführend sind



Gute Frage! Was sollte ein gutes Blog seinen Lesern bieten, damit sie gerne (wieder)kommen? Am heutigen Webmaster Friday ist mal wieder ein wenig Reflektion und Analyse gefragt in der Blogosphäre.

Für wen schreibt man?

Ich persönlich meine ja, dass man sich als Blogbetreiber und Blogautor zunächst einmal in seine Leser hineinversetzen können muss, um überhaupt mit Ideen hinsichtlich Struktur und Inhalt aufwarten zu können, die dem Leser tatsächlichen Nutzen bringen, ihm dienen. Ja, ich finde, dass man wissen sollte, für wen man schreibt. Damit meine ich aber nicht nur die Community, die sich um ein Blog herum gesammelt hat, das Netzwerk aus Bloggern, mit denen man vernetzt ist. Ich meine auch Leser, die durch Suchmaschinen auf Blogartikel landen. Was erwartet diese, wenn sie sich im Blog umsehen?

 

Webmasterfriday wmf

schreiben @intuitivmedia.net

Es ist gerade hinsichtlich dieser letzteren Gruppe Leser durchaus wichtig zu wissen, an wen sich ein Beitrag richtet, denn bei Besuchern, die über Suchmaschinen kommen, weiß man im Grunde nix über die Leser. Also macht es meines Erachtens durchaus Sinn, eine bestimmte Zielgruppe im Auge zu haben schon beim Schreiben. Was ich anbiete wird (neben der SEO) bestimmen, wer einen Artikel findet und liest.

Bei Tipblog landen sehr viele Leute über Schuchmaschinen und ich glaube, dass es einen Unterschied gibt zwischen der Einstellung „einen Artikel für möglichst viel Traffic“ zu posten, oder „einen Artikel, der sich an Asien-Fans/Hartz IV Empfänger/Juppies mit Apple“ richtet. Bei Letzterem muss man manchmal den Traffic Traffic sein lassen beim Schreiben, finde ich. Und darüber diskutieren wir bei Tipblog regelmäßig: Wie einen Beitrag optimieren OHNE dabei den Nutzen für den Leser zu schmälern?

Beiträge sollten halten, was Headlines versprechen

Manche Headlines, die Thom strickt, sind voll optimiert, da bleibt immer die Gefahr, die Sinn-Brücke zwischen Headline und Inhalt des Beitrags zu zerstören. Als Autorin kräuseln sich mir da schon ab und zu die Fingernägel. Ich selbst habe da eine komplett andere Brille auf als Thom und vielleicht bin ich manchmal auch sowas wie die Leserstimme in seinem SEO-Ohr. Vielleicht haben andere Blogger, die den Laden alleine schmeißen, ja beide Stimme imKopf: die des Lesers und die des hungrigen Bloggers, der (auch) Werbung verkaufen muss.

Werbung: aber bitte dezent

A propos Werbung und Usability: Bling Bling und Popup Werbung ist für meinen Geschmack ein absolutes No-Go und ein guter Grund für mich persönlich, eine Seite sogleich wieder zu verlassen. Das tötet mir voll den Nerv als Leser und auch bei Recherchen. Uaah! Geht gar nicht. Mich nervt manchmal schon Google-Werbung, die am Anfang eines Beitrags platziert ist, den ich lesen will.
Bei Tipblog wird drauf geachtet, dass vor allem blinkende Werbung nicht in Artikel auftaucht, weil das einfach beim Lesen nervt.

Inhalte bieten, die nützlich, unterhaltsam oder weiterführend sind

Grundsätzlich wählt man ja als Blogbetreiber Themen danach aus, ob Sie in das Konzept des Blogs passen. Wenn man ein Nischenblog im Bereich Fashion betreibt, wird man wahrscheinlich Modethemen wählen und alles, was mit Styling und Kosmetik zu tun hat. Wenn man ein IT-Blog betreibt, wird man hier seinen Schwerpunkt haben.
Doch in beiden Fällen gibt es eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten, einen Beitrag zu einem Highlight für den Leser zu machen. Dabei meine ich dass Neuigkeiten eine wichtige Funktion haben als Thema, aber auch neue Sichtweisen auf Standardthemen können faszinieren, Sichtweisen, die noch nicht in allen anderen Artikel zu einem Thema aufgegriffen wurden und die eine nähere Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema anregen. So gehe ich jedenfalls ran.

Tipblog ist thematisch ja sehr breit aufgestellt. Wichtig ist vor allem die persönliche Sicht, aus der die Autoren schreiben und auch der Informationsgehalt eines Artikels, wenn es sich nicht grad um ein Boulevardthema handelt, das einfach nur Spaß machen soll.

Ich betrachte das, was ich verlinke und erzähle aus Lesersicht. Und gerade bei Themen wie zuletzt Hartz IV nutze ich die Gelegenheit, ordentliche Quellen zu verlinken, weil ich es dem Leser einfacher machen will, sich ein Gesamtbild zu machen und ggf. weiter zu recherchieren von meinem Artikel aus. Vielleicht kann ich das so sehen, weil ich selbst so oft darauf angewiesen bin, zu recherchieren und ich bekomme als Leserin die Krise, wenn irgendwo etwas angesprochen wird, z.B. eine Studie und diese nicht verlinkt ist. Klar kann ich die dann ergoogeln, aber es ist doch so genial, dass man durch Verlinkung eine 68 Seiten Studien unter den eigenen Artikel tackern kann, statt wie im Printbereich ne Fussnote zu machen. Als Blogautorin und als Leserin sind sinnvolle Links für mich ganz großes Kino!

Links setzen, die Sinn machen

Je nachdem, an wen sich ein Artikel richtet, ob es sich um ein Boulevardthema, EHEC oder Social Media handelt, wird bei Tipblog verlinkt. Manchmal habe ich ganz freie Hand, manchmal muss ich wie ein Löwe für eine Verlinkung kämpfen.

Ein Argument dafür, eine Seite nicht zu verlinken, hörte ich neulich wieder und es hallt mir noch jetzt in meinen Schreiber-Ohren, auch wenn ich Thom schließlich Recht geben musste. Er weigerte sich kürzlich, eine Seite zu verlinken, bei der er ein komisches SEO-Bauchgefühl hatte. Sie schien veraltet, hatte keinen Pagerank und sah auch sonst in seinen Augen seltsam aus. Es war aber eben auch eine Seite, auf der GENAU das stand, was ich meinen Lesern noch mitgeben wollte. Tja, und so kommt es eben bei uns immer wieder vor, dass ein Link in die Tonne wandert oder nur die URL in einem Beitrag steht, aber eben kein Link gesetzt ist. Auch das ist Dienst am Leser: die Seiten genauer anzuschauen, die man verlinkt.

Gut finde ich persönlich, wenn man am Ende vom Tag der inhaltlichen Seite Priorität vor SEO einräumt und nicht umgekehrt. Aber vielleicht hab ich da unterm Strich unrecht mit, denn immerhin lebe ja auch ich davon, dass unsere Beiträge weit oben in den Suchergebnissen zu finden sind und viel gelesen werden. Auch DAS ist im Interesse der Leser. Und so einigen wir uns hier schließlich immer irgendwo in der Mitte zwischen inhaltlicher Qualität und SEO.

Die interne Verlinkung finde ich übrigens auch sehr wichtig, insbesondere mag ich es selbst als Leserin, wenn mir jemand auf einen Blick unter einem Beitrag auch andere Artikel zu diesem Thema anbietet, damit ich weiterlesen kann. Unter Leserfreundlich verstehe ich hier, dass man sich ausführlich mit bestimmten Themen befasst und den Lesern das Suchen erspart durch interne Verlinkung relevanter Beiträge. Außerdem halten solche internen Links den Leser auf dem Blog, was ja in jedem Fall nett ist.

Content: Das richtige Thema zur richtigen Zeit

Ein gutes Beispiel dafür, dass manchmal Wellen von nicht unbedingt internetaffinen Ottonormalverbrauchern unsere Blogartikel via Suchmaschine finden und besuchen: im Mai hatten wir Top-Besucherzahlen durch einen Artikel über den Zensus 2011 , als die Hauptbefragung gerade abgeschlossen war. Wir hatten das Thema schon im Februar mal, aber der Informationsbedarf derjenigen, die gerade an der Befragung teilgenommen hatten, schien doch enorm, anders kann ich mir das nicht erklären. In dem Beitrag ging es u.a. um die Wiederholungsbefragung und darum, was mit den Daten sonst noch so passiert, welche Kreise ganz scharf auf das Ergebnis des Zensus in 2013 sind und darum, dass teilweise auch Befragungen über Zensus-Teilnehmer in deren Nachbarschaft durchgeführt werden.
Will heißen: zu beobachten, was die Menschen da draußen an den Suchmaschinen bzw. im Netzwerk eines Blogs gerade beschäftigt und interessiert, ist ein wichtiger Faktor bei der Themenwahl. Twitter ist hier manchmal auch ein gutes Barometer, wenn man die Social Media Welt als Mikrokosmos betrachtet. Man kann zwar nicht immer von Twitter Trends auf gesellschaftliche Trends schließen, dennoch halten wir Twitter für ein interessantes Tool, wenn es um die Beobachtung von kollektiver Aufmerksamkeit geht.
Oft greifen wir auch was auf, weil ÜBERALL nur eine Version der Geschichte zu finden ist, Polemik, die manchmal auch von den Printmedien oder im TV geschürt wird. Dann, wenn wir wissen, dass es da noch andere Aspekte gibt, drüber zu schreiben, macht Sinn. Ich denke, dass man auch damit Traffic generieren kann UND dem Leser einen Mehrwert bietet.

Blogstruktur, Artikelstruktur: auflockern UND optimieren durch Bilder

An Blogartikeln finde ich ab einer gewissen Länge Zwischenüberschriften gut, die den Beitrag verdaulicher und leichter lesbar machen.
Die Gesamtstruktur von Tipblog finde ich ganz angenehm, sofern ich das beurteilen kann. Gleich auf der Startseite kann man nach Aktualität, Beliebtheit und auch in den verschiedenen Kategorien und neusten Kommentaren stöbern. Auf der Startseite stehen keine Vollartikel, sondern zu jedem Artikel nur die ersten Zeilen.
Da Thom meist auch ein Bild oder zwei in den Beiträgen postet, sind diese auch zum jeweiligen Artikel zu sehen in den Auflistungen auf der Startseite, was ich aus Lesersicht durchaus ansprechend finde. Hinzu kommt, dass sich Thom seit einiger Zeit mit der Optimierung von Bildern für die Bildersuche befasst und auch immer öfter eigene Bilder und Videos in Artikeln verwendet.
Wir arbeiten auch mit Intuitiv Media, die einen ziemlich großen Fundus an Bildern aus allen möglichen Kategorien anbieten. Eigene optimierte Bilder jedoch, wie zuletzt beim Foto von Bea zum

simsalaseo

Simsalaseo Seo

Simsalaseo Wettbewerb , zeigen, dass sie Potential haben, Artikel besser auffindbar zu machen in Suchmaschinen.

Auch dem Leser schon auf der Startseite mit Bildern zu zeigen, worum es geht, halte ich für eine gute Sache (ich erinnere mal an das Arschgeigen-Bilderrätsel, dass Thom zum Euro-Web-Shitstorm gebastelt hatte).

SEOptimal UND Leserorientiert sollte ein gutes Blog sein

Wer ausschließlich auf Traffic aus ist, mag zwar in den Suchergebnissen prima auffindbar sein, aber was nützt das, wenn dann auf dem Blog nicht das geliefert wird, was z.B. Überschriften versprich versprechen? Oder wenn die Struktur des Blogs so unübersichtlich ist, dass der Leser nach Lektüre des Beitrags das Blog schnell wieder verlässt.
Wenn ein Blog inhaltlich so langweilig ist, wie der 500ste Artikel zum Thema „Flecken entfernen: wir wissen auch kein Mittel“, werden Leser sicher ganz schnell müde. Nur das zu versprechen, was man auch halten kann, inhaltlich, ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt beim Bloggen. Wenn ich z.B. schreibe, „da“ wird ihnen geholfen, dann hab ich „da“ auch vorher angerufen und mir versichern lassen, dass „da“ auch echt ein kompetenter Ansprechpartner zu finden ist, bevor ich verlinke oder empfehle.
Wir diskutieren hier öfter über den Balanceakt zwischen Vermarktung und Mehrwert für den Leser und ich glaube, dass es ganz gesund ist, wenn die Leserinteressen immer wieder in den Fokus gesetzt werden. Ich begrüße es, wenn sich die Blogosphäre Gedanken über ihre Leser macht, statt sich nur damit zu befassen, wie man möglichst viele Klicks bekommt. Denn: Klicks sind noch keine Leser…. Und ein Hausmittel gegen Flecken funktioniert auch dann nicht besser, wenn 50 Blogs drüber schreiben.

Mehr zum Thema: Die schlimmsten Blog- Usability Fehler

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Wer hat`s geschrieben ?

Trinity schrieb schon 155 Artikel auf tipblog.

Darum ging es im Beitrag:
    WebmasterFriday | NULL |

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3 Kommentare

  1. Marc sagt:

    Besucher mit optimierten Bildern auf eine Webseite zu locken, halte ich – ganz ohne Zahlenmaterial zu haben – für nicht allzu sinmvoll. Die Leutchen tippen in Google ‘schönes Strandbild’ oder ‘gefährliche Schlange’, eben weil sie jetzt genau so ein Bild sehen – und evtl. privat verwenden wollen. Urheberrechtsaspekte will ich jetzt mal aussen vor lassen; mir geht es nur um die Folge für den Webseitenbetreiber: der Besucher findet schnell das Bild, schaut nicht nach Inhalten und geht dann wieder… Kein sinnvoller Besuch, kein Interessen an dem, was ich geschrieben habe. Bleibt also nur der Aspekt der Verlinkung, also Bilder als Suchmaschinenfutter. Ist es das allein wert?

  2. Thom sagt:

    Ein großer Teil sucht sicher nur Bilder, aber dennoch ist es ein Besucher der den traffic des Blogs erhöht.

    Dein Beispiel ist ja auch ein Klassiker nachdem viele suchen, für Schule, Referat, Private HP usw.

    Ein anderes Beispiel ist du möchtest dich über ein Produkt informieren z.B. “olympia Alarmanlage” welches der Bilder in der Bildersuche regt dann wohl zum klicken an ?
    Es sind nicht die Produktfotos, sondern die eigenen Bilder die extra zum Artikel gemacht wurden um diesen zu bebildern und wo der Suchende kein Marketing blabla hinter erwartet.
    Hier auf tipblog machen wir das nicht ganz so extrem aber auf dem Blog meiner Frau geht kein Artikel ohne eigene Bilder raus.
    Ca. 30-40% Kommen dort über die Bildersuche auf den Blog und die Absprungrate liegt bei genialen 27,31 mit 3 Seitenbesuchen.

  3. itsy sagt:

    Ich finde Bilder schon wichtig, sie sind erstmal ansprechender als Text. Ist ein Bild gut, liest man auch weiter.