Künstliche Befruchtung, Spermien aus dem Labor



Frankenstein’s Erben oder doch Zukunftsmusik?



Uiuiui, bei manchen News sitze ich doch irgendwie auf dem Trockenen und kann mir echt nur ganz schwierig eine Meinung bilden. Unter anderem bei solchen Themen, die die Moralapostel dieser Welt uns als „Böse“ und die Wissenschaftler als „Segen“ verkaufen wollen.
Manches erinnert mich an Liebe. Manches erinnert mich an Frankenstein….

Künstliche Befruchtung nur wenn es per Gesetz erlaubt ist?

Videotherapie Studie 2010 ©Intuitivmedia

Grad bei N-TV.de  gelesen: eine Frau in Australien darf mit dem Sperma ihres inzwischen verstorbenen Mannes befruchtet werden. Eigentlich ist das in dem Staat in dem sie leb verboten, wenn keine Einverständniserklärung des „Samenspenders“ vorliegt – diese gab es nicht, weil der Ehemann kurz vor der Unterzeichnung dieser Erklärung ums Leben gekommen war. Die Frau muss nun zur Befruchtung dennoch über die Staatsgrenze fahren.

In Frankreich hatte eine Frau ähnliches mit dem tiefgefrorenen Sperma ihres an Krebs verstorbenen Mannes vor, allerdings wurde ihr die Befruchtung nicht gestattet, hieß es in einem anderen Artikel. Ich stelle mir vor, dass das echt schmerzhaft sein muss, wenn man als Paar sowieso Probleme hatte, ein Kind zu zeugen und nun nach dem Tod des Partners auch noch das Gesetz einem verbietet, mit bereits für eine künstliche Befruchtung vorgesehenes Sperma zu verwenden.

(Was ist denn los bei N-TV.de? Da gibt’s ja Artikel über Befruchtungen aller Couleur in Hülle und Fülle.)

Spermien aus dem Labor – Frankenstein’s Erben oder doch Zukunftsmusik?

Ich habe ja keine Kinder und auch keinen Kinderwunsch oder eine biologisch-tickende Uhr. Dennoch gehe ich mal stark davon aus, dass viele Menschen lieber ein Kind mit ihrem geliebten Partner zeugen wollen, als mit Spermien aus dem Labor. Der wissenschaftliche Fortschritt macht dies immerhin möglich, also warum nicht auch nach dem Tod des geliebten Menschen mit seinen Spermien ein Kind zeugen.

In Großbritannien wurde inzwischen auch schon aus embryonalen Stammzellen im Labor Spermien „gezüchtet“ . Genforscher muten schon ein Bisschen freaky an, finde ich ja. Der Mensch und seine Abgründe, wir kennen das ja, und sicher macht es Sinn, sich bei sowas zwei Gedanken mehr zu machen, als bei künstlicher Befruchtung mit echtem Sperma. Die betreffende Studie mit diesem Britischen Labor-Sperma wurde angeblich erst mal wegen „formaler“ Fehler zurückgezogen…

Ich sage nur uaaah, wenn ich drüber nachdenke, dass in Labors schon verschiedene Tierarten gekreuzt wurden….Frankenstein lässt schön grüßen.

Kürzlich sah ich diese Dokumentation hier (auf Englisch), in der es um „Super Humans“ geht- Menschen, mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Eine Frau ist dabei, die bei jedem Ton und Laut Farben wahrnimmt und einen bestimmten Geschmack. Ein Mann, der seinen Körper gezielt von innen so erwärmen kann, dass er sich ewig lange unbeschadet in der Kälte aufhalten kann. Ein Mann, der ohne Augen geboren wurde, aber inzwischen ein erfolgreicher Maler ist (der auch OHNE zu sehen perspektivisch Zeichnen kann) und ein Mann, der unglaubliche Rechenaufgaben lösen kann.

Die Doku ist superspannend, die Menschen und ihre Eigenschaften auch. Einzig befremdliches Element in dem Film und auch so: die Wissenschaftler, die davon träumen, zukünftig noch mehr Menschen mit solchen „Superfähigkeiten“ züchten zu können. Da hört’s doch irgendwie auf bei mir, denn ich bin der Auffassung, dass wir erst mal unsere in uns wohnenden Potentiale voll entwickeln sollten, bevor wir anfangen Super-Menschen im Labor zu züchten.

Und siehe da, ich habe doch eine Meinung. Eine momentane, aber immerhin.

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Darum ging es im Beitrag:
    content | künstliche befruchtung | künstliche befruchtung mensch |

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2 Kommentare

  1. Nicole sagt:

    Du hast schon Recht, das sind knifflige Themen, und bei diesen wird auch gern mal voreilig be- und verurteilt, obwohl letztlich doch nur die wenisgten von uns sich damit auskennen und eine fundierte Meinung bilden können. Prinzipiell gehöre ich ja eher der Fraktion an, die fasziniert ist von dem, was die Wissenschaft erreichen kann und könnte, und wohin uns das noch führen mag – denn mMn ist es etwas arrogant, vorhersagen zu wollen, ob sich etwas bestimmtes letztlich positiv oder negativ auswirken wird.

  2. Jonas sagt:

    Das ist in der Tat ein interessantes Thema, und natürlich werden damit ebensoviele Erwartungen wie Horrovisionen verknüpft. Das ist aber normal. Wichtig ist, daß es eine Gesllschaftliche Debatte gibt, die den Rahmen de Erlaubten setzt. Denn das Potential der Stammzellenforschung ist enorm. Ich bin ziemlich sicher zukünftige Generationen werden keine X-Men sein, sondern vielmehr in Geschichtsbüchern nachschauen, wenn sie Wissen wollen, was eigentlich “Leukämie” war.