menschenwürdiges Existenzminimum Hartz IV Grundeinkommen





251,-€ (Hartz IV Satz) für ein Kind unter 14 – Ausreichend zum leben, oder um unter die Armutsgrenze zu fallen? -

Überall in den Nachrichten wird von diesem Thema gesprochen. Reichen die aktuell gültigen Hartz IV Sätze für unter 14-Jährige aus, um ein normales Leben zu führen? Betroffen sind etwa 1,7 Millionen Kinder in Deutschland. Das Bundesverfassungsgericht ließ jedenfalls schon deutliche Zweifel erkennen und befindet sich nun mitten in der Prüfung.

Was ist überhaupt unter dem Begriff “menschenwürdiges Existenzminimum” zu verstehen? Und wer legt fest, was ein Minimum in diesem Bereich ist? In diesem Zusammenhang wird bereits über eine “Punktgerechte Landung” gesprochen. Bedeutet, dass man auf einen bestimmten Betrag in der damaligen Berechnung der Harzt IV Sätze 2005 kommen musste und eventuell fiktive Werte festgelegt wurden um auf eben diesen Betrag zu kommen. Hat man hier wirklich so skrupellos gehandelt und sich überhaupt keine Gedanke über die Kinder gemacht, die eventuell unter diesen Werten leiden müssen, von den Eltern mal gar nicht zu sprechen.

Ein wundervolles Beispiel wie ich finde, ist die Berechnung eines Postens in der Hartz IV Kalkulation: Es werden bei dem Posten Kleidung sogar Abschläge für Maßkleidung und Pelze gemacht. Da konnte ich mir ein Schmunzeln kaum verkneifen, als ich diesen Punkt gelesen habe. Da möchte ich aber mal genau wissen, welche der Betroffenen sich Pelze und Maßkleidung kaufen. Selbst bei den momentan sicher günstigen Preise für solche Dinge, dürfen die Betroffenen sich aber mindestens 2 Monaten kein Essen kaufen und auch sonst nichts gönnen, um sich nur einen Ärmel und ein Hosenbein von solchen Dingen leisten zu können. Eine solche Grundlage halte ich einfach für völlig unrealistisch.

Die Bundesregierung verteidigt allerdings die damalige Berechnung, welche auf wissenschaftlichen Grundlagen beruht. In diesem Zusammenhang wird auch gleich die Summe genannt, die für die “Grundsicherung für Arbeitssuchende” in 2006 ausgegeben wurde. Nämlich 40,5 Milliarden Euro. Sicher müssen wir hier auch nicht darüber streiten, dass das ein Batzen Geld ist und andere Länder diesen “Luxus” nicht haben. Wenn dort jemand keinen Job hat, ist er auf sich allein gestellt. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Ich persönlich ärgere mich auch regelmäßig über einige Hartz IV Empfänger in meinem Umfeld, die den lieben langen Tag die Füße auf den Tisch legen und es sich gut gehen lassen. Bei denjenigen ist aber am Ende des Monats trotz einer ständigen Party scheinbar immer noch Geld zum verpulvern auf dem Konto. Da frage ich mich auch oftmals was ich wohl falsch mache, wenn unser Gehalt mal wieder nur knapp reicht und ja auch ein netter Teil für eben solche Personen von unserem Geld abgezogen wurde. Aber sicherlich sind das “schwarze Schafe”, von denen es einige geben wird, aber es gibt auch Personen, die es sich nicht aussuchen können und die wirklich auf das Geld angewiesen sind und die sollten es auch bekommen. Und zwar ausreichend.

Ich bin der Meinung bevor nun grundlegend über all die Berechnungen und Beiträge diskutiert wird, sollte man nochmal an den “Regeln” für den Empfang solcher Gelder arbeiten und gesunde vor allem junge Leute mehr “unter Druck setzen” um Arbeit zu finden, bzw. anzunehmen. Man kann sich seinen Job nicht immer aussuchen und Arbeit macht nun mal nicht immer Spaß und ich schlafe auch lieber länger und habe 5 Tage Wochenende, aber so geht es nun mal nicht. Wenn man nämlich all die schwarzen Schafe “aussortiert” hat bleibt auch mehr Geld für die Personen, die es nun wirklich brauchen und gerade die Familien, die Alleinerziehenden und die gesundheitlich angeschlagenen Personen.

Dennoch bin auch ich der Meinung, dass 250€ sehr wenig für den Unterhalt für ein Kind sind. Selbst wenn ich das Kindergeld hinzurechne, wird es knapp. Also momentan würde ich wohl für meine Tochter auskommen, müßte allerdings den ein oder anderen Schnick Schnack weglassen, das wäre sicher kein Problem, aber wenn ich davon noch Kindergartenbeiträge oder Sportvereine zahlen müßte und eventuell noch die Klassenfahrt und Schulbücher und was da alles nicht so kommt, dann sieht es tatsächlich eng aus. Hinzu kommt noch das Problem, dass die finanziell schlechter gestellten Kinder oftmals auch eine schlechtere Schulbildung genießen und somit nach der Schulzeit auch nicht die gleichen Möglichkeiten haben. Hier besteht das Risiko “neue Empfänger” des Unterstützungsgeldes heranzuziehen. Deshalb sollten doch auch Kinder aus ärmeren Verhältnissen die gleichen schulischen Möglichkeiten haben und beispielsweise auch studieren gehen können.

Wenn sich nichts ändert, werden in rund 20 Jahren die Hälfte der Kinder in Deutschland in armen Verhältnissen aufwachsen, weil immer mehr “arme Menschen” Kinder kriegen und die gut situierten dafür immer weniger. Das lässt nicht gerade Gutes hoffen. Ich bin glücklicherweise nicht direkt betroffen, zumindest nicht als Empfänger solcher Zahlungen, aber ich würde auch alles tun, um es nicht zu werden, denn diese Beträge würden einen ganz anderen Lebensstandard bedeuten, als den den ich mir bis jetzt ermöglicht habe. Was denkt Ihr über die Verhandlungen? Seid Ihr sogar Betroffen und kommt auch nicht hin? Wobei sicherlich jeder von sich sagen würde, dass sein Geld nicht ausreicht. Aber ich meine hier wirklich am Existenzminimum, nicht zu wissen wie man seine Kinder ernähren soll oder Ähnliches.

Ist es tatsächlich soweit in Deutschland?

Lexxa

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    menschenwürdiges Existenzminumum | werden bei hartz- vierempänger kindergartenbeiträge abgezogen? | existenzminimum hartz 4 |

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