Brustkrebsvorsorge: Medizinische Tastuntersuchungen durch Blinde



Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland



Einmal jährlich gehe ich zur Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen. Ich werde sogar extra angeschrieben, das konnte ich so mit dem Praxisteam vereinbaren.

Alles Routine aber dennoch mache ich mir jedes Mal Gedanken darüber, wie mein Arzt so schnell einen Knoten in meiner Brust finden soll. Die Brustuntersuchung dauert nämlich keine 2 Minuten.

Nicht dass ich mich hier ständig verrückt machen würde. Mir ist allerdings bekannt, dass die Früherkennung im Falle von Brustkrebs mehr oder weniger darüber entscheidet, wie man damit wegkommt.

Jedes Mal, wen ich zur Vorsorge gehe, werde ich von meinem Gyn dazu aufgefordert, meine Brust auch selbst all monatlich zu untersuchen. Eine Brochüre zum „Wie“ habe ich auch mal bekommen, allerdings würde es mich sehr beruhigen, wenn wenigstens einmal im Jahr diese Brustuntersuchung professionell durchgeführt würde.

Wie es scheint tut, sich da seit einiger Zeit was, gerade für Frauen unter der 50er Grenze, ab der die Kassen erst eine Mammographie übernehmen.

Letztes Jahr gingen bereits einige Berichte über eine neue Art der Brustkrebsfrüherkennung durch die Medien. Ein Duisburger Frauenarzt hatte das Projekt Discovering Hands® ins Leben gerufen und eine Ausbildung für blinde Medizinische Tastuntersucherinnen (MTU) konzipiert.

Die MTUs tasten die Brust nach festgelegten Koordinaten ab, nehmen sich viel mehr Zeit, als normalerweise der Arzt und bei ersten Studien konnten sie sogar kleinste Veränderungen häufiger ausmachen, als die Ärzte. Und gerade die Früherkennung ist ja bei Brustkrebs wichtig. Video bei Spiegel.de .



Auf der Hompage von Discovering Hands® sah ich, dass es bereits einige Praxen gibt, die mit MTUs arbeiten, auch in meiner Stadt gibt es eine. Wahrscheinlich muss ich das dieses Jahr noch selbst bezahlen, da soweit ich weiß bisher nur eine Krankenkasse in Deutschland die Medizinische Tastuntersuchung in ihrem Leistungskatalog hat.

Die Kosten bei Selbstzahlern liegen jedoch bei erschwinglichen 25-35 Euro (sicher von Praxis zu Praxis verschieden) gegenüber meist mehr als 100€ für eine Mammographie.

Ich finde es sehr gut, dass mit der MTU die Möglichkeit besteht, sich auch als junge Frau regelmäßig intensiv untersuchen zu lassen.

Da müssten weitere Kassen nachziehen, finde ich. Denn Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland und wie man an einigen Prominenten Beispielen sehen konnte – Kylie Minogue, Anastasia, Miriam Pilau – kann mit der Früherkennung alles gut gehen.



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3 Kommentare

  1. Sandra sagt:

    Diese Art der Brustkrebsfrüherkennung ist sicherlich eine ausgereiftere Variante des Abtastens! Ich bin begeistert und finde, dass sie deutschlandweit eingesetzt werden sollte!! Warum wird so etwas nicht gefördert?

  2. Sophie sagt:

    Das Projekt Discovering Hands wird vom Landschaftsverband Rheinland gefördert.

    Schön fänd ich, wenn bald noch mehr Krankenkassen diese MTU in ihren Leistungskatalog aufnehmen würden. Und da können sicherlich auch interessierte Ärzte was bewegen. Einfach mal ansprechen.

  3. KH sagt:

    Sehr interessante Sache… Weiß man was zu Krankenkassen, die das Projekt unterstützen?

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