Studie 2010 Videotherapie für Schlaganfallpatienten





Videotherapie Studie 2010 ©Intuitivmedia

Videotherapie Studie 2010 ©Intuitivmedia

Bereits seit 2007 läuft eine dreijährige Studie, deren Endergebnisse Anfang 2010 der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Es handelt sich um die Wirkung der Videotherapie von Schlaganfallpatienten, die mit Hilfe von Filmsequenzen Bewegungsabläufe neu erlernen sollen. Eine solche Videosequenz dauert ca. 1 Minute. Nach dem Ansehen soll der Patient die gesehenen Bewegungsabläufe nachahmen. Wenn beispielsweise durch einen Schlaganfall ein Arm gelähmt ist, ist diese einfache Übung für die betreffenden Patienten natürlich eine Höchstleistung.

Erste Zwischenergebnisse der Studie zeigen, dass diese Therapieform sehr effizient ist und den Patienten große Erfolge bringt. Anfang 2010 soll die Studie öffentlich werden.

Hintergrund dieser Versuchsreihe sind die neurologischen Erkenntnisse zu Spiegelneuronen im Gehirn. Ich habe mich damit vor einiger Zeit schon mal mit der Arbeit von Rizzolatti befasst der seinerzeit erstmals die Spiegelneurone ihre Funktion entdeckte und bin echt fasziniert von dem was ich bisher erfuhr. Ursprünglich hatte man Versuche mit Affen gemacht, um herauszufinden, wie diese lernen. Im Laufe der Studien stellte sich heraus, dass im Gehirn dieselben Areale aktiviert sind, wenn eine Handlung durchgeführt sowie die gleiche Handlung beobachtet wird. Die Forscher kamen schnell darauf, dass dieses Phänomen beispielsweise auch Empathie-Empfinden, also Mitgefühl, neurologisch erklärt. Und auch, weshalb manche Menschen die Intentionen eines anderen quasi „erahnen“.

Ich las von einem Versuch, wo 2 Anordnungen zeigen sollten, wie dies genau abläuft. Bei der ersten sollte der zu Beobachtende eine Tasse Tee anheben und draus trinken. Bei der zweiten sollte er mit gleicher Bewegung die Tasse Tee anheben und den Tee wegschütten, um die Tasse zu reinigen. Es stellte sich heraus, dass im besagtem Zentrum des Gehirns des Beobachtenden deutlich eine Reaktion ablief, die auf der INTENTION -Trinken oder Wegschütten- basierte, BEVOR die Handlung zu Ende ausgeführt war, also zu einem Zeitpunkt, wo das Tasse anheben noch in beiden Anordnungen gleich ablief.

Die Forscher aus der Neurologie sind hier sozusagen erst am Anfang. Dennoch: ich finde es nicht nur spannend, Phänomene wie „Hellsichtigkeit“ oder Intuition neurologisch zu erklären, sondern gerade auch die neue Therapieform für Schlaganfallpatienten, die auf den neuen Erkenntnissen zu Spiegelneuronen basiert.

Die an der Versuchsreihe arbeitenden Forscher aus Konstanz, Freiburg und Magdeburg gehen davon aus, dass durch eine Kombination von BEOBACHTEN und NACHAHMEN die Rehabilitation nach einem Schlaganfall verbessert und beschleunigt wird.

Im Prinzip geht es ja ums Lernen und daran sind die Spiegelneurone im menschlichen Gehirn von Geburt an beteiligt. Wenn ein Baby das Lächeln seiner Eltern erwidert oder wenn wir aufwachsen, wir lernen so viel durch Nachahmung, dass hier ein Schlüssel zur schnellen Genesung nach Schlaganfällen liegt.

Ein Schlaganfall trifft ja das Gehirn und die Videotherapie aktiviert durch die visuelle Stimulierung die betreffenden Areale im Gehirn, die für ein Wiedererlernen von Bewegungsabläufen zuständig sind.
Soweit ich weiß, ist es für betroffene Schlaganfallpatienten möglich, an den Studien zur Videotherapie teilzunehmen. Hierzu kann man sich an Herrn Prof. Christian Dettmers per email wenden.

Bei Interesse an näheren Infos zu Spiegelneuronen allgemein, kann ich nur die BR Planet Wissen Sendung empfehlen, die es zu diesem Thema vor einigen Monaten gab und die sehr einleuchtend darstellt, worum es geht und inwieweit Spiegelneurone involviert sind, wenn es um unser soziales Verhalten, Beziehung, Lernen und Mitgefühl etc geht. Hoch interessant, wie ich finde und bei youtube in mehreren Teilen zu finden.

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