Die schlimmste Entscheidung im Leben: Wer soll sterben – Kind oder Partner?





Ein Familienvater aus Neuseeland musste vor einigen Tagen eine furchtbare Entscheidung treffen, nämlich die über Leben und Tod seiner Frau und seines Kindes. Nur einer konnte überleben.

Was war passiert? Bei einem Verkehrsunfall stürzte der PKW in der Nähe des Wohnhauses einen 10 Meter tiefen Abhang hinab in einen Fluss. Ein Freund des Sohnes, der mit im Auto saß, konnte sich befreien und den Familienvater zu Hilfe holen. Der Mann stürzte mit einer Taschenlampe los und hörte seine Frau in den Wassermassen schreien, der Sohn klemmte im Auto fest. Die Zeit bis zum Untergehen des Autos reichte jedoch nur, um einen der beiden zu retten. Binnen Sekunden musste er entscheiden, ob er seine Frau oder seinen Sohn rettet.

Nach eigenen Angaben versuchte er zuerst, sich einen Weg zum Auto zu bahnen, in dem sein Sohn saß. Dabei musste er feststellen, dass er es nicht schnell genug zum Auto schaffte und seine Frau unterging. Also brachte er zuerst seine Frau an Land und musste dann feststellen, dass nur noch die Rückleuchten des Autos aus dem Wasser schauten. Da er Angst hatte, dass er selbst vom untergehenden Auto mitgerissen würde, dann seine Frau nicht mehr retten könnte und die beiden Töchter dann ganz alleine wären musste er – so sagte er – akzeptieren, dass er für seinen 13-jährigen Sohn nichts mehr tun konnte.

Es ist immer schwierig, eine Lage zu beurteilen, die man nicht selbst miterlebt hat und ich wünsche es niemandem, selbst meinem schlimmsten Feind nicht, so eine Entscheidung treffen zu müssen. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Frau mit der Entscheidung ihres Mannes nicht umgehen können wird. Vielleicht ist es ein Unterschied, ob ein Vater oder eine Mutter eine solche Entscheidung treffen muss, aber ich (und wohl fast alle anderen Mütter auch) würde mich immer für mein Kind entscheiden, wenn es nur den Hauch einer Chance gibt, es zu retten. Ich glaube nicht, dass ich Rücksicht auf meine eigene Gesundheit nehmen würde und kein Mensch könnte mich davon abhalten, meinem untergehenden Kind hinterherzutauchen oder in ein brennendes Haus zu laufen, um es herauszuholen.

Wie mag diese Mutter sich jetzt fühlen, wenn sie sich täglich darüber Gedanken machen muss, dass sie nur deshalb leben darf, weil der Vater den Sohn dafür sterben ließ? Meine ehrliche Meinung? Das wird sie ihrem Mann nie verzeihen und die beiden werden sich trennen. Das dürfte sie in schwerste Konflikte bringen und sie wird es nicht vermeiden können, genau darüber ständig zu grübeln.

Aber, wie ich schon eingangs sagte: Es ist schwer, etwas zu beurteilen, was man nicht miterlebt hat und ich will den Vater nicht verurteilen. Er ist auch nur ein Mensch und befand sich in einer Ausnahmesituation. Dennoch: Ich würde von meinem Mann erwarten, dass er sich erst um mein Kind kümmert, denn ich bin erwachsen und habe die besseren Chancen, mir selbst zu helfen. Mein Kind hat das ganze Leben noch vor sich. Und selbst, wenn man davon ausgehen musste, dass der Wagen gerade untergegangen ist und das Kind nicht mehr atmet, so sind die Chancen gut, eine bestimmte Zeit lang mit einer Reanimation das Kind zu retten.

Ich kann eigentlich nur beten, dass ich nie in so eine Situation komme. Es ist nichts schwerer, als über Leben und Tod derer entscheiden zu müssen, die man liebt und man kann der betroffenen Familie letztlich nur wünschen, dass sie dieses traumatische Erlebnis irgendwie verarbeiten kann, ohne daran kaputt zu gehen.

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Darum ging es im Beitrag:
    mutter entscheidung freund oder kind | kind oder partner | für den partner sterben |

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3 Kommentare

  1. Markus sagt:

    Grausam sowas, ich wünsche niemandem je in so eine Lage zu kommen. Wie Du schon richtig gesagt hast, es gibt Situationen die muss man selber erleben um darüber urteilen zu können und selbst dann kann man nur ein persönliches Fazit ziehen, da wir eben doch alle unterschiedlich sind.

  2. Claudia sagt:

    Was für eine seltsame Ansicht. Die Frau wird sich doch wohl kaum beschweren, dass er ihr das Leben gerettet hat – er ist außerdem ihr Mann, da gehe ich doch mal davon aus, dass sie ihn liebt! Und schließlich ist nicht sicher, ob er den Sohn überhaupt hätte rechtzeitig befreien können – der Versuch hätte (ausgehend von deiner Schilderung) bedeutet, evtl. BEIDE zu verlieren.

  3. jan sagt:

    Die Schlußfolgerung finde ich auch ziemlich hart.

    Der Mann rettet unter Lebensgefahr seine Frau und die soll sich dann von ihm trennen, weil er sich in sekundenbruchteilen falsch entschieden hat?

    Bei dieser Denkweise würde ich mich eher von der Frau trennen, weil sie wahrscheinlich eine Meise hat.