Soldaten nur Kanonenfutter Luftangriff auf Tanklastzüge





Gerade lese ich die Meldung, dass die Taliban jetzt offensichtlich zurück schlagen. Es gab einen Anschlag auf den Flughafen in Kabul. Die Taliban soll sich bereits zum Anschlag bekannt haben.  In mir schäumt die Wut in den letzten Tagen immer höher!
Seit dem unglücklichen Luftangriff auf die beiden Tanklastzüge in Kunduz steht Deutschland mal wieder im Fadenkreuz der Vorwürfe. Merkel muss sich entschuldigen und sichert eine lückenlose Aufklärung zu.  Aber ist das auch gerechtfertigt? Ich finde nein ! Seit 2002 beteiligt sich die Bundeswehr an der NATO-geführten ISAF-Mission. Und meiner Meinung nach ist diese Mission bis jetzt eine absolute Lachnummer geworden. Unsere Männer sind dort aggressiven und mordlüsternen Gegnern ausgesetzt, die keinen Tag davor scheuen, Zivilisten und Familienväter, die in friedlicher Absicht in ihrem Land sind, mittels Selbstmordattentaten in den Tod zu reißen. Dürfen sie sich wehren? So gut wie nie. Das kann doch nicht gut gehen, wenn man eigentlich machtlos ist!
Das kann ich nur zu gut mit meiner Familie vergleichen: Wenn ich mich meinen aufbegehrenden Kindern gegenüber nicht durchsetzen kann und immer nur lächelnd zuschaue, dann brauche ich mich nicht wundern, wenn irgendwann Amokläufer daraus werden. Und wenn ich einem Hund keinen Gehorsam beibringe, dann wird er vielleicht irgendwann ein unschuldiges Kind zerfleischen.
Genauso – nur noch viel dramatischer – verhält es sich doch auch mit diesem Afghanistan-Einsatz. Sind unsere Soldaten denn nur Kanonenfutter?

Das ist so typisch für das Ausland. Die bösen Deutschen, die haben ja damals schon gezeigt, wie schlecht sie sind, welche Völkermörder und jetzt machen sie das wieder. Diese schlimme Vorgeschichte, die werden wir nie los. Egal, wie sehr wir uns bemühen. Beim kleinsten Fehler zeigen alle wieder mit dem Finger auf uns. Damals, der Holocaust und die Juden, … Ich kann es nicht mehr hören! Wer bitte stellt die Russen und die Tschetschenen mal an den Pranger? Oder China und die Tibeter? Nein, immer sind wir es! Das k… mich an!

Das Einzige, was nun in Afghanistan beklagt wird, sind die vielen zivilen Opfer. Das ist auch wirklich eine Katastrophe. Aber ich hätte genauso entschieden! Man stelle sich vor: Da rasen zwei Tanklastzüge auf das Militärlager zu, es drohen Hunderte von Soldaten durch solch einen Selbstmordanschlag zu sterben. Da bleibt einfach nicht mehr sehr viel Zeit für eine Entscheidung. Ich verstehe den Kommandanten, dass er eine Drohne zur Aufklärung geschickt hat und dann den Feuerbefehl gab. Verdammt noch mal, dort herrscht Krieg und kein Weinfest. Es geht um Leben und Tod! Und dass diese abgebrühten Talibananhänger die Zivilisten herangelockt haben, weil sie wussten, dass diese das kostbare und kaum zu beschaffende Benzin brauchen und weil sie gleichzeitig wussten, dass ein Abschuss unmittelbar bevorstand, das finde ich das eigentliche Drama an dieser Geschichte. Die Taliban wollte sich meiner Meinung nach Zeit verschaffen, um die LKWs wieder flott zu kriegen, damit sie dann den Anschlag ausführen können.

Das mag aufhetzerisch klingen, aber ich finde die Entscheidung nach wie vor richtig. Wenn ein Flugzeug nicht mehr manövrierfähig ist und droht, über Stadtgebiet abzustürzen, dann wird es auch vorher kontrolliert abgeschossen. Diese Zivilisten, oder Zivilisten, die einem Selbstmordanschlag in Afghanistan zum Opfer fallen, die sind bestenfalls ein oder zwei Schlagzeilen wert, bevor sie in Vergessenheit geraten. Aber hier wurde wieder Futter gefunden, um den Deutschen Vorwürfe machen zu können.

Letztlich glaube ich, dass das eine Retourkutsche der Amerikaner ist, weil Deutschland auch schon oft den Zeigefinger erhoben hat, wenn die Amerikaner schnell mit Bombardements reagiert haben. Um die Zivilisten geht es hier eigentlich niemandem, sondern um Machtspielchen. Wenn man sich nicht mehr verteidigen darf, dann ist spätestens der Zeitpunkt gekommen, den Sinn dieser Mission in Frage zu stellen und unsere Soldaten endlich nach Hause zu holen!

Das musste ich mir jetzt einfach mal von der Seele schreiben!

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2 Kommentare

  1. Rainer sagt:

    Hallo,
    zu diesem Angriff habe ich auch gebloggt. Falls es von Interesse ist:

    Grundsätzlich möchte ich folgendes zu deinem Artikel konkret schreiben: Ja, die Taliban sind vermutlich zum größten Teil komplett verrückte Fanatiker, denen ich nicht einmal die Hand geben würde.
    Die entscheidende Frage ist aber eine andere: Was hat der Westen in Afghanistan zu suchen? Im Übrigen hält sich mein Mitleid mit den Soldaten in Grenzen: Die haben sich verpflichtet und sollten wissen, welches Risiko sie eingehen. Im Gegensatz dazu können es sich zB Russen nicht aussuchen, ob sie ihren freiwilligen Zwangsdienst irgendwo gemütlich in einer Kaserne aussitzen können oder in einem Krisen- oder gar Kriegsgebiet um ihr Leben fürchten müssen.

    Für mich gibt es nur eine Lösung der ganzen Problematik: Raus aus Afghanistan! Die westlichen Truppen haben dort heute genau so wenig wie vor 8 Jahren verloren.

  2. suse sagt:

    was machen die deutschen truppen überhaupt in afghanistan?

    nach dem 2. weltkrieg hieß es, dass deutsche nie wieder eine waffe in die hand nehmen sollen, dann wurde die bundeswehr zur reinen verteidigung des landes ins leben gerufen, mittlerweile tummeln sich deutsche soldaten an mehreren stellen in der welt.

    es gibt keinen grund für deutsche dort zu sein, wenn man vielleicht die rüstungs- und finanzpolitischen aspekte nicht beachtet.

    achso, noch eine frage: wenn ich in jungen jahren eine grauenhafte tat begangen habe, mich dann 1000mal dafür entschuldige, darf ich dann heutzutage wieder etwas falsches machen, bei dem menschen zu schaden kommen, ohne dass andere dazu etwas sagen dürfen?

    gruß suse