Schmerzensgeld wenn der Friseur patzt





Im letzten Jahr hatte ich mir zum ersten Mal in meinem Leben die Haare auf 14mm kurz scheren lassen. Das war ein Spontanentschluss zum Frühlingsbeginn beim Friseur. Er hatte auf meinen Wunsch schon mit dem Kurzschneiden begonnen, als ich dachte, Mensch, da kann er auch die Schermaschine nehmen. Gesagt getan. Längste Einstellung 14 mm und ab dafür.

Meine Haare waren vorher ziemlich lang gewesen und ich hatte manchmal sogar Perücken an meinen Haaren, um sie noch länger aussehen zu lassen. Ich hatte aber schon länger mit dem Gedanken gespielt, sie mir mal richtig kurz schneiden zu lassen. An dem Tag fiel es mir dann ganz leicht. Ich fand, dass ich danach wie eine tibetische Nonne aussah, lustig. Es fühlte sich super an, ohne die langen Haare und ich hab mich selbst gewundert, dass mir jeder Komplimente machte. Das war ja eigentlich keine Frisur, sondern ein echter Kahlschlag.

Inzwischen sind meine Haare wieder gewachsen. Ich gehe regelmäßig zum Nachschneiden und bin seit der 14mm Aktion in dem Salon berühmt. Dauernd erzählt mir einer der Friseure, wie er wieder einer Kundin, die Angst vor der Schere hatte, die Geschichte mit der todesmutigen Frau erzählte, die sich traute, sich die Haare militärisch kurz schneiden zu lassen.

Seit einigen Monaten nun denke ich darüber nach, ob ich mir die Haare ultrablau färben lasse. Richtig Farbe hatte ich noch nie. Einziges Problem: meine natürliche Haarfarbe ist dunkelbraun und wahrscheinlich müsste man erstmal extrem blondieren. Zweites Problem: mir wurde schon vor ein paar Jahren beim Friseur gesagt, dass man bei sehr dunklem Haar nie ganz sicher sein könnte, ob nach dem Blondieren und Färben tatsächlich die Farbe rauskommt, die man wollte. Könnte als bei blau durchaus auch grün werden. Damit könnte ich eigentlich nicht leben.

Mal abgesehen von dem Risiko mit der verfehlten Farbe macht das mehrfache Blondieren die Haare auch ganz schön kaputt. Ich hatte mir mal vorgenommen, die Haarspitzen pink zu färben und mir selbst das Blondierzeug in einem Friseurbedarfladen geholt. Nach der dritten Entfärbung (meine Haarspitzen waren hellgelb) habe ich dann aufgegeben und das pinke Färbemittel in den Sondermüll katapultiert.

Für so eine Aktion würde ich dann doch am liebsten zum Friseur gehen. Doch ich las jetzt, dass auch Friseure manchmal Mist bauen. Da hatte einer bei einer Kundin im Rahmen einer Blondierung die Kopfhaut so verätzt, dass die Frau danach eine große kahle Stelle am Hinterkopf zurück behielt. Nachwachsen unmöglich. Die Kundin hat geklagt und ihr wurden schließlich 5000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die kahle Stelle nur sichtbar war, wenn man die oberen Haare hoch machte.

So wie es momentan ausschaut, werde ich wohl weiter meine natürliche Haarfarbe behalten. Bei mehr als 4 Mal Blondieren kann sicher einiges schiefgehen. Keine Lust auf kahle Stellen, auch nicht für 5000 Euro.

Ich freu mich jetzt erstmal auf Karneval. Da kann ich eine Woche lang die ultrablaue Perücke anziehen, die ich gerade gekauft habe. Und wenn mir danach ist, trage ich die auch so mal auf einer Party. Es muss ja nicht immer gleich alles für immer sein. Und wer weiß, wie ich blaugefärbte Haare nach den ersten 4 Wochen gefunden hätte.

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