Hetzerische Blogartikel und die andere Seite einer Situation



JENSEITS von Gut und Böse



Ich denke, dass die Individualität eines Bloggers viel mehr in Bewegung setzen kann, als extreme Meinungen.

Persönlich pflege ich ja bei Artikeln über Kontroversen meine eigene Sicht mit ins Spiel zu bringen. Meistens stehe ich damit eher JENSEITS von Gut und Böse und kann auch Aspekte einer Situation berücksichtigen, die in den Medien keine Relevanz hatten. Ich kann eigene Schlüsse ziehen und formulieren, zum Nachdenken, zum weiter Schauen anregen. Das kommt öfter vor, als man denkt. Das ist eine wirklich interessante Frage, die da am Webmaster Friday gestellt wird.

Meinung vs. Haltung
Auch ich bin manchmal für oder gegen etwas, aber immer habe ich dabei im Hinterkopf, dass ich wahrscheinlich nicht alle für eine Meinungsbildung relevanten Infos habe und daher bin ich wenig extrem in meinen Äußerungen. Im Grunde stehe ich genauso da, wie meine Leser: auch ich bin dabei, mir ein Bild zu machen, mich einzustellen und teile meine Gedanken mit.

Hetzerische Blogartikel, die ausschließlich GEGEN etwas sind, sind mir eher suspekt. Bei extremen Haltungen denke ich immer: Na, da gibt’s doch bestimmt noch eine andere Seite zu dieser Situation.

Bei extrem positiven Beiträgen, Lobeshymnen wie z.B. beim Apple-Kult oder so, werde ich übrigens ebenso hellhörig . Da habe ich schon die dollsten Sachen ausgegraben, die die jeweilige Situation in ein ganz neues Licht setzen. Und ganz ehrlich: DAS ist für mich als Schreiberin das spannendste am Bloggen, meinen Horizont zu erweitern.

Meine innere Reaktion auf extreme Schwarz/Weiß Positionen und Meinungen ist irgendwie automatisch: ich finde es einfach unglaubwürdig, wenn jemand hetzt oder völlig verklärt nur die eine Seite der Medaille beachtet. Da komme ich dann von ganz alleine und intuitiv auf Quellen, die mir zusätzliche Informationen liefern. Manchmal muss ich dann auch eine erste Meinung revidieren.

Schwarzweißer Einheitsbrei oder doch selbst denken?
Es ist ja keine Seltenheit, dass einseitig über ein Thema berichtet wird im Netz, weil sich manche Blogger nur auf ganz bestimmte Quellen beziehen, die bereits zigfach im Netz durchgenudelt wurden. Zum Teil angeregt durch andere Blogger und deren „Argumente“ aufgreifend.

DA würde ich mir mehr Neugierde seitens der Blogger wünschen, mehr Mut, auch Informationen auszugraben, die eine Situation in ein anderes Licht setzen, seine eigenen Gedanken, Emotionen und Schlüsse zu formulieren, statt irgendwo auf einen fahrenden WWW-Zug aufzuspringen nur weil es „Traffic“ bringt.

Im Unterschied zur Boulevardpresse, die festgefahrene Positionen meistens aufbauscht, da Polarität für Quoten sorgt, kann man als Blogger wunderbar selbst entscheiden, ob man das Sündenbock-Projektionsbedürfnis der Menschen bedienen, oder einer etwas umfassenderen Wahrheit nachspüren will.

Zwar geht es inzwischen doch bei vielen Bloggern auch um Traffic und Werbeeinnahmen, jedoch sind wir noch nicht an der Werbehörigkeit der Massenmedien angekommen, oder?

Ich meine, dass die Welt in der wir leben voller Widersprüche und Paradoxien ist und dass es beim Bloggen ebenso um die Haltung geht, wie bei jedem Dialog. Davon ausgehend, dass wir immer nur ein Teilstück erfassen können, bei dem, worüber wir nachdenken und ein anderer Teil dafür im Dunklen liegt.

Bottom Line
Viele verschiedene Blogger, mit vielen verschiedenen „Brillen“, die über ihre individuelle Sicht der Dinge schreiben, können so ihr jeweiliges Puzzelstückchen auf den Tisch legen und dazu beitragen, dass man sich dem „bigger picture“ annähert.

Das Leben ist ja nicht nur gut oder böse, sondern die vielen Zwischentöne machen es aus. Die Blogosphäre ist meines Erachtens ein Puzzel-Spieltisch an dem jeder Einzelne zur Diversität und einem weiteren Blick auf das Leben beiträgt. Sie ist sozusagen ein Mikrokosmos.

Es lebe die Diversität!

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Darum ging es im Beitrag:
    hetzerei arbeitsplatz | auto |

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