Street View kommt und Google-Flugdrohnen schon am Horizont



Millionen Menschen haben den Aufwand Widerspruch gegen Google Street View zu erheben



Ich glaub es nicht ich fass es nicht! Das ist ja wie in einem Agentenfilm!!!

Eigentlich wollte ich nur über die Möglichkeit berichten, Widerspruch gegen Google Street View zu erheben, dass nun schon im Herbst 2010 an den Start gehen soll.

Dann fand ich gerade eine Nachricht der Wirtschaftswoche über Googles derzeitige Tests, die mir einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Ich will ja nicht hysterisch werden, aber das hier übersteigt einfach mein derzeitiges Fassungsvermögen.

Laut diesem Bericht Zivile Drohnen für Google, testet Google den Einsatz sogenannter kamerabestückter „Drohnen“, kleinen Flugrobotern, die in Hinterhöfe und Gärten fliegend Bilder aus der Luft liefern können. Es ist ein Drohnen-Hersteller angegeben, der bestätigte, dass bereits eine Mini-Drohne an die Google-Zentrale geliefert wurde. Ich dachte echt, ich bin im falschen Film, die Bilder sind gestochen scharf und die Teile blicken echt in jeden Winkel!

[youtube]Y4jtguSF0n4[/youtube]

Normalerweise gehöre ich nicht unbedingt zu den Menschen, die Panik davor haben, dass jemand im Internet ihr Haus sehen kann. Wenn aber plötzlich eine Flugdrohne über meinem Hofgarten herumfliegen würde, während ich grad Tomaten ernte, dann würde ich von meinem Recht auf Selbstverteidigung gebrauch machen und den dicksten Stein, den ich finden kann, nach dem Ding werfen.

Was ist das denn bitte!? Das ist ja AkteX, CIA, KGB und BND, ach, FBI, und alle Geheimdienste zusammen! Ich finde die Vorstellung ganz schräg und habe beschlossen, jetzt doch definitiv mein Haus schonmal bei Google Street View „blurren“ zu lassen, wie Zehntausende andere Menschen es bereits getan haben.

Wenn man Google untersagt, Bilder des eigenen Hauses ins Netz zu bringen, vernebelt (blurrt) Google das Objekt auf dem Bild.

Ich glaube zwar nicht so wirklich daran, dass meine Privatsphäre überhaupt komplett schützbar ist, aber ich gehe davon aus, dass es mir besser geht, wenn ich Widerspruch einlege. Wenn nämlich Flugdrohnen tatsächlich der nächste Schritt nach Street View sein sollten, dann möchte ich da von vorneherein gar nix mit zu tun haben

In einem ARD-Beitrag vergangene Nacht hörte ich, dass das in Deutschland sehr umstrittene Google Street View schon sehr bald an den Start geht. Viel früher als ursprünglich angekündigt wird Google ab voraussichtlich November mit der Deutschen Version online gehen und es ist auf alle Fälle ratsam, so schnell wie möglich Widerspruch einzulegen.

Dies kann man zurzeit über diesen PDF Vordruck des BMELV tun. Ab kommender Woche soll es per Formular direkt auf der Google-Seite möglich sein, sich gegen Street View zu wehren.

Ich werde das machen und trotzdem schonmal dicke Steine sammeln in meinem Garten – für die Flugdrohnen.

Wie ätzend, dass nicht Google sich bei jedem einzelnen die Erlaubnis holen muss. Stattdessen haben Millionen Menschen den Aufwand. Das ist doch irgendwie verkehrte Welt, oder?

Google verdient daran, dass sie Bilder von MEINEM Haus ins Netz stellen. Und ich soll mich lang machen, damit sie es nicht tun. Mich erinnert all das nicht an Urlaubsplanung sondern an Krieg, an Agenten, an Macht, an Ausbeute und an meine verdrängte Sehnsucht, irgendwo am Amazonas im Dschungel ohne Strassen vor meiner Hütte zu sitzen, und mich über die Verrücktheit der Welt zu amüsieren…

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Darum ging es im Beitrag:
    flugdronen | flugdrohnen | miniatur flugdrohnen |

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2 Kommentare

  1. Trinity sagt:

    Nun habe ich mich ein wenig abgekühlt, was den Datenschutz betrifft :-)

    Google dementierte, Flugdrohnen zu testen und außerdem gibt es scheinbar schon mehrere andere Unternehmen in Deutschland, die ebenfalls Bilder von Strassen, Häusern und Menschen ins Netz stellen.

    http://www.sightwalk.de hat sich -anders als Google- von Anfang an den Datenschutzrichtlinien gefügt und Autokennzeichen sowie Gesichter unkenntlich gemacht. Die Webseite und auch die Ansichten finde ich gut und ich bin dabei, meine Meinung zu einem solchen Service zu ändern, sofern die Privatsphäre geschützt ist.

    In wieweit die Verfremdung der Gesichter wirklich ausreichend ist, kann ich noch nicht sagen, weil ich natürlich nicht alle Bilder gesehen habe. Die, die ich bisher sah, waren gut unkenntlich gemacht.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-weist-Spekulationen-um-Mini-Drohne-zurueck-1052649.html

  2. Frederik sagt:

    Ich finde diese Drohnen eine spannende Sache. Wenn so ein Ding mir beim Nacktsonnen im Garten auflauert, könnte ich es kapern und Google erpressen – oder für eigene verwerfliche Zwecke missbrauchen.

    …irgendwo am Amazonas im Dschungel ohne Strassen vor meiner Hütte zu sitzen, und mich über die Verrücktheit der Welt zu amüsieren…

    Ich komm’ mit!