Ehelicher Beischlaf – per Gerichtsbeschluss ?



Kommt der Beischlafsvollstreckungsbescheid ?



Ziemlich abgefahren, was da ein Französisches Berufungsgericht im September entschieden hat: ein Mann muss seiner inzwischen geschiedenen Frau 10.000Euro Schadensersatz zahlen für im Laufe mehrerer Jahre nicht erfüllte „eheliche Pflichten“. Auf Deutsch: die Dame hatte wegen ausbleibenden Beischlafes geklagt – und gewonnen.

Der Mann scheint alle Register gezogen und alle möglichen Gründe vorgebracht zu haben, von schlechter Gesundheit bis hin zu konstanter Müdigkeit wegen seiner Arbeitszeiten etc, nichts konnte die Richter erweichen: der Mann muss zahlen. Bericht auf N-TV

Beschluss

Beschluss @intuitivmedia.net

Die Richter entschieden hier angeblich gar nicht mal nach bestimmter Sex-Häufigkeit (hierzu hätte man ja ne Statistik nehmen können und der Mann wäre mit 2 Mal die Woche davongekommen), denn diese ist in den betreffenden Gesetzen nicht festgelegt, soweit ich weiß. Sie entschieden wohl einfach danach, dass diese spezielle Frau eben meinte, es sei ihr nicht „genug“ Sex gewesen.

Es wurde dem Mann hier auch die Schuld am Scheitern der Ehe zugesprochen, wie ich in einem Online-Artikel von Le Parisien lesen konnte.

Ehelicher Beischlaf – per Gerichtsbeschluss unmöglich durchsetzbar

Hihi :-) ich find sowas schon befremdlich. Zwar ist Sex tatsächlich als Ausdruck von Zuneigung zwischen zwei Menschen zu deuten und zu werten, allerdings frage ich mich, wo man denn da hin kommt, wenn jetzt schon Schadensersatz eingeklagt wird in so einer Sache. Kommt dann demnächst ein „Beischlafsvollstreckungsbescheid“, wenn man mal ein paar Wochen keine Lust hatte, oder wie?!

Beischlafvollstreckungsbescheid
Brautpaar @intuitivmedia.net

Ob so eine Klage (bei der es m.E. wohl eher um die Pusemucken als tatsächlich um die nicht erfüllte Sexualität ging…) auch in Deutschland möglich wäre, vermag ich nicht zu sagen, dafür kenne ich mich mit den Gesetzen zu wenig aus.
Bei Wikipedia kann man „Ehelicher Beischlaf“ nachlesen und es scheint schon so zu sein, dass auch hierzulande schon mal Leute damit durchkamen, Unterhaltszahlungen zu verweigern, weil der/die Partnerin ihn/sie nicht ranließ. Jedoch scheint es juristisch ziemlich unmöglich, jemanden zu Sex in der Ehe zu verdonnern.

Ich finde ja, dass wenn es zwischen Mann und Frau nicht mehr schnackelt und beide gerne auf Sex verzichten, ist alles ok. Wenn einer unglücklich ist, müssen neue Absprachen des Paares her oder eben eine Trennung. Schadensersatzforderungen hier finde ich total verstaubt, weil man ja jederzeit gehen kann. Wer so lange in einer unschönen, unerfüllten Beziehung bleibt, ist meines Erachtens selber Schuld.

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Darum ging es im Beitrag:
    Gericht eheliche Pflicht | Verweigerung eheliche Pflichten Italien Urteil | gerichts urteilehelicher beischlaf |

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6 Kommentare

  1. Bea sagt:

    Es gibt ja heute für alles und jeden Abmahnungen, vielleicht haben wir bald alle, Abmahnungszettel in der Nachtisch-Schublade :) Die wir dann bei nicht erfüllten Beischlaf auf dem Kopfkissen des anderen legen können.
    Nein, ich bin schon deiner Meinung, wenn es nicht mehr klappt sollte man miteinander reden und Lösungen suchen, oder aber man muss sich halt trennen.

    Grüße Bea

  2. Gucky sagt:

    Also für mich gehört zu einer Liebe, egal ob verheiratet oder nicht, unbedingt die körperliche Liebe (Eros) dazu. Allerdings ist das keine Tätigkeit wie Essen und Trinken und man muß schon auf die Befindlichkeiiten des Partners eingehen.
    Also ich meine, die Bereitschaft zum SEX ist nicht bei beiden Partnern immer gleich groß.
    Aber wenn ich nur noch Ausreden zu hören bekäme würde ich stutzig und müßte denken, daß da irgendwas nicht mehr stimmt.
    Allerdings bin ich auch der Meinung, wenn die “Luft” total raus ist sollte man sich trennen wenn Diskussionen darüber zu nix führen.
    Gehört habe ich allerdings, daß es auch hier Pflicht ist, eine gewisse Anzahl geschlechtlicher Kontake zu haben wenn man verheiratet ist. Es soll sogar ein Scheidungsgrund sein wenn man diesen Pflichten nicht nachkommt… :shock:

  3. Marc sagt:

    Herrlich :-)
    Wobei ich jetzt gewettet hätte, dass die Männer eher wollen als die Frauen… :p
    Wenn man gerichtlich zu Sex gezwungen wird, gibt es dann auch vom Gericht Vi*gra, falls es nicht klappt?! *grübel*

  4. Marcus sagt:

    Naja, wenn man sich mal überlegt, welche Gesetze in den USA bezüglich des Sex (noch) gelten, dann ist das hier ja noch einigermaßen human.

    Und vielleicht ist das Urteil auch nur die Folge eines Gesetzes aus der Zeit der französischen Revolution. Nur das die Richter(innen?) hier den Spieß umgedreht haben.

  5. Thom sagt:

    Also mir kann man nichts nachsagen oder einklagen :-)

  6. esther sagt:

    Ich dachte, sowas gebe es nur in GB, den USA oder als Fake auf der BILD zu lesen. Und sowas dann in Frankreich. Die spinnen die Franzosen :D