Sophie die Umweltsau





Stromverbraucht ©Intuitivmedia

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Seit ich 2003 in meine Wohnung eingezogen bin, stieg mein Stromverbrauch stetig an. Der Vormieter scheint so gut wie nie zu Hause gewesen zu sein, denn am Anfang lag die pauschale Veranschlagung bei 33 Euro/Monat. Bereits bei der ersten Jahresabrechnung wurde ich aufgrund meines viel höheren Verbrauches auf 58 Euro hoch gestuft und inzwischen habe ich die 70 Euro-Marke fast erreicht: ab diesem Monat zahle ich einen Abschlag von 67 Euro monatlich!!! So hoch wie bei einer 3-köpfigen Familie!

Es ist mal wieder Zeit, mir ernsthaft Gedanken über meine Einstellung zum Strom zu machen. In den letzten 5 Jahren habe ich ständig irgendwas Neues unternommen, aber dennoch stieg der Verbrauch stetig an.

Ich habe bisher schon einiges ausprobiert, aber irgendwie scheint es noch nicht das Richtige gewesen zu sein. Inzwischen ziehe ich die Stecker meiner Geräte wie Fernseher, Stereoanlage und Laptop nachts sogar aus.
Ich wollte schon vor Jahren ganz auf Energiesparlampen umsteigen, habe aber dann doch wieder einige Glühbirnen reingeschraubt, weil das Energiesparlicht so kalt ist, dass ich mir vorkam, wie in der Gerichtsmedizin. Bald ist es ja vorbei damit, und ich überlege schon, mit welchem Stoff ich meine schöne Stehlampe abhänge, damit mein wohnliches Ambiente nicht komplett den Bach runter geht. Das wird's dann wahrscheinlich sein, die Tücher werden sich dann besser verkaufen, als die Lampen selbst.

Was mir inzwischen klar ist, ist, dass mein Durchlauferhitzer der allergrößte Stromfresser sein muss. Ich dusche zwar in der Regel bloß einmal am Tag und bade im Winter auch nicht mehr, als andere Leute, aber meine Nachbarn haben mir neulich erzählt, dass sie kürzlich mal unten am Zähler waren und dass mein Zähler sich so schnell drehte, dass es aussah, als würde das Rad gleich rausfliegen! Da duschte ich gerade! Sowas bekommt man ja normalerweise nicht mit, wenn der Zähler nicht grad in der Wohnung ist. Man kann ja auch schlecht den Zähler checken, wenn man grad duscht.

Anyway, ich weiß inzwischen von der Vermieterin, dass der Durchlauferhitzer tatsächlich in allen Wohnungen hier extrem viel Strom verbraucht und meine Nachbarn haben auch alle sehr hohe Rechnungen.

Ich habe also beschlossen, mal damit zu beginnen, nicht bei jedem Händewaschen warmes Wasser zu ziehen. Da musste ich mich aber echt konzentrieren, denn zuvor habe ich da nie drauf geachtet. Der Durchlauferhitzer zieht Strom, sobald ich das warme Wasser aufdrehe. Und oft genug bin ich mit dem Händewaschen schon fertig, wenn das erste Wasser warm aus der Leitung kommt.

Zum Abwaschen habe ich mir inzwischen auch angewöhnt, das Wasser im Wasserkocher zu erhitzen und dann kaltes Wasser dazu laufen zu lassen. Ob es das jetzt bringen wird, weiß ich noch nicht genau. Jemand meinte mal zu mir, dass der Verbrauch bei viel Hitze in kurzer Zeit ähnlich hoch sei, wie bei weniger Hitze und mehr Zeit. Werde ich dann ja sehen bei der nächsten Abrechnung.

Was habe ich noch so probiert? Ich habe mir einen Toaster angeschafft und bin überzeugt davon, dass ich dadurch jetzt noch „Glück“ bei der relativ geringen Erhöhung von nur 4 Euro hatte. Die Preise waren eh angestiegen.
Früher habe ich nämlich nicht nur viel im Elektrobackofen zubereitet, sondern auch mein Brot darin getoastet und gebacken, ich Umweltschwein. Und ich liebe Aufläufe und überbackenes Essen.

Der Ofen ist auch nicht mehr der aller jüngste und ich vermute, dass auch er ziemlich viel Strom verbraucht. Ich kann jedem, der es sich aussuchen kann, nur ans Herz legen, über einen Gasofen nachzudenken. Erhitzt viel schneller und ich hatte in meiner früheren Wohnung einen wesentlich niedrigeren Stromverbrauch und das Gas war nicht so teuer. Hier habe ich jetzt eine Einbauküche. Hat alles Vor- und Nachteile…

Dass man im Winter lieber 3 mal am Tag kurz richtig durchlüftet, statt bei laufender Heizung das Fenster zu kippen, ist ja ein alter Hut. Und was das Heizen betrifft, habe ich echt Glück. Ich habe Parkettboden, der auch im Winter immer irgendwie warm ist, sowie super Isolierfenster. Und wenn ich die Heizung anmache ist es binnen 10 Minuten mollig warm. Die Heizung über Nacht anzulassen habe ich mir abgewöhnt, auch im Bad mache ich sie Nachts aus, nachdem ich im letzten Winter erstmals durchgeheizt und eine Nachzahlung von fast 250 Euro hatte. Bei Heizungseinstellung auf Nachtbetrieb, das muss man sich mal vorstellen!

Ich habe vor, mir ein Strommessgerät bei meinem Stromanbieter auszuleihen, oder vielleicht kauf ich mir eins im Baumarkt. Das kann man zwischen Gerät und Steckdose anbringen und so ganz konkret erfassen, wie viel jedes einzelne Gerät verbraucht. Wie gesagt, mit den üblichen Stromspartips bin ich noch nicht wirklich weiter gekommen. Da muss ich jetzt aber echt mal ein wenig hinterher sein.

Mein Laptop ist den ganzen Tag an und da ich zu Hause arbeite, lege ich die Hälfte meiner Energiekosten einfach mal auf meinen Job um. Damit ist meine Rechnung zwar hoch, aber wenn man’s genau nimmt, eben auch wieder „normal“.

Leider kann ich inzwischen nicht mehr sagen, mein Stromverbrauch ist mein einziger Luxus… das ist zwar ne nette Idee, aber irgendwie passt es nicht in diese Zeit, finde ich. Ab einem gewissen Verbrauch macht auch der Wechsel zu einem reinen Ökostromtarif totalen Sinn, die sind inzwischen genauso günstig –oder teuer, wie der Strom aus nicht erneuerbaren Quellen. Also, hin zu Lichtblick oder so. Das wäre auch noch eine Möglichkeit, mich angesichts des hohen Verbrauches etwas besser zu fühlen.

Falls irgendjemand noch eine tolle Idee hat, wie man seine Energiekosten wirklich erheblich senken kann – eine Idee, die sich auch als Mieter ohne große Investitionen umsetzen lässt- immer her damit!

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Darum ging es im Beitrag:
    strombedarf stereoanlage | Wie groß muss ein Wasserzähler für 10 Familienhaushalt sein | bin ich eine Umweltsau? |

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1 Kommentar

  1. Wärmepumpen Meister sagt:

    Hi, das ist ja super, was Du da alles versuchst. Und das dann auch noch so super dokumentierst. Mir wäre jetzt als Ergänzung noch der Kühlschrank eingefallen. Kühlschränke sind doch in Energiespar-Kategorien unterteilt, wenn ich mich nicht irre. Coole Idee mit dem Strommessgerät. Das hatte ich auch mal im TV gesehen. Gibt’s glaube ich auch in Verbraucherschutz-Zentralen zum ausleihen.