Neuer strategischer Rohstoff Manganknolle





Die Welt entdeckt einen „strategischen Rohstoff“ neu.

Rohstoff Manganknolle

Megaknolle Quelle @bgr.de Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

Es geht um die Manganknolle Sie ist eine Art über Millionen Jahre gewachsener Stein, der aussieht, wie ein verbrannter Blumenkohl und der in seiner Zusammensetzung sowohl Mangan, als auch Kupfer, Nickel und Kobalt enthält. Stoffe, die z.B. zur Herstellung von Solaranlagen, Computerchips oder in der Stahlindustrie wichtig sind.

Die Knolle wächst ca. 5mm in einer Million Jahre und ist unglaublich schwer. Im Inneren aufgebaut wie eine Zwiebel, entstehen ihre Inhaltsstoffe zum Teil aus Sediment und Schalen von Kleinstlebewesen, die aufgrund der Umweltbedingungen chemische Prozesse durchlaufen, die Zusammensetzung der Manganknolle ausmachen.

Die Förderung aus den Meerestiefen, vor allem im Zentralpazifik, ist mit sehr großem Aufwand und Kosten verbunden, die sich bis vor kurzem aufgrund des weltweiten Preisverfalls auf dem Rohstoffmarkt kaum gelohnt hätte.

Jetzt in der Wirtschaftkrise, wo die Preise für Kupfer und andere Rohstoffe explosionsartig angestiegen sind, macht es wieder Sinn, Megaknollen zu fördern. Derzeit ist eine große Expedition mit Geo-Mikrobiologen und Rohstoffexperten auf dem Weg in den Pazifik und die Manganknolle birgt die Möglichkeit für Milliardengeschäfte.

Länder wie Deutschland, Frankreich, Indien, China, Russland und einige andere haben bereits Lizenzen erworben, die Knolle und ihr wirtschaftliches Potential zu erforschen. 75.000 Quadratkilometer Meeresboden zwischen Haiti und Mexiko haben sich beispielsweise die Deutschen über das Wirtschaftsministerium sichern lassen. Es handelt sich dabei um ein Gebiet im sogenannten Knollengürtel.

abbaugebiet Manganknolle

Abbaugebiete Manganknolle Quelle @bgr.de Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

Bei dieser Info dachte ich zunächst mal an das Erdbeben in Haiti, an die Armut des Landes und die Not, die noch vor kurzem Thema in allen Medien war. Hätten die Haitianer die entsprechende Ausrüstung und das entsprechende Know How, so hätte das Land doch eine gute Chance, mit Manganknollen auf dem Rohstoffmarkt mitzumischen. Aber scheinbar –ähnlich wie bei Projekten à la Desertec- kommen andere Länder, deren Forschungsbudget größer ist, einfach so zum Zuge. Da stecken Konzerne drin und da geht es um Profite, was auch dem Phänomen Superknolle einen seltsamen Beigeschmack gibt.

Ich finde das mit der Manganknolle als Quelle für wichtige Rohstoffe grundsätzlich sehr interessant. Allerdings fände ich es ja schön, wenn man Länder, in deren Nähe solche Naturwunder „wachsen“, mehr mit einbeziehen würden in die Forschung, Förderung und Vermarktung. Ich habe noch nie davon gehört, dass ein Bolivianisches Team in der Nordsee Bodenschätze birgt und dann vermarktet, ohne dass die angrenzenden Länder hier mit von der Partie wären.

Gerne wüsste ich mal, wann die Welt gemeinsam und auch nachhaltig im Sinne aller Staaten solche Projekte angeht. Vielleicht bin ich ja idealistisch und naiv, dennoch meine ich, dass es möglich sein muss, nicht nur eigene wirtschaftliche Interessen auf dem Schirm zu haben. Der Klimagipfel kürzlich hat ja gezeigt, dass es nicht ohne einander oder gegeneinander funktioniert.

Falls jemand nähere Infos darüber hat, wie solche Genehmigungsverfahren ablaufen, wäre ich dankbar für einen Hinweis.

Wer mehr über die Manganknolle erfahren will, findet bei Wikipedia ziemlich genaue Auskünfte, auch zu den Konzernen, die bisher so in die Förderung involviert waren.

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Trinity schrieb schon 155 Artikel auf tipblog.

Darum ging es im Beitrag:
    manganknolle aussehen | manganknolle profit | länder manganknollen |

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