katastrophale Überfischung gängiger Fischsorten





Fischfang ©Intuitivmedia

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Als ich in der letzten Woche das Werbeheftchen eines Supermarktes durchsah, fiel mir ein langer Artikel auf, der begründete, warum man dort künftig keinen Rotbarsch und keine Scholle mehr kaufen kann.

Deshalb wollte ich einfach mal die Welt der Blogger fragen, wie es dort mit dem Fischkonsum aussieht. Ich selbst esse gerne und viel Fisch, habe mir aber noch nie so wirklich Gedanken darüber gemacht, dass durch den übermäßigen Fang der Tiere die Nachzucht gefährdet sein könnte. Laut Greenpeace kann man mittlerweile nur noch Karpfen, Forelle und Pangasius ohne Reue essen…. und gerade die schmecken mir nicht.

Der Rotbarsch als typischer Tiefseefisch wächst nur langsam, werde sehr spät geschlechtsreif (erst mit 12 bis 17 Jahren!) und bringt relativ wenig Junge zur Welt. Wegen intensiver Fischerei sind die Bestände daher weltweit stark gefährdet.

Der in Deutschland so beliebte Hering sollte nach Meinung von Meeresforschern ebenfalls nicht mehr aus Nord- oder Ostsee kommen, da auch hier eine katastrophale Überfischung existiert und selbst die gängigen Fischsorten, wie Kabeljau und Seezunge sind stark bedroht.

Ähnliche Einschränkungen, die sich auf das Fanggebiet oder die Fangmethode beziehen, gelten laut Greenpeace-Angaben zum Beispiel für Makrele, Sardine und Zander. Auf Dornhai beispielsweise, der auch als Seeaal oder Schillerlocke angeboten wird, Rotbarsch, Scholle, Seeteufel, Steinbeißer oder Wittling sollten Konsumenten künftig auch verzichten. “Die Lage der Fischbestände ist weltweit nach wie vor dramatisch”, so eine Sprecherin von Greenpeace.

Eine besondere Krise droht den deutschlandweit so beliebten Fischstäbchen und Alaska-Seelachsfilets. Nach Einschätzung von Greenpeace steht der dafür verwendete Alaska-Seelachs (Polock) kurz vor der totalen Ausrottung.

Wusstet Ihr, dass jeder Deutsche im Jahr durchschnittlich 15,6 Kilogramm Fisch isst? Findet sich hier auch der ein oder andere Blogger, der so ein Fischfreak ist? Ich bin mir gar nicht so sicher, ob man Fisch noch so einfach genießen darf und habe jetzt direkt ein schlechtes Gewissen, weil ich gerade gestern wieder unsere Tiefkühltruhe mit Fischstäbchen und Schlemmerfilets gefüllt habe.
Gibt es denn keine Möglichkeiten, diese Fische speziell für den Verzehr zu züchten, damit man die natürlichen Vorkommen schonen kann?

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Darum ging es im Beitrag:
    rotbarsch/züchten | warum kann man kein rotbarschfilet kaufen | kann man rotbarsch züchten |

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2 Kommentare

  1. Lexxa sagt:

    Das haut mich aber auch um. Ich habe es bisher nicht so dramatisch gesehen und auch nicht gewusst. Ich selber bin kein riesen Fischesser aber hin und wieder sind auch bei uns gerade die dann wohl gefährdeten Sorten auf dem Teller. Mein Mann ist begeisterter Angler und angelt oft Zander. In den Vereinsgewässern des Angelvereins sind aber auch wirklich viele Zanderbabys. Aber das ist ja auch kein Vergleich zur freien Wildbahn. Vielleicht hab ich es deshalb bisher anders gesehen.
    Wenn das allerdings so stimmt, wie die Umweltschützer sagen, finde ich dass man das ernst nehmen sollte und wirklich mal über den eigenen Konsum nachdenken sollte.Aber die Frage ist dann, ob in der Schlußfolgerung auch weniger gefangen wird, oder dann einfach “aussortiert” und somit trotzdem getötet wird.

  2. Boris sagt:

    Also ich bin selbst auch Angler und esse ganz gern mal Fisch. Bei uns ist es aber so, dass diese natürlich dementsprechend nachbesetzt werden und es – zumindest von der Population her – daher keine Probleme gibt.

    Bei den Meeresfischen sieht das natürlich ganz anders aus: Vor allem die durch die EU hausgemachten Probleme, die Umwelt-Mafia und natürlich die gnadenlose Ausbeutung durch die Fischereiindustrie machen hier große Probleme.

    Es ist beispielsweise auch so, dass es eine Mindestgröße für bestimmte Fische gibt durch die EU. Macht soweit Sinn, oder? Leider ist dem nicht so: durch die Mindestgröße (bei kleinen Maschen in den Netzen) werden weiterhin viele kleine Fische gefangen. Diese dürfen dann aber nicht weiterverarbeitet werden und reduzieren somit indirekt die gefangene Menge. Die zu kleinen Fische müssen getötet und wieder über Board geworfen werden! Ergo: es muss noch mehr gefischt werden! Clever, oder ;-)

    Ferner schaut euch mal an, was in Norwegen mit den Zuchtlachsen abgeht. Wenn solch genmanipulierten Fische einmal in die freie Wildbahn entkommen, wird innerhalb kurzer Zeit eine riesige Menge der Population mit den veränderten Genen “belastet”. Und Fische sind sehr fruchtbar….einmal im freien Ozean und das ganze ist nie wieder zu kontrollieren.

    Alt und aktueller denn je: “Wenn der letzte Baum…..”

    VG
    Boris