Satirischer Weckruf: „Ein Pfund Katastrophe bitte.“



Darf’s auch ein Bisserl mehr sein?



Ich erinnere mich noch dran, dass in meiner Kindheit alle paar Wochen die Sirenen ertönten. Das war in den 80er Jahren und man nannte das damals Probealarm. Es war ganz normal, man reagierte eigentlich gar nicht drauf, weil man ja wusste, dass es nur Probealarm ist, keine Atombombe weit und breit.

Solche Sirenen, die dann auf Schulen oder Feuerwehrwachen oder sonst wo standen, jaulen ganz schön, vielleicht hat man die deshalb ja abmontiert größtenteils.

Es scheint, als gäbe es in Deutschland (derzeit auch unter dem Namen „Schland“ bekannt) kein flächendeckendes Katastrophenwarnsystem mehr, dass so sicher wie die alten Sirenen die gesamte Bevölkerung „wecken“ könnte, sollten die Russen einmarschieren oder die Nordsee und Ostsee gleichzeitig über die Ufer treten.

Katastrophe
Weckruf @intuitivmedia.net

„SatWaS“: Weckruf per Satellitengestützte Bevölkerungswarnung

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz strickt weiter an einem Satellitenwarnsystem, das leider noch nicht so ganz funktioniert, wie man es gerne hätte. Wenn ein Ernstfall eintritt, wie z.B. dass Killergurken auf dem Großmarkt gesichtete wurden oder die Venus sich zwischen Erde und Sonne schiebt, können rein theoretisch jetzt schon TV- und Radioprogramme für Sondermeldungen unterbrochen werden, Presseagenturen sind auch angeschlossen und es wird getestet, ob man flächendeckend die Bevölkerung via Social Netzworks, Handy oder gar Rauchmelder warnen kann.

Das betreffende Bevölkerungswarnsystem an das bereits hunderte TV- und Radiosender angeschlossen sind, nennt sich „SatWaS“ (ich finde, das hört sich eher nach indischem Guru an!). Es ist seit 2001 im Einsatz, aber leider scheint es nicht alle Menschen in Deutschland zu erreichen, wenn’s mal brennt. Denn: manche Menschen schalten ihr Mobiltelefon ab und zu auch aus und es soll sogar Menschen in Deutschland geben, die ganze 10 Tage am Stück kein Telefon, TV oder elektronische Medien nutzen, weil sie die Zeit in einem Kloster verbringen, um für den Weltfrieden ihr Sein in Einklang mit dem Universum zu bringen.

Diese Menschen sind wahrscheinlich die am schwersten erreichbare Gruppe im Katastrophenfall, da sie sich quasi freiwillig eingeschlossen haben in einem unbekannten Retreat in der Vulkaneifel und nicht mitbekommen KÖNNEN, was das Amt für Bevölkerungsschutz twittert.

Die Polizeigewerkschaft fordert schnelle und flächendeckende Lösungen.

Katastrophenschutz 2.0: Differenzierte Information im Ernstfall

Den Ansatz, im Falle einer Katastrophe die Bevölkerung DIFFERENZIERT zu informieren, finde ich gut und zeitgemäß. Wenn eine Sirene heult, weiß man ja nur, dass Probealarm ist. Gerade die Verbreitung einer Warnung und Infos via elektronische Medien finde ich ziemlich interessant. Und ich denke mir, die sollten vielleicht Sirenen UND „SatWaS“ nutzen, vielleicht auch noch Remote Viewing und Telekinese, um wirklich alle Menschen zu warnen. (Wovor eigentlich noch mal?)

Jetzt gibt es im Falle der Eifel-Retreat-Besucher eine ganz neuartige Weckmöglichkeit aus nächster Distanz, die den Verantwortlichen beim Bevölkerungswarnamt quasi schon auf der Zunge liegt und die derzeit in verschiedenen Wohngebieten deutscher Innenstädte gestestet wird. Die Prognosen sind derzeit sehr viel versprechend.

Stadtreinigungs-Warnsystem bietet viele Vorteile

Warnsystem
Warnsystem @intuitivmedia.net

Während sich die Bevölkerungsschutzexperten den Kopf zerbrechen, wie sie mit Satellitentechnik flächendeckend die Bevölkerung wecken können im Ernstfall, hat eine kleine Delegation aus mutigen Kiez-Wissenschaftlern den Vorschlag eingereicht, man könne durch die Erhöhung der Fahrzeuge der Straßenreinigungsflotte (die mit den Bürsten unten dran) im Ernstfall flächendeckend alle Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit wecken.

Die Berechnung der benötigten Fahrzeuge müsse laut Experten proportional zur Einwohnerzahl angepasst werden. Derzeit ist man wegen der Lagerung von Bio-Sprit und der Erhöhung der Manpower für die Reinigungs-Warn-Flotte im Gespräch mit den Arbeitsämtern und mit Sponsoren, die auf Wunsch auch eine Spendenquittung erhalten können.

Bisher wurde die Straßenreinigungswarnflotte besonders samstags und feiertags morgens zu nachtschlafender Zeit getestet. Die Ergebnisse der Feldversuche sind gemäß den Erwartungen äußerst positiv: über 98% der anwohnenden Bevölkerung erwachten beim Einsatz der Reinigungsbürsten vor ihren Häusern binnen 30 Sekunden und sehr zur Zufriedenheit des Bundeswarnamtes blieben rund 50% der Probanden nach dem Einsatz der Reinigungswarnflotte „hellwach“.

inspired by: the Stadtreinigung and http://www.n-tv.de

[teilen]

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Darum ging es im Beitrag:
    satwas empfänger | wovor warnen sirenen | katastrophenschutz via social media |

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2 Kommentare

  1. Ernst sagt:

    Ich kenn das auch noch aus meiner Kindheit. Wir haben damals sogar Alarmübungen im Kindergarten gemacht. So weit ich das noch weis, gabs sogar verschiedene Töne für verschiedene Scenarien?!?
    Was die jetzige Lage anbelangt kann ich garnicht verstehen, warum sie die Sirenen abbauen. Leichter bekommt man die Bevölkerung nicht wach.
    Bei uns gibts auch noch eine Sirene auf der Dorffeuerwehr und wenn das Ding früh Morgens pfeift, dann ist was im Busch! Einmal hat sie in einem anderen Dorf Sa um 6 uhr gehäult. Ich hab da bei ner Freundin geschlafen. Wir waren alle Hellwach und haben dann die Jungs von der Feuerwehr während dem rennen anziehen sehen :)
    Bei uns im Dorf fährt bei einem Notfall auch die Feuerwehr mit Sirene und Lautsprecherdurchsage im Wechsel durch.

  2. Christian sagt:

    Ich hatte das fast schon vergessen – als Kind musste ich immer an den Film “Die Zeitmaschine” denken und es war etwas gruselig mit den Sirenenübungen jeden Samstag. Morloks, Eloi :-)