Google Street View Deutschland Pannen



weitere Verpixelung in Street View noch möglich



Google Street View Deutschland ist jetzt online und es war ja klar, dass da sowohl in der Blogosphäre als auch seitens Datenschützern und Bürgern der eine oder andere in der einen oder anderen Richtung doch nochmal auf die Barrikaden gehen würde.

Vor dem Ablauf der Widerspruchsfrist hatte Trinity schonmal drüber geschrieben hier. Seinerzeit war kurzzeitig sogar das Gerücht durch die Medien gegangen, dass ein Google Manager sich eine Flugdrohne bestellt hatte und dass deren Einsatz geplant sei, was kurz danach aber von Google dementiert wurde.

Street View winke winkeWelche Städte sind schon online?
Nun, seit Donnerstag sind folgende Deutsche Großstädte bei Street View online: Bonn, Berlin, Bielefeld, Bochum, Bremen, Dortmund, Köln, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Mich amüsieren derzeit ja die Postings, die zum Teil recht unverschämt über die Leute herziehen, die von ihrem Recht auf Verpixelung Gebrauch gemacht haben, auch wenn sie als Kommentar bei n-tv daherkommen.

Was soll das denn? Google hat einfach “mal losgelegt” und in diesem Land eben nunmal eine Rechtssituation zu beachten, die den Bürgern ermöglicht, selbst zu entscheiden, ob sie im Google-Business mitmachen wollen oder nicht. So einfach ist das und ich persönlich finde es gut, dass man eine Verpixelung seines Hauses beantragen kann.

Ich selbst habe das auch gemacht und dabei war es mir sowas von Schnurzpiepegal, ob da irgendwer sonst in meinem Haus es gerne anders hätte. Immerhin hätte meines Erachtens die ganze Chose sowieso umgekehrt laufen müssen. Google hätte eigentlich jeden einzelnen fragen müssen, OB sie sein Haus im Netz zeigen dürfen und nicht andersherum, was für ein Riesenaufwand. An die 250.000 Menschen haben meines Wissens nach eine Verpixelung bei Googlge gefordert, das ist ja nicht mal eben ne Schulklasse, oder?!

Laut diverser Artikel im Netz hat es einige lustige “Pannen” rund um den Start von Google Street View in Deutschland gegeben. Ich selbst wohne in einer Stadt, die noch nicht online ist und ehrlich gesagt, bin ich viel zu faul, mir all den Mumpitz anzusehen, von dem da die Rede ist.

Ich denke, dass die “lustigen Pannen”, von denen derzeit die Rede ist, genau auf das hinweisen, warum viele Menschen keine Lust auf Abbildungen ihrer Häuser im Netz hatten: Eine Eindimensionale Darstellung, Rumgelabere, Rumgelästere von Leuten, die zu faul sind, hinter Fassaden zu blicken und die wahrscheinlich auch sonst die Spitze vom Eisberg für das einzig Relevante halten.

Es gibt eine Menge Gebäude, die von außen Scheiße aussehen, wo aber drinnen ein Paradies zu finden ist. Was bitte soll es also, sich die Zentrale der CDU oder der Grünen von aussen anzusehen, oder das Freimaurer Hauptquartier oder irgendeine Seitenstrasse in Berlin? Was bitte sollte einem denn das Bild eines Gebäudes von der Strassenseite aus MEHR sagen, als wenn man hinfährt und reingeht? Are we control freaks, or what?

Mit Fassadenbildern läßt sich nur im Gesamtkontext tatsächlich feststellen, WAS ein Objekt hergibt. Und da dieser Gesamtkontext bei Streetview nicht gegeben ist, braucht’s meiner Meinung nach auch keine Fassadenbilder, die den ach so beliebten Vor-Verurteilungen Tore öffnen. Da müssen Strassenbilder einfach reichen, meine ich. Viele Grüße an dieser Stelle an die Deutsche GENAUIGKEIT. Hat sie sich schlafen gelegt, nach dem sie die Google Street View Pille geschluckt hatte? Also meine ist noch immer wach, ich hab die Pille heimlich unter der Zunge versteckt und als Google aus dem Zimmer war, habe ich sie ausgespuckt:-).

Nochmal zur Erinnerung:

Google ist ein Mulit-Milliarden Konzern, der mit Nutzerdaten jede Menge Moos macht. Soll’n sie auch gerne, aber wenn es mit MEINEN Daten, oder MEINEM Haus ist, dann hätt ich entweder gerne ein Stück vom Google Kuchen ab, oder aber Google muss sich lang machen. 200 Mitarbeiter zusätzlich für die Bearbeitung von an die 250.000 Anträgen auf Verpixelung scheint mir auf die Bundesbevölkerung hochgerechnet noch nicht wirklich viel zu sein, wenn man bedenkt, das fast eine Viertelmillion (!) Menschen sich den Aufwand geben mussten, einen Antrag zu stellen. Also Google, mach Dich locker. 200 neue Mitarbeiter, Papperlapapp-Peanuts. Wer bezahlt die Verpixelungsantragssteller? Na also!

Und für alle die, die argumentieren, dass man sich sein Urlaubsquartier ja verpixelt nicht ansehen kann oder das Haus, in dem man nächste Woche eine Wohnung besichtigt: ich würde sagen, dafür gibt es die wundervolle Erfindung der Email, der Homepage und im Wohnungssuch-Fall auch Portale, in denen man hümmele Fotos einstellen kann. Von einer Wohnung UND auch von einer Häuserfassade.

Verpixelungen sind auch nach dem Start noch möglich

Laut diesem Bericht bei Spiegel Online sind Verpixelungen des eigenen Hauses auch nach dem Start von Google Street View in Deutschland noch möglich. Hierzu muss man sich direkt an Google Street View wenden.

Leider ließe sich jedoch eine einmal beantragte Verpixelung nicht wieder rückgängig machen, heißt es laut diesem Bericht hier seitens Google. Was da genau dran ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Mir ist es auch gleich, ich habe schon verpixeln lassen :-)

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15 Kommentare

  1. Casi sagt:

    Hmm, nennst den Artikel “Google Street View-Deutschland-Pannen” und lässt eine Menge Dampf ab, was Deinen Street-View-Unmut angeht. Nur zu den Deutschland-Pannen sagst Du irgendwie nichts – bringt die Überschrift mehr Leser? Oder listet Dich gar höher bei Google? ;) Habe natürlich einige Streetview-Kritiker gelesen in den letzten Wochen und Monaten, aber schlechter argumentiert als Du hier hat kaum einer…Wehrst Du Dich eigentlich auch gegen andere Einrichtungen im Netz, die – es ist ja schließlich legal – Gebrauch von ihrem Recht machen, Deine Straße – und die Front Deines Hauses im Netz abzubilden?

  2. Anonymous sagt:

    Im Groben schließe ich mich @Casi an. Die Argumente wirken auf mich auch wie die, häufig von StreetView-Gegnern genannten und dennoch “Schwachsinnig”.

    Bilder, die einmal verpixelt wurden, können deshalb nicht wieder entpixelt werden, weil Google diversen Datenschützern das Versprechen geben musste die Originalbilder zu bearbeiten. Inzwischen machten allerdings auch schon reichlich Meldungen die Runde, dass es sogar eine ganze Menge Anfragen gab, die zur Verpixlung beantragten Bilder doch wieder sichtbar zu machen. Und warum? Weil die Leute erst jetzt sehen, was der Dienst wirklich ist und macht.

    Abgesehen das ein verpixeltes Haus wirklich sch*** aussieht. Die ganze Privatsphäre-Geschichte wurde im Vorfeld so schön hochgekocht, das letztlich Meinungen wie deine hier entstehen mussten.

    Einfach mal von der Vorstellung… Google müsste jeden Fragen ob ein Bild des Hauses ins Internet gestellt werden darf. Darüber lohnt es fast nichtmal nachzudenken. Somal Google bestimmt nicht im Sinn hatte irgendwelche Privatsphären oder sonst was zu verletzen. Deutschland ist nicht das erste Land in dem es Street View gibt. Aber das erste, wo so ein Terror gemacht wurde.

    Die Beispiele, für die man StreetView gebrauchen könnte sind zudem auch immer die selben. Finde sie selbst nicht gut, aber der Dienst in selbsterklärend. Der eine spricht von Restaurantsuche, den Urlaubsort im Vorfeld anschauen, das Umfeld einer neuen Wohnung betrachten. Wie oft macht man sowas? Wenn du aber, aus welchen Gründen auch immer, mal in einer fremden Stadt einen Termin hast, kannst du dir so im Vorfeld angucken wonach du dich orientieren kannst, ob und wo es Parkplätze gibt, nen Imbiss usw. das muss man nicht alles aufzählen.

    Warum dann die Häuserfassaden sinnvoll sind, muss man dabei auch nicht erklären. Auf ner Landkarte siehst du Parkplätze, Geschäfte u.ä. eben nicht.

    Wenn irgendwer daraus Rückschlüsse auf die sozialen Gegebenheiten eines Menschen zieht, ist das sicher sch***, aber dafür kann Google bzw. StreetView nichts. Genauso wenig für die oft zitierten Einbrecher, die sich im Vorfeld informieren. Es wird immer irgendwelche Kaputten geben, die auch das neueste, beste, schönste, nützlichste usw. System ausnutzen werden. (Nebeneffekt)

    Gucks dir einfach mal, ohne Vorurteile an. Vergiss alles, was bislang gesagt und geschrieben wurde und guck dir bspw. an wie und wo du früher einmal gewohnt hast, wo du zur Schule gegangen bist, einkaufen warst usw. Den tatsächlichen Nutzen entdeckst du 100% später!

    Nebenbei bemerkt würde mich ja mal deine Meinung zu Facebook und seinen Privatsphäre-Praktiken interessieren.

  3. Thom sagt:

    hi @Casi ,
    die Überschrift hab ich eingebaut. Ist halt ein passendes Wort zum Text, auch wenn der Leser etwas anderes dahinter vermutet.
    Mir persönlich ist es völlig egal ob verpixelt oder nicht. Die aktuelle Aufregung um den google Dienst ist aktuell ein Hype und in 1 Jahr kräht kein Hahn mehr danach.

    Ich freue mich jedenfalls darauf mit street view Orte zu besuchen wo ich schonmal war und auf die ersten lustigen Google Streetview Fotos aus Deutschland.

  4. Sophie sagt:

    Hallo Leute, ich dachte mir schon, dass es durchaus Kommentare geben würde, die eine andere Sicht der Dinge vermitteln. Auch ich hab mich mit der politischen Seite auseinandergesetzt und auch mir als Spielkind ist klar, dass Street View ein schönes Toy ist -und ein Tool:-)

    Dennoch nehme ich mir die Freiheit, eigene Schlüsse zu ziehen und auch ganz legitim Google zur Verpixelung aufzufordern;-)

    Und bei dieser Entscheidung muss niemand mit einem Street View Fan diskutieren. Ganz einfach weil Menschen sich auf unterschiedliche Weise, aus unterschiedlichen Blickwinkeln ihren Teil zu einer solchen Sache denken und weil in D nunmal auch die Gesetzeslage dies ermöglicht.

    Wenn die eine Seite -wie derzeit im Web vielfach gesichtet Street View Befürworter- der anderen Seite -Street View Verweigerer- in MAC/PC-Manier Argumente um die Ohren haut, klinke ich mich einfach aus. Das find ich Energieverschwendung:-)

    Ich wünsche Euch allen ein zauberhaftes WE!

  5. Cedric Instenberg sagt:

    Das mit dem Mann im Kofferraum finde ich echt genial..

  6. Felix sagt:

    “Google hat einfach “mal losgelegt” und in diesem Land eben nunmal eine Rechtssituation zu beachten”

    –> richtig, und genau das hat Google getan. Denn es gibt kein Gesetz, dass es verbietet, Fotos von öffentlichen Straßen zu machen. Dazu gehören auch die Häuser, die an diesen Straßen stehen. Stichwort: Panoramafreiheit ;-)

    Da war Google sogar noch nett, dieses alberne Verpixelungs-Werkzeug zur Verfügung zu stellen.

  7. Eichental sagt:

    Meine Güte, wird immer noch über dieses StreetView diskutiert? Wer glaubt, daß Google wirklich alles gelöscht hat, glaubt auch an den Weihnachtsmann ;-) . Außerdem wußte 1/4 derer die einen Antrag gestellt haben vermutlich garnicht um was es genau geht. Wenn ich mich in meinem Wohnzimmer ausziehe muß ich auch damit rechnen, daß mir ohne Rollos jemand dabei zuguckt. Wenn ich das nicht will, darf ich das nicht tun. Wenn ich mein Haus verpixeln lasse, mache ich es für kriminelle Kreise erst Recht interessant. Wenn ich Google nur mal ärgern will, habe ich ein Recht dazu, keine Frage. Also was gibt’s noch zu diskutieren? Ach ja, warum diskutiert eigentlich niemand über BingMaps (Vogelperspektive) oder Sightwalk (StreetView z.T. sogar zu Fuß)?

  8. Arne sagt:

    @Eichental: Du bist ganz richtig, diese Diskussion ist unendlich. Jedenfalls freue ich mich dass Hamburg auf Streetview ist, so muss ich mich nicht unbedingt die ganze Zeit verlaufen! Es ist nützlich, auf jeden Fall.

  9. Franka Heppner sagt:

    Ich verstehe die ganze Diskussion um “meine Hausfassade gehört mir” auch nicht. Natürlich “gehört” sie den Bewohnern … aber daraus abzuleiten, dass man in seinen Persönlichkeitsrechten eingeschränkt wird ist doch wirklich hanebüchen. Man sieht auf Street View nichts, was man nicht auch so in der Öffentlichkeit gesehen hätte … nur, dass man eben nicht mehr selber dorthin fahren muss. Fürchterlich, diese scheinheilige Argumentierung. Für mich ist Streetview ein Teil des heutigen Lifestyles – und ob es jetzt Mehrwert bringt oder nicht: Es macht hauptsächlich erstmal Spaß, virtuell durch andere Städte zu fahren.

  10. Alexander sagt:

    @ Franka
    Hallo, Ich kann dir da auch nur zustimmen! Ich vertehe nicht wieso so ein großer Trubel darum gemacht wird. Prinzipiell kann jeder der an dem Haus vorbei läuft genau so gut das Haus ansehen. Grade in Großstädten sehen mehrere Hundert Leute am Tag das Haus… Mein Haus ist üprigens zu sehen und es freut mich sogar :-)
    lg

    • Christina sagt:

      ´Dein kommentar finde ich cool :D .. danke für die inforamtion.
      LG Christina

  11. Betty sagt:

    Pannen gibt es ja ohne Ende derzeit (noch)? Auf vielen anderen Blogs kann man ebenfalls darüber lesen. Das ganze ist echt schon eine heftige Angelegenheit … der hype ist ja nach wie vor ununterbrochen.

  12. Rainer sagt:

    Man kann sich drüber aufregen und es lassen. Fakt ist das Street view steht und ich finde es Klasse ;-)
    Grüße Rainer

  13. hier nicht sagt:

    Hallo Zusammen,
    der Artikel ist zwar schon etwas älter, aber vielleicht kann mir trotzdem jemand einen Hinweis geben oder weiß mehr zum Thema “Verpixelung aufheben”.
    Leider habe ich nach Umzug mit meinem Büro festgestellt, dass das Gebäude verpixelt ist. Im Haus weiß angeblich niemand, dass er oder sie einen Antrag gestellt hat.
    Wenn nun die Original-Dateien verpixelt worden sind, stelle ich mir natürich die Frage ob es überhaupt Sinn macht einen Antrag oder ähnliches zu stellen. Wenn ja, wie geht das?
    Ist denn außerdem überhaupt bekannt in welchen Abständen google plant die Daten zu aktualisieren? Vielen Dank für Eure Mithilfe.

    • Sophie sagt:

      Hallo, meines Wissens kann man eine Verpixelung nicht rückgängig machen, da reicht ein einziger Antrag und schwupps: verpixelt. Ich würd da aber nicht meine Hand für ins Feuer legen, also nimm doch mal selbst Kontakt mit Google auf und erkundige dich dort;-).
      Liebe Grüße