Liebeskrank, den/die Ex nicht vergessen können



das Gefühl des Liebeskummers



Liebeskrank oder: don’t hope – cope! Wer kennt es nicht, dieses grauenvolle Gefühl des Liebeskummers? Ich kann mir kaum etwas vorstellen, was ekliger ist und hilfloser macht, als dieses Gefühl, von einem anderen Menschen „besessen“ zu sein (der einen aber nicht(mehr) will).

Das Verliebtheit eine Art „Besessenheit“ ist, merkt man ja erst, wenn man UNGLÜCKLICH verliebt ist. Denn solange der andere Mensch auch in einen verliebt ist, gibt es nix zu analysieren oder zu bemängeln. Fühlt sich ja toll an. Man bekommt jede Menge Aufmerksamkeitsenergie vom anderen und so befindet man sich in einem tollen Energieaustausch-Loop mit dem Partner.

Ganz aktuell ist eine Freundin von mir nach monatelangem Ringen um eine Fortsetzung ihrer Beziehung mit einem Mann, mit dem es noch nie so ganz toll war, gerade dabei, sich zu entlieben. Die beiden waren einige Monate liiert und auch in dieser Zeit schon hatte der Typ sich nie richtig zu ihr bekannt, sondern sie immerzu warten lassen, vertröstet etc. Als irgendwann die „ich kann mir mit Dir keine feste Beziehung vorstellen“-Katze aus dem Sack war, ging das Machtspiel bis jetzt weiter – 6 Monate lang. Meine Freundin hat sich selbst immer wieder ausgeliefert, in dem sie ihm nachlief, obgleich er ihr immer wieder sagte, er wolle nichts von ihr und obwohl er sie immer wieder herabgesetzt hat mit seinem Verhalten. Jetzt hat er eine neue Freundin und so langsam fällt der Groschen bei meiner Freundin, dass sie sich so langsam mal selbst befreien muss aus dieser kranken Nummer.

Sie hat alles Mögliche durch, von Familienaufstellungen bis hin zu stundenlangen Gesprächen mit Freunden, aber nichts konnte ihren Geist davon abbringen immer wieder ins offene Messer – zu dem Typen nämlich – zu rennen und sich ein Pfund abzuholen.

Ich schrieb hier vor einiger Zeit in einem Artikel über eine Praxis für Liebeskummer schon über meine Entliebungsstrategie. Und wenn man den Liebeskummer-Leserbriefen z.B. der Bildzeitung online glaubt, so könnte diese Strategie einigen Menschen helfen, wieder ein normales, selbstbestimmtes Leben zu führen.

Für mich ist die Liebe sowieso da, unter der Oberfläche. Ver-liebtheit jedoch ist ein psychisches Phänomen, das mit einem selbst VIEL mehr zu tun hat, als mit dem Objekt der jeweiligen Begierde.

Projektionen sorgen dafür, dass wir uns zunächst im Außen mit Belangen befassen, die in uns selbst Thema sind. Und irgendwie hat das liebe Universum auch dafür gesorgt, dass wir -wenn die Zeit reif ist – mit den Entsprechenden Eigenschaften und Prinzipien in uns selbst konfrontiert werden. Dann nämlich, wenn uns jemand nicht haben will, sich von uns trennt.

Ich frage mich, wieso nicht mehr Menschen mal so drauf schauen. Wenn ein unglücklich verliebter Typ in der Bild schreibt, dass er durch seine Freundin ordentlicher geworden ist und seit der Trennung wieder das Chaos herrscht, dann hat er natürlich übermenschliche Sehnsucht nach der Frau, die nix mehr von ihm will. Ist doch klar: er glaubt von sich selbst, ein Chaot zu sein, will aber eigentlich (also unbewusst) dem Prinzip Ordnung in seinem Leben Raum geben, also sucht er sich erstmal im Außen jemanden ordentlichen, den er „lieben“ kann (sprich: Prinzip Ordnung umarmen). Verschwindet diese Person aus seinem Leben, müsste die beste Strategie zum ent-lieben sein, weiterhin SELBER Ordnung zu halten! Und schwupps tut die Trennung zwar noch weh, macht einen aber nicht mehr irre. Das ist ein psychisches Phänomen und es liegen Welten zwischen gesundem Loslassen eines Partners und irre werden an einer Trennung. Ich behaupte, dass je größer die Sehnsucht und der Schmerz sind, desto dringlicher die Notwendigkeit, die Prinzipien für die der/die Ex steht, zu integrieren ins eigene Leben.

Bottom Line:
Unglückliche Verliebtheit ist irgendwie ein Geschenk, doch nur wirklich toll, wenn man es auch auspackt. Auspacken heißt anschauen, meine ich. Verpackung (=DER Typ/DIE Frau) weg, schauen, worum (welches Prinzip/Eigenschaft) es wirklich geht (was im Päckchen drin ist) und dann fröhlich mit erweitertem Horizont und Selbstbewusstsein weiterleben…und LIEBEN.

[teilen]

Wer hat`s geschrieben ?

Trinity schrieb schon 155 Artikel auf tipblog.

Darum ging es im Beitrag:
    ex nicht vergessen können obwohl man selber nicht mehr will | nach Trennung ex nicht vergessen können | content |

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1 Kommentar

  1. Vince sagt:

    Sehr schönes und treffendes Schlusswort. Ich habe mich (leider) schon auf beiden Seiten der von Dir oben beschriebenen Konstellation befunden. Mit der Dame, die mich hat zappeln lassen, rde ich nicht mehr, mit der, die mir nach lief hatte ich jahrelanmg keinen Kontakt mehr und als sie mir dann zufällig in unsere gemeinsamem Heimatstadt (wo ich fast 10 Jahre nicht mehr war) über den weg lief, habe ich sie zu einem Kaffee eingeladen und mich entschuldigt. Wir sind übrigens inzwischen auch beide verheiratet und haben Kinder. Manchmal sorgt die Zeit selbst schon für Entspannung.