Jugendschutz Pubertät 2.0: Wir leben in einer sexualisierten Welt



Aufwachsen in sexualisierten Lebenswelten



Jugendschutz hinsichtlich der neuen Medien ist schon lange ein Großes Thema. Meines Wissens wird es jedoch noch viel zu selten in Schulen und Familien selbst diskutiert, sondern eher von etablierten Jugenschutzorganisationen, Medienaufsichtsbehörden und Psychologen.

Da scheint es wohl irgendwie noch immer eine Schere zu geben, die ich einerseits nicht so ganz nachvollziehen kann, die andererseits aber auch in meinen Augen darauf hindeutet, dass das, was diejenigen, die sich dem Jugendmedienschutz verschrieben haben, initiieren noch nicht ganz da ankommt, wo es vielleicht dringend Gesprächs- und Aufklärungsbedarf gibt.

„Die Medien können Jugendliche in ihrem geschlechtsspezifischen Sexual- und Rollenverhalten beeinflussen. Im Internet kommen sie mit unzensierten pornografischen Bildern und Filmen in Kontakt, die Sadomasochismus, Gewaltsex, oder auch Sodomie zeigen. Bevor die sexuelle Reife abgeschlossen ist, kann die Aufnahme und Verarbeitung solcher extremen Darstellungen das Verhalten junger Menschen gegenüber möglichen Partnern und Freunden beeinflussen.“

schreibt Ekkehard Mutschler, Jugendmedienschutzbeauftragter des Deutschen Kinderschutzbundes e.V. In seinem Papier
„Pubertät 2.0 – Aufwachsen in sexualisierten Lebenswelten“
auf der Seite der Initiative klicksafe.de.

Dort sind in einem Dossier unter demselben Titel auch weitere PDF’s zum Thema Sicher Surfen im Net  zu finden, die sich mit dem Thema befassen und zu Diskussionen und einem neuen Umgang mit dem Internet anregen sollen.

Wir leben tatsächlich in einer sexualisierten Welt und auch, wenn der nächste Trend vielleicht wieder in Richtung „verhüllung“ geht: momentan haut es einem manchmal echt die Schuhe aus, was selbst im Deutschen TV so zu sehen ist. Mal abgesehen von FSK 16 Filmen um 22Uhr, wobei auch hier der FSK Hinweis am Anfang sicherlich ohne elterliche Aufmerksamkeit völlig sinnlos bleibt.

Wir berichteten im Dezember schon mal über den Jugendmedienschutz Staatsvertrag und dessen geplante Neuerungen und wie es scheint, tut sich da noch nicht genug, denn die Neuerungen (u.a. eine freiwillige Altersbeschränkung für Webseiten und ein gekoppeltes Programm für die heimischen PCs) wurden auf Initiative der CDU in NRW beispielsweise abgelehnt.

Die Initiative klicksafe.de www.kilcksafe.de hatte nun heute im Rahmen des Safe Internet Day (#sid2011 bei Twitter brummte heute) bundesweit Aktionen angestoßen, bei denen Eltern sich informieren können und die dazu dienen sollen, Eltern bei der Medienerziehung ihrer Kinder zu helfen. Denn: das ist immer noch in der Hauptsache Elternangelegenheit, auch wenn eine gewisse Deutsche Landesregierung bereits einen (mit Unterstützung einer Presse-Organisation…) eigenen „Medienführerschein“ auf den Weg gebracht hat, der –nicht ohne Grund, wie wir finden- derzeit in der Blogosphäre ob ihrer pauschalen Diskriminierung von Blogs vs. Presse beispielsweise heftig kritisiert werden.

Jugendmedienschutz muss differenziert und individuell angegangen werden, direkt in den Familien muss das Umdenken stattfinden, meine ich.

Bei klicksafe handelt es sich um eine EU-Initiative, die mehr Bewusstsein im Umgang mit dem Internet schaffen will. Insbesondere Eltern finden auf der Webseite einen großer Fundus an Tipps, Terminen und Wissen rund ums WWW. Wäre ich Mutter, ich würd mich dort schlau machen. Und man bedenke, dass es viele Eltern gibt, die selbst gar nicht groß mit dem Internet vertraut sind. Gerade für die ist ein Besuch bei klicksafe.de sicherlich sehr interessant und hilfreich.

Gerade weil die Medien -nicht nur das Internet- immer noch auf dem “Sex Sells Trip“ (und Gewalt ist auch ein –leider- Dauerbrenner) sind, ist es um so wichtiger, dass Eltern selbst Medienkompetenz erlangen, denn nur dann können sie diese auch an ihre Kinder weitergeben.

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    social media und jugendschutz | pubertät sodomie | safewebday rt2 |

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