Birkensaft und Birkenrinde Mini Bushcraft Survival guide



Die Rinde der Birke ist vielseitig anwendbar



Der Frühling ist da, auf gehts zum Bush Craft hurra ^^

Gerade ist die Zeit der aufgehenden Knospen, sprießenden Blätter und Blüten. Wer irgendwie kann flieht am Wochenende aus seiner Betonwüste ins Freie raus aufs Land oder begibt sich auch schon mal auf die ersten Wanderungen.     ( Bild: Paul Lenz )Birkensaft survival guide

Wer gerne mal im Freien campiert, wird sicher schon eines festgestellt haben, Birkenwälder sind nicht nur unglaublich schöne  und helle Wälder sondern auch unheimlich nützlich.

Allein die Rinde der Birke ist vielseitig anwendbar. Durch den hohen Anteil an Ölen… bleibt sie noch lange nach dem Tod des Baumes weich, flexibel und lässt sich einfach vom Stamm lösen. Die Fasern auf der Innenseite der Rinde sind oft sehr trocken und eignen sich ausreichend zerkleinert hervorragend als Zunder für ein Campfeuer den man selbst bei Regenwetter einfach besorgen kann. Die Borke der Birke selbst kann gebunden als Fackel gute Dienste leisten, weil Sie ähnlich wie Astwurzeln/Knoten durch den hohen Ölgehalt lange und ausgesprochen hell brennt. Mann kann sie aber auch sauber ausschälen und zu Tassen oder kleinen Bottichen für den Transport von Wasser weiterverarbeiten.

Die Schwämme der Birke lassen sich zum schärfen von Messerklingen einsetzten. Es ist jedoch ein wenig Vorbereitung notwendig. Mann sucht sich am besten im Herbst einen ausreichend großen Schwamm, und schneidet sich eine ca 1 bis 2 Zentimeter dicke Lage des schwammigen Materials heraus. Diese Lage kann auf ein kleines Brett aufgeklebt werden und muss dann über den Winter hart austrocknen. Auf der Rückseite des Brettes kann Schmirgelpapier oder ein Material zum erzeugen von Funken angebraucht werden. Mit etwas Wasser kann man nun jeder gut gepflegte Klinge des geübten Bushcrafters mit diesem Tool erneut zu Schärfe verhelfen. Für den letzten Schliff  kann der mitgeführten Ledergürtel genutzt werden.

Eine Spezialität die im Frühjahr am besten zu genießen ist, ist Birkensaft der aus einer klaren leicht süßen Flüssigkeit besteht. Diese wird am Stamm der Birke entnommen und besteht aus dem von der Birke im Erdreich aufgenommenen Wasser und vielen Mineralstoffen. Zum sammeln des Saftes stößt man einfach mit einem Messer eine nach oben gerichtete Wunde in den äußeren Stamm. Öffnet diese leicht mit der Klinge, steckt eine kleine Astgabel nach obengerichtet hinein.

Nun kann man ein Auffanggefäß, welches aus Birkenrinde bestehen kann, an der Astgabel aufhängen oder einfach darunter stellen. Es ist ratsam ein Stück Stoff  über das Gefäß zu geben, damit kein Schmutz hineinfällt. Nach mehreren Stunden sammelt man das Gefäß wieder ein und entfernt die Astgabel aus der Wunde am Baum und verschließt diese mit etwas Erde und drückt sie zu. Der gewonnene Saft ist sehr erfrischend und sofort genießbar. Wer mag kann Ihn erhitzen und einen Tee aus frisch getriebenen Tannennadeln herstellen. Diese sind bis zum bersten mit natürlichem Vitamin C gefüllt. Nur wenige Minuten ziehen lassen, sonst wird der Aufguss etwas bitter.

Eine für einen Topf geeignete Feuerstelle neben dem direkten Campfeuer kann wie folgt geschaffen werden. Aus Bruchholz kann ein Stück Stamm das
je nach Behältnis ca 8- 20cm dick und ca 50CM lang sein sollte geschlagen werden. Das untere Ende kann spitz sein und wird in den Boden gerammt. Dann spaltet man die obere glatte Schnittstelle/Hackstelle mittig kreuzweise für einige Zentimeter tief und schiebt von oben Reisig in die leicht geöffneten Spaltungen. Über Das Reisig entflammt man die kreuzförmige Spaltung unter dem Kochgefäß. Auf diese Weise kann sehr bequem und ohne zu viel Holz zu verschwenden gekocht zu werden. Wer ein wenig geübt ist kann eine solche Kochstelle mehrfach einsetzten und bei Notwendigkeit auch mit sich führen.

Viel Spass allen BushCraftern, Pfadfindern und Wandersleuten. Genießt das blühende Leben des Frühlings

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Darum ging es im Beitrag:
    birkensaft erzeugen | birkenborke mit rissen umsturzgefahr | youtube survival birke |

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4 Kommentare

  1. Thom sagt:

    Also das hört sich ja gut an was du da schreibst. Aber darf man heutzutage noch eine Birke einefach ein Messer reinrammen ? :-) Ohne gleich verklagt zu werden ? Und Birkensaft hab ich auch noch nicht im Getränkemarkt gesehen. Möglicherweise endet der Survival Ausflug mit Krankenhausaufenthalt und anschliessendem bezahlen von einigen Ordnungswiedrigkeiten.
    Ob das dann noch ein Genuss ist ? :-)

  2. Ushi sagt:

    Da spricht der typische Deutsche aus Dir Thom. Du holst Dir sicher auch zum Sterben vorher ne notariel beglaubigte Erlaubnis . ;) Ja klar wenn Du Dich in Städtischen Parkanlagen dabei beobachten läßt, einen lebenden Baum zu häuten oder drann rumzusäbeln, selber schuld. Es gibt aber in der Tat auch noch in Deutschland Wandgebiete die einee grössere Ausdehnung als 10km² haben und nicht Videoüberwacht sind. ^^

    Die dem Baum zugefügte Verletzung hat die Grösse der jeweiligen genutzten Messerspitze und kann mit dem Daumen wieder zugedrückt werden

    Zum Thema essbare Pflanzen gibt es Videos zum Thema Natur, Wissen oder Survival bei Youtube und ab und an bei ARD und ZDF. Ich selbst habe bereits einige Birken-Tannennadeltees “erfolgreich überlebt” und konnte weder Psychissch aktive noch anderweitig giftige Substanzen in meinem Stoffwechsel wiederfinden.

    grüsse Ushi

  3. Thom sagt:

    Ich bin nur Realist, hier in Krefeld gibt es nur den Forstwald und den Stadtwald. Und man könnte meinen das die Menschen die diese beiden Flächen als Wald bezeichnet haben gar nicht wissen wie ein Wald aussieht. Aufgewachsen bin ich in Hessen in Marburg, und das was dort ringsrumm ist, das nennt man Wald. Deshalb muss ich aktuell Birken Wälder verdrängen und auf den Versuch Baum Säfte zu trinken verzichten :-)

  4. Ushi sagt:

    Das ist sehr bedauerlich für Dich lieber Thom. Du sprichst hier auch eines der Kernprobleme unserer jetzigen Ökostruktur an. Ich glaub ich schreib mal ein paar Sätze darüber.
    Update: http://www.tipblog.de/wiederbewaldung-in-mitteleuropa-eine-chance/