Was der Papst im Bundestag zu suchen hat



Die Kritik an Papst und Kirche: seit jeher vielfältig



Was der Papst im Bundestag zu suchen hat, ist mir nicht ganz schleierhaft, aber ich muss ja nicht alles öffentlich aussprechen, was ich so denke. Sicherlich macht er das nicht nur, weil er aus Marktl, Oberbayern stammt…
In den letzten Tagen hatte ich am Rande mitbekommen, dass Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Deutschland Station im Bundestag macht und ich konnte mir schon denken, dass da nicht nur die üblichen Papst-Gegner auf die Barrikaden gehen würden.
Im TV hörte ich, dass seitens des Vatikans vermeldet wurde, dass man ja keine Papst-„PR-Aktionen“ fahren wolle, dies angesichts zahlreicher aufgeregter Deutscher Papst-Fans, die wahrscheinlich genauso neben der Spur laufen, wie die krassen Papst-Gegner.
Ja was issn dassn dann? Der Papst im Deutschen Bundestag ? PR-Stunt Mann. Türlich.

Die Kritik an Papst und Kirche: seit jeher vielfältig

 

Kirche @intuitivmedia.net

Kirche @intuitivmedia.net

Dass das Oberhaupt der katholischen Kirche schon lange eine sehr umstrittene Gestalt ist, kommt immer mal wieder zur Sprache, meist dann, wenn sich der Papst zu irgendeinem Thema öffentlich äußert, bei dem die Welt längst in diesem Jahrtausend angekommen ist, die katholische Kirche aber eben noch nicht so ganz. Auch viele Katholiken selbst wünschen sich eine progression hinsichtlich Sexualmoral etc.
Vor einiger Zeit haben wir hier auch mal über die Überlegungen einiger Leute berichtet, den Papst gar festnehmen zu lassen, wegen der in ihren Augen zu lascher Handhabe der Missbrauchsfälle in der Kirche beispielsweise.
Wie auch immer: der Papst spaltet die Geister – statt sie zu vereinen. Alleine die Symptome dessen könnten den aufmerksamen Beobachter aufhorchen lassen, wie ich finde…

Zahlreiche Abgeordnete wollen dem Papst nicht zuhören – Demo am Donnerstag, 22.9. in Berlin

Medienberichten zufolge haben selbst viele Deutsche Abgeordnete keine Lust, dem Papst im Bundestag zuzuhören. Ich persönlich finde zu Recht. Denn erstens ist es doch jedem Menschen selbst überlassen, ob er einem religiösen Führer zuhört und zweites finde ich auch, dass der Papst überhaupt nix im Bundestag verloren hat, Deutscher Herkunft hin oder her.
Scheinbar will man während seiner Ansprache im Bundestag keinen Krawall machen, dafür ist aber morgen eine dicke Demo vom Postdamer Platz bis Unter den Linden in Berlin angesetzt, organisiert vom Bündnis „Der Papst kommt.
Dieses Bündnis besteht neben Organisationen wie ProFamilia auch aus Schwulen- und Lesben-Organisationen, aber nicht nur. Zahlreiche Promis http://www.derpapstkommt.de protestieren mit und klar, dass es in erster Linie um des Papstes Einstellung und Äußerungen zu Sexualiltät und Verhütung geht.
Wichtige Demo, finde ich und vielleicht kommt ja doch was beim Papst an, wenn MEHR Menschen auf der Straße prostestieren, als im Bundestag applaudieren..
Nähere Info’s zur Demo, dem Bündnis und dem Anliegen gibt’s hier http://www.derpapstkommt.de .

Resolution gegen homofeindliche Papst-Äußerungen mitzeichnen

Auf der Seite derpapstkommt.de kann man auch eine Resolution gegen die menschenfeindliche Sexual- und Geschlechterpolitik des Papstes mitzeichnen.
Tut das zahlreich Leute! Denn: wer sich selbst Stellvertreter Gottes nennt, darf eigentlich nicht so schräg-böse Dinge über Menschen verbreiten, wie es die katholische Kirche, der Papst immer noch tun, wo doch viele Leute sowieso davon ausgehen, dass ein Zölibat zu krankhaften Neigungen und deren Auslebung führt. Haben wir ja alles schon gesehen.

Es ist perfide, wenn Hetze gegen Andersdenkende, Andersdisponierte oder Andersglaubende Menschen öffentlich und unter dem Deckmantel allheiligster Moral betrieben wird. Denn, lieber Papst, ein paar Bekloppte nehmen deine Äußerungen wörtlich und machen im täglichen Leben Schwule und Lesben runter. Das geht ja mal gar nicht! Schon gar nicht im Namen des Herrn! Der will, dass sich Seelen entwickeln im Laufe zahlreicher Inkarnationen und da ist auch schon mal ein schwules, lesbisches oder promiskuitives Leben dabei und eins als Papst  (upps) – mit allen Konsequenzen. Und das ist so von Gott gewollt. Das ist wohl so beim Reinkarnieren, man weiß erst mal nicht, was als nächstes kommt. Diese Message hat mir mein Engel verkündet. Kapito!?
Amen.

Es ist im Grunde eine Frechheit finde ich, dass die Bundesregierung -Christdemokratisch-Liberal- einen so konservativen Religionsführer im Bundestag sprechen lässt und ich bin mal gespannt, was da noch so drüber lamentiert werden wird in nächster Zeit.
Ich seh sie schon bei Maischber, Anne Will und Plasberg rumzoffen, die Papst-Fans und die Gegner…uaaaah. Naja, meinen Senf dazu kennt ihr ja jetzt schon

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5 Kommentare

  1. R.Freund sagt:

    Wenn Abgeordnete nicht in den Bundestag gehen, sehe ich das glatt als Arbeitsverweigerung. Abmahnung, rausschmeißen.
    Was soll man von einem Abgeordneten halten, der sich im Voraus sein Urteil über eine Rede bildet, ohne diese gehört zu haben? Solche Leute haben keinen Respekt vor anderen und verdienen somit selbst keinen Respekt und erst recht nicht, dass sie für ihre Wähler das Wort führen.

    • Isabell sagt:

      Blödsinn. Ein Religionsführer hat im Bundestag nichts zu suchen, Religion und Staat sollten in diesem Land getrennt sein.
      Die Abgeordneten, die diese Sitzung nicht besuchten, haben das einzig richtige getan, ebenso wie die Menschen, die dagegen demonstrieren.
      Erklär mir doch mal, weshalb einem Papst Respekt gebührt, der selbst ganzen Bevölkerungsgruppen keinen Funken Respekt zeigt?
      Wenn er mit Respekt empfangen werden will, muss er sich das erarbeiten – Respekt ist etwas, das man sich verdienen muss.

      • Marcus sagt:

        Nur das Problem bei der Sache ist folgendes:

        Der Papst ist nicht nur Kirchenoberhaupt, sondern auch Staatsoberhaupt, was viele gerne zu verdrängen scheinen.

        Schließlich ist Vatikanstadt ein weltweit anerkannter – und somit legitimer Staat! Und als Staatsoberhaupt durfte er vor dem Bundestag sprechen, Punkt, Aus, Feierabend.

        Ansonsten dürften auch Obama und Co. (so sie denn wollten) nicht mehr im ‘Hohen Haus’ reden.

        Mal abgesehen davon, das uns die Chinesen das zukünftig jedesmal aufs Brot geschmiert hätten, das wir ja genau das tun, was wir denen in Sachen Tibet und Dalai Lama vorwerfen: Ausgrenzen eines kirchlichen oder / und staatlichen Oberhauptes.

        Bliebe die Frage ob wir das gewollt hätten, das wir dann zu den Menschenrechtsverletzungen im Fernen China respektive Tibet zukünftig hätten die Schnauze halten wollten bzw. müssten!

  2. Deadodendron sagt:

    Die Kirchenheinis und der Papst sind eh bald weg, wie die Dinosaurier auch.

  3. TheEagle sagt:

    Die Kriche ist doch ganz klar vom Staat getrennt, zumindest sollte es so sein. Ein Staatsoberhaupt hat in einem Anzug anzutanzen und nicht in päpstlicher Robe. Und was deer Typ im Bundestag von sich gelassen hat ist wohl auch nicht das gelbe vom Ei gewesen.