Im Preiskampf der Lieferdienste



Die WWW Shoppingkultur hat sicherlich dazu beigetragen



Alle Jahre wieder, kommt der Weihnachtsmann. Heutzutage nicht mehr mit dem Schlitten, sondern meistens mit einem gelben, braunen oder blau-weißen Transporter.  Man munkelt, dass moderne Weihnachtsmänner nicht immer einen fairen Lohn erhalten… In Zeiten von Online-Shopping müssen Paketzusteller ganz schön was abfedern im Preiskampf der Lieferdienste.  Sie sind im Grunde die Leidtragenden, wenn für uns Kunden der Preis sinkt.

Shoppen im Internet geht vielfach zu Lasten der Paketzusteller

Noch vor ein paar Tagen hab ich im TV einen Bericht gesehen darüber, dass immer mehr Leute das Einkaufschaos zur Weihnachtszeit in den Innenstädten vermeiden und bequem von zu Hause im Internet bestellen. Ist ja auch toll und die WWW-Shoppingkultur hat sicherlich dazu beigetragen, dass es immer mehr Lieferfirmen und Paketdienste gibt.

Der Größte in Deutschland ist wohl immer noch die Post mit DHL, gefolgt von Hermes, einer Otto-Tochter. Beide liefern sich dieses Jahr auch zur Weihnachtszeit einen Preiskrieg und es ist nicht das erste Mal, dass ich mir Gedanken mache, was die Leute, die die Päckchen liefern, wohl so verdienen. Oft sind sie abgehetzt, müssen die Pakete bei Nachbarn lassen, wenn der Empfänger nicht da ist, weil sie sonst ihren Job verlieren könnten und ordentlich bezahlt werden sie meist auch nicht. Schöne neue Weihnachtswelt??? Wie alles andere, scheint auch das tolle, bequeme Online-Shopping 2 Seiten zu haben.

Dass Hermes mit Subunternehmern arbeitet und hier nicht immer viel bezahlt wird, hatte ich mal aus den Medien erfahren. Auch DPD und GLS arbeiten meist mit Subunternehmern. Da gibt es dann wahrscheinlich Verträge und wenn’s hart auf hart kommt, wird der Druck einfach von oben nach unten weitergegeben. So beschreibt es zumindest eine ehemalige Hermes-Zustellerin, die hier in meiner Nachbarschaft wohnt.

Auch die Post mischt mit in Sachen Unfairness

In der ARD gab’s kürzlich einen Undercover-Bericht in „Panorama“ . Ein Reporter hatte für die Reportage mit einem miesen Lohn 6 Tage die Woche bei einer Tochterfirma der Post gearbeitet als Paketzusteller. Auf 5 Euro/Stunde brutto kam er, Überstunden wurden nicht bezahlt und auf dem gleichen Gelände arbeiteten auch die Leute, die direkt bei der Post angestellt waren und bei gleicher Arbeit das Doppelte verdienten, als die bei der Tochterfirma beschäftigten. Undglaublich!

Ich bin ja generell für die Einführung von Mindestlöhnen. Aber auch was den Druck betrifft, unter dem Paketzusteller stehen, meine ich, müsste es anders zugehen. Die Leute riskieren ihre Stelle, wenn sie nicht genügend Pakete abliefern und ich finde es inzwischen echt beschämend, wenn ich mir vorstelle, dass ich hier Pakete satt bestelle für Dumping-Liefergebühren und die Zusteller darunter leiden müssen.

Mein Weihnachts-Tip

Es ist wahrscheinlich ähnlich, wie auch mit den billigen Klamotten, die wir hier nur deshalb so günstig bekommen, weil viele Firmen in Asien zu Hungerlöhnen produzieren lassen. Wir entscheiden, ob wir DAS unterstützen wollen mit unserer Kaufentscheidung oder -enthaltung. Und wenn man, was den Paketdienst betrifft, keine Wahl hat, weil der Online-Shop in dem man bestellt nur mit einem bestimmten Zusteller arbeitet, gerade dann sollte man sich vielleicht mal fragen, auf wessen Kosten es geht, wenn die Lieferung SO günstig ist…

Was jemand mit dem Fazit macht, bleibt jedem selbst überlassen. Ich sehe die Paketboten jedenfalls mit anderen Augen nach allem, was ich bisher so erfahren habe. Vielleicht geb ich ja dieses Weihnachten mal den Boten ein Bisschen Trinkgeld, dann kann ich wenigstens sicher sein, dass die Kohle nicht in den Mühlen eines Konzerns zermahlen wird.

Und mal ganz unter uns: der Hermes-Bote, der hier bei uns immer die Pakete bringt, ist echt ne Sahneschnitte… :-)

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Darum ging es im Beitrag:
    paketzusteller trinkgeld zu weihnachten | preiskampf onlineshopping | mindestlohn paketzusteller |

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4 Kommentare

  1. KissfishSue sagt:

    Ja, da hast Du ganz recht. Das läuft ja überall so mit diesen Dumpinglöhnen. Nur die Idioten machen sich ja über kurz oder lang die eigenen Kunden kaputt. Wenn es immer mehr nur noch solche Stellen gibt, dann hat bald auch keiner mehr Geld, was zu bestellen. Die neue Armut ist in Deutschland schon längst angekommen.
    Als Verbraucher kann man nicht immer alles analysieren, und immer wissen, was ein faires Unternehmen ist. Aber eins weiss ich, dass es kurzsichtig ist. Weil man beisst nicht die Hand, die einen auf Dauer füttert.

  2. Marcus sagt:

    Ich habe mir das Video auch angeschaut, und mich wundert das nicht. Ich kenne da noch ganz andere Beispiele!

    Nur betrifft das ja nicht nur die Kraftfahrer, sondern auch Verkäufer etc.

    Auf meinem Blog habe ich mich mal über den Schwachsinn ausgelassen, das z. B. Kaufland an Silvester bis 18 h geöffnet hat!

  3. Bea sagt:

    Ich finde ja generell das Subunternehmern verboten werden sollten und nicht nur im Paketwesen, ganz besonders auch bei Bauunternehmen. Ich kann das jetzt nicht erläutern, aber in meinem Familienkreis sind da schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht worden.
    Was DHL betrifft, weiß ich das da gut bezahlt und die Arbeiter Fair behandelt werden, natürlich möchte jeder immer noch etwas mehr verdienen. Das Video von dem Subunternehmern DHL hab ich mir auch angeschaut, das ist echt eine Frechheit und muss verboten werden.

    Ich warte auch noch auf ein Päckchen und für unseren echten DHL Fahrer wartet schon ein Schokoladen-Weihnachtsmann mit Trinkgeld im Flur :)

  4. Jorin sagt:

    Die Post ist auch groß & bekannt dafür die Arbeitsamtgutscheine mit Firmeneigenen Jobvermittlern abzugreifen und früher vermittelten Sie dann noch Paketzusteller in die ehemalige Ich-Ag. Die haben auf jedenfall alle Tricks drauf dem Staat und ihren Zustellern richtig was aus den Rippen zu leiern!