EHEC Spekulationen über die Herkunft des Erregers



EHEC-Erreger absichtlich in Umlauf gebracht ?



Jetzt haben also Forscher des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf und des Chinesischen Genom Projects das Erbgut des EHEC-Bakteriums entziffert. Es handelt sich um eine Kreuzung zweier Erregertypen, die so noch nie dagewesene und aggressive Eigenschaften habe.
Wie diese neue Kreuzung entstanden ist, muss noch erforscht werden. Im Web kursieren allerdings schon erste Gerücht über mögliche Szenarien. Einige Autoren spekulieren, dass möglicherweise die neue, aggressive Form des Bakteriums künstlich zu biologischen Kriegszwecken gezüchtet sein könnte bzw. dass Terroristen hinter EHEC stecken.

Wissenschaftler suchen weiter nach Behandlungsmöglichkeiten des durch EHEC ausgelösten Hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS). Durch die Entzifferung des Erbgutes des Bakteriums sind sie schon ein Stück weiter.

Die Rolle der Medien in Sachen Panikmache

Es scheint, dass die Behörden im Falle einer solchen Verbreitung einer Krankheit normalerweise auch in Betracht ziehen müssen, dass es sich um einen biologischen Angriff handelt. Dass wir davon bisher noch nicht viel gehört haben, liegt vielleicht daran, dass man doch die ärgste Panik nicht noch schüren will.

Die Medien leisten jedoch m.E. ganze Arbeit, was das Schüren von Angst vor Spanischen Gurken & Co. angeht. Ähnlich wie bei der Schweinegrippe und dem Dioxin-Skandal gibt es einen Ruck in Deutschland und die Leute kaufen für eine Weile keine Eier, Schweinfleisch oder Gurken. Dann ebbt die Berichterstattung normalerweise irgendwann ab und auch die Angst scheint zu verschwinden. Und die Bevölkerung geht wieder zur Tagesordnung über. Das Interesse der Menschen an Neuigkeiten zu einem Angstbesetzten Thema scheint sich immer irgendwann totzulaufen und man schaltet um, wenn man die News schon auf 4 anderen Kanälen gesehen hat.

Doch ist damit das Thema hinter dem Thema schon abgehakt? Sind die jetzt aufkommenden Spekulationen über die Herkunft des EHEC-Erregers oder gar seinen Sinn vielleicht sogar sehr gesund?

Spekulationen bringen oft neue Denkansätze

Bei welt.de ist zu lesen, dass Alexander S. Kekulé, renommierter Mikrobiologe an der Uni Halle-Wittenberg, nicht ausschließt, dass der EHEC-Erreger absichtlich in Umlauf gebracht worden sein könnte. Hier kann man das Interview nachlesen.

Als ich die unterschiedlichen Spekulationen hinsichtlich der Herkunft und den Ursachen von EHEC las, dachte ich so: nun, vielleicht sind es gar keine Terroristen, die das Bakterium freigesetzt haben. Vielleicht ist das eine Art geheimer Testlauf für die Deutschen Behörden, die für Katastrophenfälle zuständig sind, vielleicht läuft so ein „Feldversuch“ ja EU-weit. Immerhin ist die durch EHEC ausgelöste Erkrankung zwar sehr schwer, jedoch entsteht die Brisanz der Situation ja hauptsächlich dadurch, dass im Falle einer Epidemie die Gesundheitseinrichtungen restlos überfordert und überbelegt sein würden, wodurch man nicht allen Patienten gerecht werden kann.

Weiter habe ich den Gedanken noch nicht gesponnen. Dennoch, ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass es auf dieser Welt einige Länder gibt, die biologische Kampfstoffe entwickeln. Dass die anderen Länder ein Medikament bzw. Impfungen entwickeln müssen, um beim Einsatz solcher Waffen entsprechend gegenwirken zu können, ist klar. Dass man es der Bevölkerung nicht unbedingt auf die Nase bindet, wenn solche Gefahren bestehen, bevor man ein adäquates Gegenmittel hat, wäre auch typisch Politik.

Wie nun die ganzen Landwirte und Gemüsehändler, deren Existenz grad in akuter Lebensgefahr ist, in dieses Katastrophen-Übungs-Szenario passen, weiß ich noch nicht. Es handelt sich aber wohl in jedem Fall um „Bauernopfer“…

EHEC und die Landwirtschaft: Massentierhaltung in neuem Licht

Spanische Gurken sind inzwischen ja wieder „freigegeben“, jedoch fordert Spanien Schadensersatz, weil im Zuge der Warnungen die Namen der Erzeuger bekanntgegeben worden waren, die nun mit erheblichen Einbußen zu leben haben.

Vom EHEC-Erreger betroffen sind wahrscheinlich auch hierzulande eine Menge kleiner Landwirtschaftsbetriebe, wenn die Panik und damit Kaufweigerung der Konsumenten anhält. Die ganz großen Gemüselieferanten könne das vielleicht noch abpuffern, aber kleinen Landwirten und Händlern dürfte die derzeitige Situation ganz schöne Löcher in die Kassen reißen.

Bleibt man mal beim Ausgangsszenario, bei dem EHEC-Erreger über die Düngung auf das betroffene Gemüse gelangt ist , könnte man ja mal generell drüber nachdenken, dass Kuh-Mist-Dünger, Jauche, Gülle, wie man es auch immer nennt, ein Abfallprodukt der Massentierhaltung ist, wenn damit im großflächigen Stil gedüngt wird in der Landwirtschaft. Es scheint mir so gar nicht ungewöhnlich, dass innerhalb solcher Massen an Vieh auch jede Menge Bakterien mutieren, die Bedingungen in Mega-Ställen sind ja so gut wie ein Brutkasten.

Und bei dieser Betrachtung und dem Szenario, EHEC könnte sich ganz einfach so genetisch verändert haben, denke ich persönlich daran, dass man immer mal wieder die Massentierhaltung anprangert, es aber immer noch Massenhaft solcher Betriebe gibt, in denen Kühe oder Hühner ausschließlich zur Schlachtung aufgezogen werden. Das ist ziemlich unwürdig, finde ich.

Vielleicht ist ja der aggressive Keim derzeit the revenge oft he cows…. Wer weiß das schon?

Hier gibt’s noch mehr „Gedanken zur EHEC-Quelle

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Darum ging es im Beitrag:
    EHEC Herkunft | youtube ehec corinna | Spanien Massentierhaltung Landwirtschaft |

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4 Kommentare

  1. VolkerK sagt:

    Die Verschwörungstheorien hab ich schonlänger erwartet, aber ausschließen will ich die natürlich nie ;-)
    Was man nicht vergessen darf: Es wird heutzutage de facto nur noch im Biobereich organisch gedüngt, und gerade da ist durch die fehlende Intensivtierhaltung das Risiko, einen EHEC-Erreger aufs Feld zu bekommen, eher gering.
    Das, was mit der Gülle gemacht wird ist nur eines:
    Sondermüllentsorgung.
    Gülle ist chemisch hochkritisch, vor etwas über 10 Jahren war im SPIEGEL mal ein Bericht über Schadstoffe im Grundwasser, wo u.a. ein Medikamentencocktail, der über die Gülle ins Erdreich gelangt, beschrieben wurde.
    Gülle auf die Felder auszubringen ist etwa vergleichbar mit dem Verklappen von Dünnsäure im Meer, was vor vielen Jahren mal in die Medien kam: Die Schadstoffe werden soweit verdünnt, dass sie nicht mehr (allzu) schädlich sind.

  2. KissfishSue sagt:

    Tja, es ist eben irgendwie alles “Too much”. Zu viele Menschen auf diesem Planeten, zu viel Luftverschmutzung, zu viel Gift, zu viel Treibhauseffekt, zu viel Massentierhaltung und auch zu viel Gülle, die auch den Treibhauseffekt anheizt.
    Also an eine Verschwörungstheorie glaube ich nicht – da hat wer zu viel Resident Evil gesehen :-)

  3. Tom sagt:

    Och ja was uns da von den Medien immer dargestellt wird ist schon sehr aufgebauscht.

    wo her dieser Erreger kommt weis man ja immer noch nicht wirklich. Aber das so eine Panik von den Medien ausgeübt wird, finde ich nicht gut. 15 Menschen sind dran gestorben glaube ich. ja und?? in der gleichen Zeit sind Mindestens 100 Menschen an der normalen Grippe gestorben. Alles etwas zu dramatisch finde ich.

  4. Corinna sagt:

    Könnte ich mir auch gut vorstellen, dass das ein Feldversuch ist. Damit die Leute dann, wenn wirklich mal ein gefährlicher Erreger kursiert, keine Angst mehr haben. Und man ihn ganz einfach unters Volk mischen kann, ohne das noch groß Panik ausbricht.

    Ich fänd es sehr schön, wenn das Bakterium auf Massentierhaltung zurückgeführt werden könnte. Und die Regierung dann mal eingreifen würde, weil sie müsste. Ich würde auch das teurere Fleisch kaufen.

    Achja, mal was anderes: Was haben die ganzen schwarzen Militärflugzeuge über Dresden und Berlin eigentlich zu bedeuten?