Polemik um Griechenland Euro-Rettungspaket und Steuersenkungen





Nach den doch recht oberflächlichen Berichten in den alltäglichen Nachrichten auf allen Kanälen, könnte man fast meinen,

griechenland Rettungspaket von EU und IWF

Rettungsschirm der EU @intuitivmedia.net

verstanden zu haben, was da Finanzpolitisch gerade abgeht. Bei näherer Betrachtung in den letzten Tage stellte ich persönlich jedoch fest, dass sich mir die genauen Zusammenhänge, Hintergründe und Konsequenzen der Krise in Griechenland, den Steuern in Deutschland, Spekulanten und einer möglichen Inflation des Euro erst allmählich erschließen.

Mal abgesehen davon, dass mir bei den Summen um die es gerade geht ein Bisschen schwindelig wird, finde ich, dass die Medien mit ihrer Berichterstattung insofern für Verwirrung sorgen, als dass man Themen wie Griechenlandkrise, Maastrichter Vertrag, Stabilitätspakt, Wert des Euro, Deutscher Staatshaushalt, Börse, Bankenwesen in Europa und einige mehr nicht voneinander getrennt betrachten sollte, wenn man wirklich verstehen will, wie die Dinge alle miteinander zusammenhängen.

Ich möchte hier jetzt keine Finanzmarktanalyse abgeben, jedoch dazu anregen, sich selbst ein Bild zu machen.

Im Rahmen meiner eigenen Recherche im Netz stieß ich auf viele Hintergrundinformationen, die mir die Zusammenhänge klarer machten. Z.B. Spekulationen rund um Staatsverschuldungen, das 750 Milliarden-Rettungspaket für den Euro und die Entscheidung der Bundesregierung, dass es keine Steuersenkungen geben wird.

Ich befürworte mit Sicherheit nicht blindlings die Entscheidungen unserer Regierung, finde allerdings die bildzeitungsmäßige Polemik gegen das Rettungspaket und viel zu kurz gedacht.

Ich fragte mich: warum überhaupt Retten?
Dass weltweit auf Staatspleiten spekuliert wird, ist zwar seit langem bekannt, jetzt in der Griechenlandkrise jedoch wurde ganz deutlich, wie viel Einfluss diese Spekulationen haben. Ist doch irgendwie klar, dass alle anderen Euro-Länder sich an die eigene Nase fassen, wollen sie doch selbst auch nicht, dass im Falle höherer Schulden die Zukunft der Finanzlage in den Händen von Spekulanten liegt. So ist es derzeit jedoch: die Spekulationen auf die Griechische Krise haben zur Folge, dass die Situation sich nicht entspannen kann und dass sogar andere finanziell geschwächte Länder mit abzurutschen drohen und dass der Wert des Euro in Gefahr war.

Es möge sich jeder selbst ein Bild darüber machen, WARUM solche Spekulationen solch einen Einfluss haben. Es hat sicherlich mit der Bonität der Staaten zu tun, damit, ob es wahrscheinlich oder eher unwahrscheinlich ist, ob sie ihre Schulden tilgen können. Und auf diese Art Risiken kann man „wetten“ und damit richtig viel Geld verdienen.

Fakt ist, dass die Euro-Länder alle miteinander zusammenhängen. Das mag kulturell noch nicht so ganz bei uns angekommen sein, ist jedoch seit Jahren was die Finanzen, die Gesetzgebung und auch andere wichtige politische Entscheidungen betrifft längst Realität.

Deutschland ist wie alle anderen Europäischen Staaten in dieser Union und an gemeinsamen Absprachen beteiligt. Wenn ich es richtig verstanden habe, so werden hier prozentual die Beträge festgelegt, die ein Mitgliedsland bei gemeinsamen Aktionen einbringen soll. Da gibt es Treffen, wo man sich selbstverständlich darüber austauscht, wie es um die Deutschen Finanzen geht, ob Deutschland tatsächlich den entsprechenden Anteil aufbringen kann.

Absage an Steuersenkungen
Für mich machen die involvierten Politiker und Fachleute hier ihren Job: es wird überlegt, wie man Geld einsparen kann, um den unvorhergesehenen Rettungsschirm der EU für den Euro mitfinanzieren zu können. Dass der Verzicht auf Steuersenkungen hier eine Einsparmethode ist, liegt auf der Hand und ich finde, das macht auch Sinn.

Denn: wenn sich Deutschland stattdessen das Geld für das Rettungspaket leihen müsste, würde die Staatsverschuldung noch höher und wir alle wissen ja inzwischen, wo das hinführen kann, s. Griechenland, Spanien und auch Portugal. Es geht hier also um Geld, welches im Land IST. Geld, dass der Staat den Bürgern als „Mehr“ im Portemonnaie lassen wollte, nun aber aufgrund der Situation doch benötigt. Da kann ich mit leben.

Nachdem das riesige Rettungspaket von EU und IWF (Internationaler Währungsfond) nämlich verabschiedet war, gab es gleich am Montag Kurssprünge an der Börse und der Wert des Euro kletterte wieder. Was also erzählt die Bildzeitung, wir seien (wieder) mal die Deppen Europas?

Wenn die Gefahr einer Inflation hoch ist, dann wirkt sich das auf unser aller Leben aus und Entscheidungen wie die für ein Euro-Rettungspaket soll ja möglichst einer Inflation unseres Geldes vorbeugen. Es ist also eine Entscheidung PRO Geldbeutel der Bürger, wenn man mal einige Monate und Jahre weiterschaut.

Ich persönlich kann mich also über ausbleibende Steuersenkungen nicht aufregen, echt. Was passiert, ist ja jetzt kein Weltuntergang für mich und basiert auf der Situation, die wir innerhalb Europas haben. Ich habe seinerzeit für den Euro gestimmt und fühle mich als Deutsche entsprechend mit im Boot, wenn es um EUROpäische Themen geht. Nicht Griechenland wird gerettet, sondern der Euro und das betrifft uns ebenso wie alle anderen Europäischen Länder.

Sehr würde ich es ja begrüßen, wenn sich jeder Einzelne seines Einflusses bewusst würde, den er auf politische Entscheidungen hat, statt in das BILDzeitungs Horn zu blasen, wenn die Regierung ihre Arbeit macht. Ich habe am Wochenende in NRW gewählt und war erstaunt zu hören, dass die allgemeine Wahlbeteiligung nicht sehr hoch war. Noch erstaunter war ich, als mir abends klar wurde, wie viel Einfluss meine kleine Landtagswahl auf die Bundespolitik haben kann.

Generell wünsche ich mir mehr Teamspirit in der Politik und weniger parteipolitischen Streit, wie er derzeit wieder hochkommt. Denn ich finde, dies ist eine ebensolche Energieverschwendung, wie Polemik.

[teilen]

Wer hat`s geschrieben ?

schrieb schon 141 Artikel auf tipblog.

Darum ging es im Beitrag:
    content | problematik des griechischen hilfspakets | Staatsverschuldung wo geht das geld hin |

Das könnte dich auch interessieren:

Comments are closed.