UN Gipfel in New York, offene Feindschaft





Beim UN Gipfel in New York vor einigen Tagen war ja mal wieder richtig was los. Für mich stellen sich diese Treffen sowohl als Möglichkeit für Gespräche zwischen den Ländern dar, als auch für einige Staatschefs als ein Podium für verbale Attacken gegen andere Mitgliedsstaaten. Wahrscheinlich haben die Staatschefs neben ihrer Funktion als Repräsentant ihres Landes in der UN-Versammlung durchaus auch auf dem Schirm, dass ihnen ihre Landsleute zusehen. Ich habe „zufällig“ bei CNN reingezappt und war recht amüsiert über so manchen Redner.

Es drängte sich mir geradezu auf, dass bei diesem Treffen echt kleine Tsunamis entstehen, deren Wellen die jeweiligen Staatschefs bis zur Rückkehr in ihr jeweiliges Land zum Action-Hero of the Gipfel machen. Und dass die teils sehr polemische Art und Weise in den jeweiligen Ländern entsprechend Meinungen schafft, die nicht immer zum Frieden auf dieser Welt beitragen.

Diesmal in der Show: Lybiens Staatschef Gaddafi, der aus Unzufriedenheit über einige Regelungen innerhalb der UN einige Seiten der Charta zeriss, und Venezuelas Präsident Hugo Chávez, der an 2006 anknüpfte und meinte, seit Bush nicht mehr dabei sei, stinke es auch nicht mehr nach Schwefel. Was sich Israel und der Iran bieten, finde ich auch extrem.

US-Präsident Obama sagte, dass Amerika für einen Neuanfang bereit sei und er genießt scheinbar einen Vertrauensvorschuss, weil wohl nix schlimmer sein könnte als Bush. Wenn ich einige Mitglieder richtig verstanden habe, macht er seine Sache bisher ganz gut.

Amerika hat die Chance, sich innerhalb der Weltgemeinschaft nun als Partner auf Augenhöhe einzufügen und nicht mehr, wie zu Bushs Zeiten, immer eine Vormachtstellung zu suchen.

Im Grunde wünsche ich mir doch sehr, dass dieser Barack Obama wirklich ein weniger schräger Typ ist, als Bush. Und dass die USA tatsächlich sowohl beim Klimaschutz als auch im Bezug auf Sicherheit nun mit allen gemeinsam an einem Strang ziehen. Wir werden sehen. Obama sprach auch die globale Regulierung der Finanzmärkte an, die mir jedoch ziemlich verdächtig daherkommt. Ich erinnere an die Bankenkrise in den USA Anfang des 20. Jh., die zur Einführung der FED führte, was eine große Machtverschiebung zur Folge hatte.

Im Prinzip ist für mich der Ruf nach stärkerer Regulierung der Finanzmärkte wieder so eine Hintertür, um die globalen Machtverhältnisse neu zu ordnen. Hm. Hier einfach auch als Ottonormalverbraucher mal ein Bisschen zu recherchieren und nicht nur alles zu glauben, was einem die Medien und Politiker erzählen, kann ich jedem nur empfehlen. Erweitert den Horizont ungemein und hilft auch entsprechend verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Sei es bei der Wahl oder bei der Geldanlagen.

Was mich wieder einmal ein wenig nachdenklich machte bei diesem Gipfel, ist die offene Feindschaft, die zwischen einigen Staaten besteht und die ganz offen bei einem UN-Gipfel zur Schau getragen wird. Es ist sehr schade, finde ich, dass erwachsene Menschen zum Teil soviel Hass in die Welt bringen und dann auch noch Staatschef werden. Was zwischen Israel und dem Iran abgeht z.B. finde ich einfach Krass. Die eine Seite leugnet den Holocaust, die andere bezeichnet den anderen Präsidenten als „bösartigsten und schlimmsten Menschen der Gegenwart“.

Mannomann. Hoffentlich ist die Welt tatsächlich im Wandel… Gut täte es ihr.

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