Social Media: Probieren Sie das „Paying it Forward“-Prinzip aus



Sinn und Zweck von Social Media



Es gibt auch heute noch Unternehmen, die zwar lange schon den Ruf der Sozialen Medien hören, die jedoch die Sprache noch nicht verstehen und zu interpretieren wissen, die Facebook, Twitter, die Blogosphäre & Co. zwischen den Zeilen sprechen. Das ist nicht weiter schlimm, wir sind ja alle auf dem Weg und vielleicht kann ich den ein oder anderen ja inspirieren, mal ganz anders auf die Dinge zu blicken, die ihm normalerweise Bauchschmerzen bereiten.
Ich widme den Artikel all den Unternehmern, die sich grad fragen, was „Social Media“ eigentlich soll. Am liebsten würde ich Ihnen hier versprechen, dass Sie, wenn Sie bis zum Ende weiterlesen, einen Schritt weiter sind. Da ich jedoch weiß, dass alle Menschen verschieden sind, wage ich lediglich die Behauptung, dass Sie am Schluss des Artikels zumindest ein Auge aufgemacht haben werden und sei es nur mal ganz kurz zwischendurch.

Ich nehm Sie mal mit nach ganz Oben, nach ganz Unten und eines, das kann ich vielleicht doch versprechen: Sie werden das Kribbeln spüren. Und darum geht man schließlich auf die Achterbahn, oder? Dann kann man immer noch entscheiden, ob es reicht, oder man noch eine Runde mehr will.

Also, bitte schnallen Sie sich an, verstauen Sie den Inhalt Ihrer mentalen Taschen. Es geht los!

Manche Unternehmen sind schon auf Social Media Marketing Autobahnen unterwegs, allerdings vielfach wie ein Geisterfahrer, dem erst nach dem Auffahren auf die Autobahn mit Schrecken auffällt, dass er in der falschen Richtung unterwegs ist. Rechts ranfahren ist da dann wohl die einzige Maßnahme, die größeren Schaden verhindern kann. Das mal vorweg.

Ich, Social Media Nutzerin, WILL z.B. einfach KEINE Google Werbung für Technica Moonboots auf meinem Bildschirm sehen, wenn ich grad wochenlang ergoogelt habe, dass es WELTWEIT Lieferschwierigkeiten gibt. ICH WILL DIESE WERBEEINBLENDUNGEN mit geilen Moonboots in allen Farben NICHT SEHEN!!! Denn sie Quälen mich, wenn ich sie nicht irgendwo herbekomme und mittlerweile hasse ich Technica Moonboots – aus tiefstem Herzen: ich werd mir um’s Verrecken keine mehr kaufen! Ja. Genau. Wegen der Google-Werbung, die mich bei jedem Surf genervt hat, weil –was weiß ich- Google oder der Marketer- es nicht draufhatte, die Werbung zu stoppen –BIS WIEDER MOONBOOTS ON THE STOCKS sind.

Tragisch, oder!?

Ich wollte bis zu 100 Euro auf den Tresen legen für die Stiefel, die bis -35°C meine Füße warmhalten würden. Jetzt bin ich ein Moonboots-Hasser, habe mir bei Deichmann 2 Paar billige Schaffell-Einlegesohlen geholt und meine Winterstiefel sind vollkommen ausreichend.

Das mit den Mooboots ist nur EIN Beispiel für Social Media Markting – wie man es meiner Meinung nach NICHT angehen sollte, wenn man gerne neue Kunden finden und auch wiedersehen möchte. Es ist zwar ein Beispiel mit Google-Werbung (vielfach in Blogs zu finden), allerdings ist der Effekt ähnlich, wenn ein Unternehmen bei Facebook die Welle macht, aber auf persönliche Ansprache von „Freunden“ nicht reagiert, weil „ein Handlanger“ die Facebookseite täglich mit Fließbandposts füttert, aber – Handlangerlike eben- keinerlei Befugnisse hat, mit den „Fans“ zu reden und „die da Oben“ keine Muße haben, weil sie die Dollars zählen müssen, die sie durch Google-Werbung eingenommen haben…

Das Herz der Sozialen Medien schlägt durch persönlichen Einsatz – nicht durch blinden Aktivismus

Wenn sich nicht hurtig-hurtig kommerzieller Erfolg einstellt trotz SM Maßnahmen, dann könnte das bedeuten, dass man besser mal rechts ranfährt, um zu schauen, was los ist. Ich will hier niemanden Spezielles Erwähnen, man kennt das ja, da beschweren sie sich nachher nur wieder die SM-Extremisten…:-).

In einer Diskussion bei xing.com wurde dieser Tage in einer Gruppe die Frage gestellt, ob Social Media Maßnahmen generell unwirksam sein könnten. Social Media sei möglicherweise einfach nur eine Modeerscheinung und „die Sau, die durch’s Dorf getrieben wird“ ohne wirklich zu verkaufen.

Ich habe grad den Thread grad mal Quergelesen und finde es richtig gut, dass Unternehmer auf der xing.com Bühne einen Dialog über den Sinn und Nutzen von Social Media (Maßnahmen) führen! Von Leuten, die der Meinung sind, SM Maßnahmen seien der Mühe nicht wert, über solche, die kontinuierlich neue Kunden finden in den Sozialen Medien: es ist von allem was dabei.

Nicht Social Media ist die Sau, die nicht verkauft – Es sind die Unternehmen selbst und die Sozialen Medien sind das Dorf, nicht die Sau

Ich persönlich bin ja der Auffassung, dass es kurzsichtig wäre, Social Media Maßnahmen per se als unwirksam abzutun, nur weil man selbst vielleicht noch nicht ganz raus hat, wie die Sozialen Medien funktionieren. Und wer den „Aufwand“ bei Twitter, Facebook oder xing.com am Start zu sein ausschließlich -besonders zu Beginn seiner Social Media Aktivitäten- gegen seine Einnahmen in die Waagschale wirft, ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht richtig in den Sozialen Netzwerken. Ich behaupte mal, so jemand hat leider nicht erfasst, was Social Media im Kern ist. Aber dazu komme ich später noch.

Wenn man „Marketing“ in den Sozialen Medien machen möchte, dann sollte man schon wissen, wo des Pudels Kern liegt in Sachen der Plattformen, die er sich ausgesucht hat. Finanzielle Nöte können m.E. ganz schön stressen, sollten oder müssen aber nicht unbedingt die eigene Kreativität ersticken.

Und: ich werde hier niemandem den „Masterplan“ Social Media Marketing“ unterjubeln. Ich will Sie nur ein Bißchen Kitzeln, damit sie wieder mal Lächeln bei Facebook!

Alles eine Frage der Haltung

Den Begriff „Social Media Marketing“ würde ich am liebsten durch „Social Marketing “ ersetzen. Ersteres ergibt sich aus Zweiterem, ich persönlich habe jedenfalls sehr gute Erfahrungen damit gemacht, die Dinge mal ganz anders zu betrachten, als es einem so manches Vermarktungslehrbuch erzählen will.

Die aktive Teilnahme von Unternehmen und ihren Mitarbeitern in Social Networks ist m.E. eine Ergänzung zu alten Wegen. Vielleicht kein Ersatz für klassische „Kundenansprache“ oder Werbung & Co. Allerdings passieren die größten Wunder, wenn man grad am wenigsten damit rechnet, sondern einfach mal nur „was Nettes“ macht, um anderen Usern den Tag zu erhellen, wenn man schon mal da ist…schon mal drüber nachgedacht????

Die Teilnahme in Social Netzworks ist für Unternehmen und ihre Mitarbeiter, wie die Party vor Weihnachten oder der Betriebsausflug, wie die Messe, bei der man Abends mit Branchenkollegen in einer Bar einen Cocktail schlürfen geht oder wie das Grillfest beim Nachbarn, bei dem man seine zukünftige Braut oder einen potentiellen Kunden kennenlernt, weiter nichts.

Man lernt sich abseits des Arbeitsalltags kennen, stellt vielleicht Gemeinsamkeiten fest, Sympathien und das ist m.E. das Herzstück der Sozialen Medien: menschlicher Kontakt. Wer mal eben schnell ganz unpersönlich eine Werbebotschaft an 4000 Wände von Kontakten, Followern oder xing.com Kontakten werfen will, um so mit möglichst kleinem Aufwand möglichst viel Profit von dem einzuheimsen, was „hängenbleibt“, der wird sich auch weiterhin schwer tun, in den Sozialen Medien Kunden kennenzlernen, die auch längerfristig Lust auf Kontakt haben.

Eine Überprüfung der eigenen Einstellung und Motivation, zu SM und vor allem zu anderen Menschen, könnte ein Anfang sein, hier etwas zu verändern :-) .

Social Media – Ein Lernprozess für Menschen UND Unternehmen

Wir lernen alle ständig dazu und das auch noch, während sich die Welt immerzu dreht, eiert, während Soziale Netzwerke sich verändern und eine Eigendynamik entwickeln, die kein SM-Berater auf zehn Jahre ganz genau prognostizieren kann – wie man an den derzeitigen Revolutionen in der Arabischen Welt sehen kann, die durch die weltweite soziale Vernetzung der Menschen enormen Schwung erfahren haben. Denn: Soziale Medien entwickeln sich weiter, weil sich Menschen und Gesellschaften weiterentwickeln. The Wheel always turns und Technologien sind da nur Werkzeuge im universellen Reigen.

Social Media Marketing Maßnahmen, die gekünstelt oder ausschließlich mit dem Bewusstsein der ALTEN Vermarktungsschule in der TKP  -Sprache daher kommen, werden nicht mit dem Bewusstsein der Menschen schritthalten, die das Netzwerk ausmachen, in dem man sich als Unternehmer herumtreib. Und es sind Menschen, die Social Media in erster Linie ausmachen. Basta.

Weder das Internet noch die Soziale Medien sind von einem Marketer erfunden worden, sondern natürlich entstanden, weil Menschen spielerisch waren, ein Bißchen verrückt, kauzig oder originell. Und: weil sie sich mit anderen vernetzen wollten – als Menschen. Fragen Sie mal nach den Motiven Mark Zuckerbergs, dem Erfinder von Facebook :-) .

Und auch im Geschäftsleben haben wir es erstmal mit Menschen zu tun, die Wege suchen, sich zu unterhalten: auf dem Marktplatz der Möglichkeiten im Idealfall.

Wir leben in einer Welt, in der die meisten neue Technologien, Dienstleistungen und Produkte in erster Linie entstehen und erfolgreich werden, weil und wenn sie diesen Trend zur Vernetzung und dem globalen Zusammenrücken unterstützen, oder? So beobachte ich das jedenfalls seit den Anfängen von Facebook und co. Und vielleicht braucht man ja als Unternehmer einen kleinen Anschubser, um sich die Fragen zu stellen, die einen zu den Richtigen Antworten hinsichtlich Social Media Erfolg führen….

Integration von Social Media Maßnahmen in den Marketing Mix werden sicher die alten Wege nicht verdrängen, können jedoch einen ganz wichtigen Beitrag leisten, dem Business das Herz zu öffnen und Kunden zu begeistern, die einem dann freiwillig folgen… den Menschen, nicht der Marketingstrategie. Vergesst die KundenBINDUNG – es fühlt sich viel besser an, wenn Leute freiwillig bei einem einkaufen und Werbung für einen machen, als wenn man Sie mit Moonboots-Werbung auf jeder Webseite ganz kirre macht!

Wer nur über Kunden-Bondage nachdenkt und dieses mit den alten Hardcore Tools erreichen will, der ist in meinen Augen ein SM-Anhänger aber kein sozialer Marketer.

So und jetzt bitte festhalten…gleich kommt der Looping!

Tipblog-Tipp: Bettlektüre für müde Social Media Marketer – Die 95 Cluetrain-Thesen

Jedem Unternehmer, der sich mit der Natur von Social Media und der menschlichen Substanz dieses Phänomens befassen will und keine Angst hat, vielleicht auch eigene Fehler erkennen zu müssen, jedem, der die Bereitschaft mitbringt, seine eigene Haltung zu überprüfen in Sachen Social Media, und sich fragt, warum es –verflixt nochmal einfach nicht klappen will mit seinen Social Media-Aktivitäten, dem rate ich, die neunschwänzige Werbepeitsche mal aus der Hand zu legen und empfehle allerwärmstens das bereits seit 1999 existierende Cluetrain-Manifest als Bettlektüre. Grins :-)

Doch Vorsicht! Die Thesen in diesem Manifest sind schnell gelesen. Aber: je nachdem, wie man tickt und wie selbstreflektiert bzw. selbstherrlich man ist, wird man entweder zum Kopfnicker angesichts der Erkenntnis ihrer Richtigkeit, oder nicht. Ich würd fasst sagen, dass man das Herz öffnen muss, um ihren Sinn zu erfassen, nicht unbedingt den Kopf oder die Schreibtischschublade, in der die Rechenmaschine liegt.

Die 95 Thesen im Cluetrain-Manifest http://www.cluetrain.com ( Deutsche Version ) kommen hoch subjektiv und persönlich daher und ich habe große Hoffnung, dass die meisten Unternehmer mit dem Kopf nicken werden, wenn -ja wenn- sie aus ihren menschlichen Augen lesen und nicht durch die Brille der Verkaufszahlen vom vergangenen Jahr.

Vor 10 Jahren mag so mancher Marketer der alten Schule noch drüber gelacht haben. Aber diejenigen, die in dem Spirit, den die Autoren dort anregen, sowieso unterwegs waren oder nach dem Erwachen heute so unterwegs sind, sind die Gewinner der Gegenwart in den Sozialen Medien. Und ich denke, sie sind auch die Gewinner der Zukunft, in der Soziale Netzwerke Unternehmen sagen, wo es lang geht, und nicht umgekehrt. Wer kein Interesse daran hat, was die Menschen auf dem Sozialen „Marktplatz“ wollen, was sie bewegt (Revolutionen) und was sie daneben finden, der begibt sich im Social Media eher in Gefahr mit seinem Unternehmen, als auf den Weg zum großen kommerziellen Wurf. Das ist meine Meinung.

Beispiel Paolo Coelho, Bestseller-Autor und bekennender Social Media-Fan

Der Buchautor Paolo Coelho , hat für mich persönlich das kostenlose „Sharing“ im Web zum Kult erhoben und mit Großzügigkeit auch sicher die Kasse klingeln lassen.

In Russland ließ sein alter Verlag ihn wegen mangelnder Nachfrage nach seinen Büchern fallen. Parallel zum neuen Verlag, den er sich suchte, stellte Coelho das ins Russische übersetzte Buch unter großem Protest seines Verlage auf einer eigenen „Piratenseite“ (die es übrigens bis heute gibt) ins Web und die Leute rannten in Russland danach dem Verlag die Bude ein, wegen dieses im Internet KOSTENLOS zum Download zur Verfügung stehenden Werkes, weil sie gerne ein gedrucktes Exemplar davon haben wollten !

Über 4,2 Millionen Follower bei Facebook und Millionen Leser in seinem Web-Blog hat er seit 1996 für sich gewonnen.

Zigtausende Kommentare generiert der Mann, manchmal täglich, wenn er seine Kurz-Videos oder die fast täglich geposteten 20-Seconds-Reading-Texte zu Themen des aktuellen Zeitgeschehens oder zur menschlichen Natur ins Netz stelle.

Millionenfach gelesen, gelobt, geliebt und weiterverbreitet wird das, was er raus lässt. Und glauben Sie mir, das ist nicht nur Kommerz oder bloß „gutes Karma“, er musste damit nicht anfangen, um Geld zu machen, oder seine Bücher zu verkaufen. Er hat einfach nur festgestellt, dass es sich lohnt, mit seinen „Kunden“, Lesern, den MENSCHEN da draußen in Dialog zu treten: weil auch er davon inspiriert wird, was von Millionen Lesern seiner Social Media Beiträge (und Bücher natürlich) an Feedback zurückkommt.

Warum ich Ihnen mit einem solch erfolgreichen Social Media Beispiel komme? Weil ich mir –hoffentlich nicht im Gegenteil zu Ihnen selbst- vorstellen kann, dass auch Sie einen Beitrag dazu zu leisten haben, dass die Welt ein Bisschen schöner wird!

Fangen Sie einfach mal beim nächstbesten Menschen an, der Ihnen auf der Facebook-Avenue oder dem xing.com-Boulevard über den Weg läuft und probiere sie das „ Paying it Forward “-Prinzip aus! Es lohnt sich.

DAS ist meiner Auffassung nach der wahre Sinn und Zweck von Social Media.

Andere Menschen zu inspirieren, ihnen Mut zu machen in ihren alltäglichen, menschlichen und geschäftlichen Struggles oder ihnen den Kick des Tages zu schenken mit einem freundlichen oder inspirierenden Kommentar, ist möglicherweise nur 95-Thesen und ein klein wenig Demut angesichts ihrer Lehrer -den MENSCHEN in den Sozialen Medien- entfernt.

Wahrscheinlich müssen Sie insbesondere in der Anfangszeit mit der neuen Haltung die Quid pro Quo  -Ebene verlassen und geduldig und großzügig sein. Doch lohnt es sich, sich auf den Weg in ein neues Business- und damit auch Social Media Marketing-Bewusstseins zu machen, in dem es nicht heißt: was kannst DU für mich tun? Sondern: wie kann ich DIR in deinem alltäglichen Leben weiterhelfen?

Es ist die Zeit der Service Economy – und wer das noch nicht wusste, dem verkünde ich es jetzt!

Binden Sie eine Woche lang das, was Sie zu geben haben als Mensch, mal NICHT an eine Gegenleistung. Ich bin sicher, Sie werden Wunder erleben! Die UnbedingtUmsatzmachenwollen-Brille mal eine Runde abzusetzen und dafür die Menschen-Brille aufzusetzen, bevor man sich bei Facebook oder Twitter einloggt, kann den ganzen Unterschied machen.

Think about it, open your heart and enjoy the Social Media Experience!

Sie dürfen jetzt die Sicherheitsgurte wieder öffnen :-)

[teilen]

Wer hat`s geschrieben ?

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Darum ging es im Beitrag:
    content | pay it forward münchen | pay it forward 2013 Facebook wer hat es erfunden |

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