Grabgestaltung ist keine Frage der Kreativität



sondern vor allem der Verwesung



Wie traurig ist das denn bitte: ein Witwer aus Emden hatte – dem letzten Willen seiner Frau folgend -

Restriktionen in Sachen Gräber

Grabgestaltung @intuitivmedia.net

ihr Grab mit einer großen Grabplatte verschließen lassen und nun soll die Abdeckung entfernt werden, da diese angeblich den Verwesungsprozess der Leiche um ca. 10 Jahre verlängern würde.

Der Fall ging durch sämtliche Instanzen und der Mann muss nun per Gerichtsbeschluss handeln. Tut er das nicht, wird die Platte von der Kommune selbst entfernt.

Ich finde das schon sehr berührend. Da hat jemand einen geliebten Menschen verloren und nun muss er noch mal ans Grab ran. Keine Ahnung, wieso ihm das keiner vorher gesagt hat, das wäre doch mal eine kommunale Aufgabe, Menschen darüber zu informieren, wie sich das mit der Größe von Grababdeckungen verhält.

Lexxa berichtete hier bei Tipblog früher schon mal über kreative Grabgestaltung. Es ist schon länger ein Trend, Gräber individuell zu gestalten und wenn man sich mal erkundigt, stellt man fest, dass sich im Rahmen der Gesetze einiges umsetzen lässt, was aus dem altmodischen Friedhofseinerlei herausragt. Dass es vor allem aber um das Verwesen der Leiche innerhalb eines bestimmten Zeitraumes geht, habe ich selbst nie so bedacht. Ich war immer der Meinung, dass die Restriktionen in Sachen Gräber eher eine Frage der Pietät wären. Aber man lernt ja nie aus.

Ich würde ja im Falle des Witwers evtl. ein kleines Luftloch in die Platte machen lassen, damit genug Luft in das Grab kommt. So was müsste doch gehen.

Wenn ich mal sterbe, werde ich mich auf keinen Fall beerdigen lassen. Ich will verbrannt werden, so dass möglichst schnell möglich nix mehr von meinem physischen Körper übrig ist.

In Deutschland ist es ja leider verboten, die Asche eines Verstorbenen in alle Winde zu verstreuen, aber ich weiß, dass es in Belgien oder den Niederlanden eigens dafür sogar Flächen geben soll. Und wenn Leute zum Shoppen über die Grenze fahren, wieso nicht auch zum Ascheverstreuen. Das könnte noch mal ein echter Streu-Tourismus werden. In jedem Fall braucht dann keiner irgendwelche Grabplatten auszutauschen oder sich dauern auf den Friedhof quälen um Unkraut zu zupfen oder die Blumen zu gießen.

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Darum ging es im Beitrag:
    Kreative Grabgestaltung | grabgestalltung | grabgestaltung mit platte in der mitte |

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2 Kommentare

  1. memento sagt:

    Beruflich führe ich ständig unselige Debatten über völlig unnötige Vorschriften seitens der Verwaltungen.
    In diesem Fall handelt die Verwaltung offensichtlich – aus welchen Gründen auch immer – zu spät, aber dennoch völlig zu Recht.

    Diese Problematik der verhinderten Luftzufuhr ist deutschlandweit ein “totgeschwiegenes” Thema. Sie betrifft die steinernen Abdeckungen und noch mehr die häufige Verwendung von Vlies, Folien und ähnlichem unterhalb von Kiesschüttungen.
    Die Folgen sollen hier nicht näher beschrieben werden.

    Der Ursprung des Verbots von Abdeckplatten hat keine ästhetischen Gründe, sondern gründet genau auf diese Problematik.
    Das wissen nur die wenigsten Betroffenen (und längst nicht alle Verwaltungsbeamte.)

    Aufgrund der Bodenversiegelung sind die Abdeckplatten auf vielen Friedhöfen oder Friedhofsteilen verboten. Aus gegebenem Anlass sollte das Verbot von Abdeckplatten aber noch wesentlich strenger gehandhabt werden.
    Noch verheerender wirken sich noch die o. g. Folien aus, die unmittelbar auf dem Boden aufliegen und nicht wie die Platten auf einer steinernen Einfassung ruhen. Denn es geht bei der Bodenversiegelung weniger um den Durchtritt von Regenwasser, sondern um die unterbundene Sauerstoffzufuhr. Etwaige vorhandene Poren setzen sich innerhalb weniger Wochen für alle Zeiten zu.

    Zwar ist der Einsatz von Kunststoff auf allen Friedhöfen Deutschlands verboten und somit auch die ganze Bandbreite der Folien.
    Leider ist mir kein einziger Friedhof bekannt, der deren Einsatz konsequent und satzungsgemäß ahndet.
    Dieser augenzwinkernde Dienst am Bürger entpuppt sich in zwanzig Jahren nicht selten als unappetitlicher Bärendienst.
    Pietät sieht anders aus.

    Ein Loch in der Platte schadet zwar nicht, bringt aber auch nicht viel.

    Die unerlässliche Sauerstoffzufuhr ist der Hauptgrund dafür, dass unsere Abdeckung hunderte von Löchern aufweist. Als Resultat langjähriger Versuche.
    Wie sieht das denn aus ?

    Gute Frage.

    memento
    Grabgestaltung

  2. Tobias sagt:

    Hi, naja etwas Kreativität benötigt man schon, oder? Zumindest dann, wenn man das Grab selbst gestaltet. Und das ist ja meistens der Fall