Inventur – Wirtschaftlich sinnvoll ? Wozu dient die Inventur?



Ich bin morgens zur Inventur als Aushilfe angetreten



Schlecht geplant, falsch gezählt und viele Aushilfen in einem riesen Chaos! Das Jahr neigt sich dem Ende. Somit wird jetzt wieder in vielen Geschäften fleißig gezählt. Oftmals mit vielen, vielen Helfern, die eigens für die Jahresinventur befristet eingestellt werden.

Ich selber habe zu meinen Schulzeiten öfter mal an Inventuren als Aushilfe teilgenommen und es damals nicht als so unsinnig empfunden, wie die Iventuren, welche ich kürzlich bei einem örtlichen Baumarkt mitgemacht habe.

Da ich mich aktuell in Elternzeit befinde, habe ich mich auf die Suche nach schnell verdientem Geld so kurz vor der Weihnachtszeit gemacht. Hier bin ich auf eine Anzeige in unserem Käseblättchen gestoßen: “Inventurhilfen gesucht!” Einen kurzer Anruf später, war ich bereits schon bei uns um die Ecke im Baumarkt und habe alle notwendigen Unterlagen abgegeben und war somit “eingestellt”.

Vor knapp 2 Wochen war es dann soweit, ich bin morgens zur Inventur angetreten und war eine Aushilfe von rund 200. Die ersten 3-4 Stunden bestand unsere Aufgabe darin, sämtliche Artikel zu sortieren und beispielsweise die Anzahl des jeweiligen Artikels auf die Rückseite der obersten Verpackung zu schreiben.

Dies sollte eine Art vor zählen sein. Schnell habe ich gesehen, dass allerdings fast alles schon vor gezählt wurde. Auf mein Nachfragen hin sagte mir der zuständige Mitarbeiter aus der Abteilung: ” Nicht schlimm, dann tun Sie einfach so, als würden Sie es nochmal zählen! Der Chef will es nicht anders, offiziell wird noch nicht gezählt.”

Ich hab mir dann mal meinen Teil gedacht und weiter gezählt. Schließlich wird man nach Stunden bezahlt, egal was man getan hat. Nachdem wir dann endlich mit dem offiziellen Zählen starten durften, wurde doch tatsächlich Vieles noch einmal gezählt, trotz der bereits vorgezählten Zahlen auf den Artikeln. Ich habe wieder gefragt, wieso die Anzahl nicht übernommen wird, wo doch eben erst gezählt wurde. Die Antwort wieder knapp:” Das muss ja nicht stimmen, es war schließlich nur ein Vorzählen.”.

Da habe ich dann langsam an dem Verstand der Geschäftsleitung gezweifelt. Wieso lasse ich rund 200 Inventurhilfen stundenlang unsinnig zählen, um dann nochmals zählen zu lassen. Hier hätte man aus meiner Sicht 3 Stunden sparen können. Bei der großen Anzahl der Aushilfen kein kleiner Betrag. Dann wurden beispielsweise offene Artikel mal mitgezählt, mal abgeschrieben, hier kam es auf den zuständigen Abteilungsleiter an.

Da frage ich mich als nicht ganz so neuer Hase im Bereich der Betriebswirtschaft: “Seit wann sind offene, oder gestohlene Artikel noch Verkaufsware? Und vor allem, wieso macht hier eigentlich jeder, was er will?” Aber je mehr ich an Fragen gestellt habe, umso mehr hatte ich den Eindruck, dass die Mitarbeiter entnervt vor mir davon gelaufen sind, weil sie völlig lustlos waren und vermutlich keine Ahnung hatten, was überhaupt betriebswirtschaftlich eine Inventur bedeutet. Sollte eine Geschäftsleitung die Mitarbeiter vielleicht besser schulen???

Als ich dann aber zu einem späteren Zeitpunkt, bei dem sämtliche Inventurhilfen einfach nur wartend rumstanden (es waren keine Lesegeräte mehr vorhanden – wie kann das sein?), habe ich mich mit einem sehr netten Mitarbeiter unterhalten, der mir dann sagte, dass die Inventur sowieso nicht aufgeht, weil das Geschäft kürzlich sämtliche Gegenstände als Deko und Ausstellungsartikel genommen hat, ohne diese abzuschreiben. Da diese Artikel jetzt nicht erfasst werden, fehlen hier Tausende von Euros.

Da habe ich dann wirklich nichts mehr verstanden. Erst beschäftigt man wirklich viele Aushilfen in den ersten Stunden mit aus meiner Sicht “Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen”, dann stehen permanent viele dieser Leute in der Gegend rum und warten auf Arbeit. Allerdings leider vergeblich, weil nicht genügend Zählmaterial bereitsteht. Dann zählt jeder der Mitarbeiter, wie er möchte und von Abschreibungen oder anderen Dingen hat hier wohl auch noch niemand gehört.

Wozu macht ein großes Unternehmen eine Inventur, wenn direkt offensichtlich ist, dass diese Zahlen zu keinem realistischen Ergebnis führen? Wozu wird hier ein riesen Betrag für Aushilfen investiert, wenn die ganze Aktion keinen Sinn ergibt??? Ich habe es nicht verstanden und es mich in den letzten tagen häufig gefragt.
Immerhin hat es sich für mich gelohnt und ich habe mir etwas dazuverdient. 99% der Aushilfen hat es sicherlich nicht einen Bruchteil so sehr beschäftigt wie mich, da viele auch einfach kein Hintergrund Wissen hatten. Einige waren der deutschen Sprache nicht mal mächtig und ich hatte auch nicht den Eindruck, dass auch nur 50% der von manchen Leuten gezählten Artikel den Tatsachen entsprachen.

Vielleicht kann mir jemand eine Lösung nennen und mir meine noch offenen Fragen beantworten. Denn ich würde es einfach nur gerne verstehen, wozu dann eine Inventur?

Liebe Grüße
Lexxa

[teilen]

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Darum ging es im Beitrag:
    inventur als beruf | wozu macht man eine inventur | warum ist eine inventur sinnvoll |

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