Selbstmord heisst Suizid-Mode bei France Telecom





Motive für Selbstmord  Mitarbeiter bei France Telecom sein, 25 Selbstmorde seit 2008!

Stell dir vor, du gehst arbeiten und wenn du ankommst, ist wieder ein Kollege tot. Tot, weil er sich das Leben genommen hat! Das ist die traurige Situation bei France Telecom in den vergangenen Monaten. Fast jeder Mitarbeiter kennt einen im Unternehmen, der sich das Leben genommen hat oder es zumindest versucht hat.

In den Abschiedsbriefen wird als Motiv immer wieder die Angst vor dem Jobverlust genannt. Teilweise sind Mitarbeiter vor den Augen ihrer Kollegen aus dem Fenster des Bürogebäudes gesprungen und die verbleibenden Mitarbeiter müssen tagtäglich an den Stellen vorbeilaufen, auf denen die Kollegen aufgeprallt und verstorben sind.

Die Unternehmensführung hat die erhöhte Selbstmordrate ihrer Mitarbeiter mittlerweile auch erkannt und versucht, Lösungen zu finden. Sagt sie zumindest. Bis auf die Tatsache, dass Umbaumaßnahmen verschoben wurden, ist noch nicht viel geschehen.

Die 186.000 Angestellten haben die blanke Angst um ihre Jobs. Seit der Wirtschaftskrise wir an allen Ecken und Enden gespart und wegrationalisiert. 20.00 Stellen sollen weg fallen, 7.000 Mitarbeiter sollen alle drei Jahre versetzt werden. Der Druck auf die Mitarbeiter wächst permanent, ehemalige Techniker müssen im Kundenservice im Callcenter arbeiten, es geht nur noch um Umsatz ohne Rücksicht auf Verluste.

Nachdem sich nun der 25. Mitarbeiter umgebracht hat, hat das Unternehmen „reagiert“ und einen Fragebogen entwickelt. Schlappe 177 Fragen, teilweise höchst intim: „Weinen Sie leicht?“, „Trinken Sie Alkohol?“, „Nehmen Sie Drogen?“.

Das i-Tüpfelchen ist aber der France Telecom Chef Lombard. Er bezeichnet die Selbstmorde als „ansteckend“ und erfand das Wort „Suizid-Mode“. Viel kälter und perverser geht es ja gar nicht mehr!

Er hat sich dafür zwar entschuldigt, aber die immer lauter werdenden Rücktrittsforderungen gegen ihn kann auch er nicht mehr überhören. 2008 war er noch Mannager des Jahres in Frankreich.

Immerhin hat die Gewerkschaft die Mitarbeiter dazu gebracht, sich mittlerweile lautstark zu wehren, mit Streiks gegen Kündigungen zu protestieren. Bringen wird das nicht viel, aber vielleicht hält es den ein oder anderen von Selbstmordabsichten ab, wenn er seiner Angst lautstark Luft machen kann, als diese alleine für sich ausmachen zu müssen.

Es muss einfach ein grausames Gefühl sein, wenn man in einem Unternehmen arbeitet, in welchem ein Menschenleben nicht einen Pfifferling wert ist!

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Darum ging es im Beitrag:
    erhöhte selbstmordrate an bestimmten orten | selbstmord kollege | selbstmord mitarbeiter -foxconn |

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2 Kommentare

  1. Jan sagt:

    Abgesehen von den abartigen Verhältnissen in diesem Unternehmen frage ich mich allerdings, warum der drohende Jobverlust solche Reaktionen bei einzelnen Mitarbeitern hervorruft.

    Kann es das wert sein, deswegen sein Leben so wegzuwerfen?

    Hätten alle im Osten der Republik nach den gigantischen Betriebsschließungen nach der Wende genauso gehandelt, wäre die Region jetzt entvölkert…

  2. Gelinda sagt:

    Ich denke mir, daß die Meinung unter den Mitarbeitern verbreitet sein wird, daß die, die wegrationalisiert werden, eh nix wert sind, sie seine selber schuld und es geschehe denen gerecht, daß sie aussortiert werden.
    Wenn es nun einen solchen Mitarbeiter selber trifft, daß er aussortiert wird, wird er das als Konsequenz ansehen, da er ja offenbar sowieso nix kann und so keine Existensgrundlage hat.
    Seid also vorsichtig mit euren Verallgemeinerungen und Pauschalvorverurteilungen, es kann euch selber total unberechtigt treffen, ist ist nun mal so, daß aussortiert wird auch wenn die Gründe dafür aus den Fingern gesogen oder an den Haaren herbeigezogen werden!
    Schafft miteinander ein Klima der Solidarität und es gegenseiteigen Verstehens. Einer muß den Anfang machen. So Tu DU es!