Ist Ostern out ? Müssen neue Bräuche her?



Das traditionelle Osterfest ist „Out“



Seit einigen Jahren schon scheint Ostern aus der Mode zu kommen. Viele Deutsche nehmen die Feiertage zwar gerne mit, feiern aber weder das christliche Osterfest, noch veranstalten Sie eine traditionelle Eiersuche oder backen Osterkekse. Haushalte mit Kindern mögen zwar Osterdeko anbringen, aber so richtig österlich ist das trotzdem alles nicht mehr.

Osterfaule Deutsche – müssen neue Bräuche her?

OsterdekoStattdessen wird wie wild geshoppt. Ich hab allein in meinem Bekanntenkreis von 3 Leuten mitbekommen, dass sie diese Woche in die Stadt mussten, um „Ostergeschenke“ zu kaufen. Vielleicht gibt’s ja einen Trend hin zu einem Osterfest à la Weihnachten: man fühlt sich verpflichtet „zumindest den Kindern“ etwas zu Ostern zu schenken. Mein derzeitiger Eindruck ist, dass die alten Traditionen ausgedient haben und die Deutschen kurz vor Ostern in einen Mini-Weihnachtsstress kommen, was das Beschaffen von netten Mitbringseln betrifft.

Im Grunde scheint die Schenkerei an Ostern die traditionelle Eiersuche mit vorherigem Familienessen und den Kirchgang zu ersetzen. Und wenn kein anderer Brauch zur Hand ist, um einander eine Freude zu machen, passt ein vorösterlicher Kaufrausch vielleicht ganz gut in diese Zeit. Die Media Märkte dieser Welt freuen sich sicherlich über das Mini Weihnachten so früh im Jahr.

Umrage zeigt: das traditionelle Osterfest ist „Out“

Osterei HaseWas auch immer an die Stelle der traditionellen Osterrituale tritt, die alten Bräuche sind am aussterben. Ganz besonders unpopulär ist laut einer Umfrage vor allem die Eiersuche. Berliner, Hamburgr und Thüringer gaben zu über 75% an, gar keine Ostereier zu verstecken oder zu suchen.

Laut der Umfrage eines Kölner Meinungsforschungsinstitutes, von der ich gestern bei N-TV.de las, haben auch über 60% der Deutschen keine Lust mehr, an Ostern in die Kirche zu gehen. Viele Befragte gaben an, an Ostern durchaus Geschenke zu machen. Interessanterweise jedoch scheinen in etwa genauso viele Menschen zu finden, dass man es bei Ostergeschenke nicht übertreiben sollte, was Umfang und Wert betrifft.

Gründonnerstag auf der Piste? Pustekuchen – Tanzverbot per Gesetz

Im vergangenen Jahr hatte ich mich mit ein paar Freunden am Gründonnerstag, dem Tag vor Karfreitag, zum Essen verabredet. Es war ein sehr netter und lustiger Abend und irgendwann gegen 1 Uhr nachts beschlossen wir, noch gemeinsam auf die Rolle zu gehen. Als wir in dem Club ankamen (einer der wenigen, die überhaupt geöffnet hatten), sagte uns der Geschäftsführer am Eingang höchstpersönlich, dass nicht getanzt werden dürfe, er kurz vorher das Ordnungsamt dagehabt hätte und nun mit einer Strafe von über 1000 Euro rechnen müsse, wenn jemand in seinem Club an diesem Abend tanzen würde.

Ich hatte zwar auf dem Schirm, dass Karfreitag war, es war mir aber im Traum nicht eingefallen, dass es da in Deutschland echt ein Versammlungsverbot per Gesetz gibt, das von Gründonnerstag 0:00 Uhr bis Karfreitag 0:00 Uhr geht. Sprich: eigentlich darf man sich nicht mal versammeln! Wenn ein Club doch aufhat, darf auch der DJ auflegen, aber die Gäste dürfen nicht tanzen! WTF! Ich hatte das noch nie bemerkt, wahrscheinlich, weil ich sonst Karfreitag nicht ausgehe, da sowieso viele Läden zu haben. Ich war geschockt und kam da die ganze Nacht nicht drüber. Schließlich saßen wir dann da auf Barhockern und tanzten im Sitzen. Das war auch lustig, ich konnte es mir einfach nicht verkneifen. Denn: hallo, da ist es per Gesetz verboten, sich zu fünft zu versammeln und zu tanzen! Geht’s noch! Was für eine Freiheitsberaubung!

Karfreitag, ein (Umsatz)freier Tag

Einige Bundesländer wie z.B. Berlin oder Hamburg legen das Gesetz zu Ostern etwas legerer aus. Aber in Deutschland gilt fast überall ein generelles Tanzverbot am Karfreitag, die Geschäfte sowie auch viele Gastronomiebetriebe bleiben geschlossen. Doch immerhin 50% der Deutschen wollen scheinbar am staatlich-religiös vorgeschriebenen Trauertag festhalten: keine Parties am Karfreitag, keine Oper, kein Konzert. Wer jetzt meint, dass sei ein schlechter Scherz, der hat Recht.

Ich höre ja am Karfreitag immer die Staumeldungen vom Verkehr an der Niederländischen Grenze. Dort ist der Karfreitag KEIN gesetzlicher Feiertag, alle Geschäfte haben auf und bei dem super Wetter fahren bestimmt auch dieses Jahr wieder zigtausende Menschen aus dem Rheinland und Ruhrgebiet mal für einen Tag nach Maastricht rüber und lassen dort die Kassen des Einzelhandels und der Gastronomie klingeln…

Eigentlich müsste man an Karfreitag mal eine riesen Party veranstalten und diese als Politische Demonstration anmelden. Dann mit dem Verbot bis zum Bundesverfassungsgericht gehen, gewinnen und damit eine längst überfällige Änderung des Feiertagsgesetzes anstoßen.

Ich jedenfalls habe letztes Jahr nach der ungetanzten Karfreitagsnacht den ganzen Karfreitag bei mir zu Hause herrlich laut Musik gehört und meine Wohnung um dekoriert. Ja, manchmal muss man überholte Gesetze einfach ignorieren, damit sich etwas ändert.

Hier gibt’s die ultimative Songsammlung zum Thema „tanz den Karfreitag“.

Nennt mich eine Ketzerin. Damit kann ich leben. Aber nicht mit einem Tanzverbot.

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Darum ging es im Beitrag:
    tipblog trinity | kreuzung zweier bakterien noch nie dagewesen | traditionelle Bräuche |

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3 Kommentare

  1. tina sagt:

    Ich kann dem ganzen Kirchenkram gar nichts mehr abgewinnen. Eierverstecken für die Kids ist ja noch ok aber alles was mit Kirche zu tun hat geht mir am oberhalb des Beines vorbei.

  2. Christine sagt:

    Ist schon schad, das alles nur noch über Konsum geht!!!!
    Wir schaffen unsere Bräuche selbst ab……….. schad

  3. MarkusT sagt:

    Es ist doch ganz einfach. Wer mit dan angeblich überholten christlichen Feiertagen nichts anfangen kann oder will, der geht halt normal arbeiten. Wozu auch noch Oster- oder Weihnachtsferien – altmodischer Krams. Ach ja, und die Sonntage schaffen wir auch ab. Wer braucht sowas? Ist ja nur für die “christliche Minderheit”. Der Rest der Bevölkerung kann dann ja Party machen, aber auch konsequenterweise 360 Tage im Jahr durcharbeiten. Viel Spaß dabei ihr Ignoranten…