No Name Lebensmittel: Wie gefährlich ist der Verzehr Dioxin-verseuchter Lebensmittel?



Auswirkungen des derzeitigen Dioxin-Skandals



Derzeit macht der jüngste Dioxin-Skandal in Deutschland Schlagzeilen. 30.000 bis 150.000 Tonnen Tierfutter könnten Dioxin belastet sein, weil jemand angeblich in der Futtermittelherstellung technische Mischfettsäuren mit Futterfetten verwechselt hat.
Dieser Version glaubt zumindest das Niedersächsische Agrarministerium laut Sprecher Gert Hahne nicht, da es um solche Mengen geht, dass menschliches Versagen eher unwahrscheinlich ist.

Mischfettsäuren werden normalerweise für technische Zwecke eingesetzt und ich mag mir das gar nicht recht vorstellen, dass da möglicherweise absichtlich giftiges Zeug ins Tierfutter gemischt wurde….

Was ist Dioxin und wie gefährlich ist der Verzehr Dioxin-verseuchter Lebensmittel?

Dioxin Skandal

Eier @intuitivmedia.net

Dioxine sind sogenannte „Ultragifte“, die als Nebenprodukt bei chemischen Prozessen mit hohen Temperaturen  entstehen. Beispielsweise bei der Papierbleichung, aber auch bei der Müllverbrennung, Waldbränden und sogar bei Gewittern. Der menschliche Körper braucht ziemlich lange, um Dioxin wieder abzubauen, wenn es einmal im Organismus gelandet ist. Hier geht’s zu einem Artikel von 2004, der eine recht umfangreiche Übersicht bietet .

Auf der Seite des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) gibt es weitere Informationen zu Dioxinbelastungen in unserer Nahrung.

Laut Verbraucherschutzministerium NRW hat man übrigens beim Verzehr kleiner Mengen an Lebensmitteln, in denen Dioxin in ganz geringen Mengen enthalten ist, keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten. Aber ganz richtig heißt es in der aktuellen Pressemitteilung auch „Allerdings haben Dioxine in Lebensmitteln nichts zu suchen.“.

Veröffentlichung der Stempelnummern möglicherweise verseuchter Eier – noch keine Angaben über Fleisch

Ich möchte hier ungern eine Liste der Stempelnummern einstellen, die bisher durch die Medien bekannt geworden sind. Es sind einige und jeder sollte sich selbst beim Verbraucherschutzministerium  seines Bundeslandes erkundigen. Die Ministerien MÜSSEN den Verbraucher über Dioxin-verseuchte Lebensmittel im jeweiligen Bundesland informieren, so will es das Verbraucherschutzgesetz, wenn ich das richtig verstanden habe.

Stand der Dinge in den Ländern laut www.Sueddeutsche.de

Da momentan noch gar nicht klar ist, wie viel verseuchtes FLEISCH derzeit auf dem Markt ist, betrachte ich die Informationen zu den Eier-Stempelnummern zwar als eine nette Geste der Ministerien, ich glaube aber keinesfalls, dass DAS ausreicht, um sich ganz sicher sein zu können, dass man nicht-verseuchte Eier im Kühlschrank hat.

Also werde ich wohl auch ein Bisschen Dioxin futtern in der nächsten Zeit. Ich gehe ja mal davon aus, dass die betroffenen Eier nicht bloß im Einzelhandel gelandet sind, sondern zum Teil auch in der Lebensmittelindustrie und wenn das alles einmal schön in die Eiernudel-Maschine gefüllt wurde, ja dann hab ich eben Dioxin in meiner Hühnertütensuppe. Anfang der 70er geboren habe ich ja allein durch die alten Umweltregeln in dieser Zeit soviel Umweltgifte abbekommen, dass die eine oder andere Dioxin-Dosis da jetzt auch nicht mehr so dramatisch sein kann.

Ich kann mich einer gewissen Ironie bei derlei Skandalen einfach nicht erwehren, denn es gibt so viel Gifte in unserer Welt und Nahrung, man raucht, man fliegt etc. dass ich versuche, den Ball recht flach zu halten, möglichst Bio einzukaufen und mich nicht völlig bekloppt machen zu lassen, wenn ich mal industrielle Nahrung zu mir nehme, bei der man sowieso nicht ganz genau weiß, was drin ist…

Bio-Eier und Bio-Fleisch derzeit nicht betroffen

Dioxin Fleisch

Lebensmittel @Intuitivmedia

Ich persönlich kaufe schon seit langem nur Bio-Eier aus Freilandhaltung und auch das eher selten, da ich nicht so gerne Eier esse. Aber auch bei Bio kann man ja nicht ganz sicher sein… Erst im Mai 2010 gab es nämlich auch einen Bio-Eier-Skandal in Deutschland, bei dem Dioxin-verseuchter Mais aus der Ukraine eine entscheidende Rolle gespielt hatte.

Alexander Gerber vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sagte gegenüber n-tv.de , dass kein Bio-Betrieb vom derzeitigen Dioxin-Skandal betroffen sei und man bedenkenlos sowohl Fleisch als auch Eier aus ökologischer Erzeugung essen kann. Gut zu wissen.

Übrigens: ich bin keine Heilige und esse auch schon mal Fleisch vom normalen Metzger. Ab und zu ist es aber ganz gut mich selbst wieder daran zu erinnern, warum ich mal auf Bio-Freiland Eier von einem Hof hier in der Nähe und Öko-Fleisch und Gemüse umgestiegen bin. Nicht wegen MEINER Gesundheit, sondern weil mir die Tiere in der Massentierhaltung leid tun. Ein Video braucht’s hier sicher nicht, jeder hat bestimmt ganz genau auf dem Schirm, was da abgeht.

Und ich meine auch, dass man als Eier- und Fleischesser eine gewisse Verantwortung den Tieren gegenüber hat, die man durchaus über seine Kaufentscheidung ausdrücken kann.

No Name Lebensmittel Auswirkungen des derzeitigen Dioxin-Skandals

Tausende Legehennen wurden bereits getötet und mehr als 1.000 Deutsche Bauernhöfe sind laut Medienberichten derzeit geschlossen. Die Betreiber müssen nun auf eigene Rechnung die Unbedenklichkeit ihrer Produkte nachweisen, bevor diese wieder für den Markt freigegeben werden.

Unsere Verbraucherschutz-Verordnungen sind schon gar nicht so übel im Vergleich zum Rest der Welt, meine ich. Und solche Skandale, wie der aktuelle, geben meistens ja doch unterm Strich neue Impulse, was man noch besser machen kann.

Dabei denke ich momentan an VIEL mehr ökologische Erzeugung. Und eine Erhöhung der Bio-Förderung für Betriebe, die auf alternative Erzeugung umstellen, soll zumindest von NRW aus schon bei der EU beantragt worden sein.

Es wird vielleicht zukünftig auch schärfere Strafen bei Verstößen gegen das Lebensmittel- und Futtermittelrecht und verschärfte Spielregeln in der Futtermittelherstellung geben. Dieser Ruf schallt derzeit auf politischer Ebene jedenfalls durch’s Land.

Ich bin mir sicher, dass auch dieser Skandal in kürzester Zeit wieder in Vergessenheit gerät. Zu hoffen bleibt, dass es ein paar sinnvolle neue Maßnahmen geben wird, damit weniger Gift in den Nahrungskreislauf gelangt.

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Darum ging es im Beitrag:
    Dioxin in Bio-Fleisch in BaWü | Dioxin in Bio-Fleisch | biofleisch nicht gefährlich |

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6 Kommentare

  1. Sophie sagt:

    das ist krass! Inzwischen sind vorsichtshalber 4700 Betriebe geschlossen worden und scheinbar wußten auch schon im Frühjahr Leute von dem verseuchten Fett

    http://www.n-tv.de/panorama/Laborergebnisse-waren-Verschlusssache-article2304681.html

  2. Silver sagt:

    kriminelle Scheisse die da abgeht und der Verbraucher kann nichts tun.

    Die Futterfette der Firma Harles und Jentzsch aus Uetersen haben den Grenzwert für das Gift extrem überschritten.

    http://www.n-tv.de/panorama/Dioxin-Grenzwerte-massiv-ueberschritten-article2310346.html

  3. robbe sagt:

    Also ich hoffe wir werde es überleben. Ich esse gerne mal ein Ei zum Frühstuck. Bzw. Spiegelei mit Gambas :-)

  4. Sophie sagt:

    TV Tip: heute Abend um 21:45h gibt’s FAKT in der ARD u.a. zu den gesundheitlichen Aspekten.

    Soll ja alles nicht ganz so dramatisch sein. Ich esse heute jedenfalls eine Nasi Goreng Pfanne mit Hähnchen und vielleicht auch einem Hauch Dioxin und lasse es mir richtig schmecken:-)))