Prozeßauftakt im Fall MIRCO



Hauptverhandlungstermine der Strafkammern



12.Juli 2011 – Prozeßauftakt im Fall MIRCO.  Viele Augen richten sich auf Krefeld, denn heute beginnt im Krefelder Landgericht, der seit 25 Jahren größte Prozess am Niederrhein, gegen den Mörder des 10-jährigen Mirco aus Grefrath.

Polizeieinsatz

Mirco verschwand am 3.September 2010. Die darauffolgende Suchaktion unter der Leitung von Ingo Thiel war eine der größten, die je in der Bundesrepublik durchgeführt wurden. Die Soko ging dabei an die 9000 Hinweisen nach. Es wurden Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr, eine private Flugdrohne sowie mobile Röntgengeräte eingesetzt. Hundertschaften der Polizei durchsuchten immer wieder etliche Landstriche in der Umgebung rund um Grefrath in der Hoffnung den Jungen noch lebendig zu finden. Am 26. Januar dann die traurige Gewissheit: Mirco ist tot.

Nach 145 Tagen Fahndung wurde der bis dahin unauffällig lebende, 45-jährige Familienvater Olaf.H. aus Schwalmtal verhaftet. Dieser zeigte den Polizisten anschließend den Ablageort der Leiche.
In Krefeld muss er sich nun wegen Mord aus niedrigen Beweggründen, sexuellen Missbrauch und Freiheitsberaubung verantworten. Groß ist der Andrang vor dem Krefelder Gerichtsgebäude, den das Medieninteresse ist groß. Gleich zum Prozessauftakt gesteht er den Mord ( allerdings nicht im Sinne der Anklage ), stellt er sich dabei nicht den Fragen der Richter.

Sieben verschiedene Versionen gibt es vom Angeklagten zum Tathergang die durch den Vorsitzenden Richter vorgetragen werden. Hintergründe ( oder sollte man Abgründe schreiben ) und Angaben zur Persönlichkeit werden nun in den angesetzten 15 Verhandlungstagen versucht zu klären. Das Urteil soll dann am 30.9.2011 verkündet werden.

Der mutmaßliche Mörder sitzt momentan nicht im anliegenden Krefelder Untersuchungsgefängnis, sondern ist in einer anderen Haftanstalt untergebracht. Das Krefelder Landgericht wurde 1906 erbaut. Ein imposanter Bau mit einer besonders schönen Kuppel über dem Schwurgerichtssaal im westlichem Teil.

Nach den Bestimmungen des Strafgesetzbuches wird Mord mit einer „lebenslängliche Haft“ geahndet ( zwischen 17 – 20 Jahren ), wobei diese meist nach 15 Jahren als verbüßt gilt. Bei „besonderer Schwerer der Schuld“ 23 – 25 Jahre. Auch eine anschließende Sicherheitsverwahrung kann noch ausgesprochen werden, sollte der Täter im Laufe des Prozesses als in Zukunft gefährlich eingestuft werden.
Pressemitteilungen sowie die weiteren Verhandlungstermine findet man auf der Internetseite des Krefelder Landgerichtes.

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    polizeiauto malen | adrian | ablageort mirco |

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1 Kommentar

  1. Karen sagt:

    “Abgründe” trifft es sicherlich ganz gut. Wenn er vorher so unauffällig gelebt hat, noch dazu als Familienvater, fragt man sich immer, wie es überhaupt dazu kommen kann, dass jemand zu so etwas fähig wird. Menschen sind schon komisch.