Bloggen für Geld oder doch lieber aus reinem Idealismus?





Bevor ich im vergangenen Herbst anfing gegen Honorar für Tipblog zu schreiben,
war ich es gewohnt, mir sehr viel Zeit für meine Texte in Foren und für meine Essays zu lassen. Ich war richtiggehend perfektionistisch und hatte immer wieder das Gefühl, ziemlich viel Zeit zu verplempern.

Mit den Text-Honoraren bei Tipblog kam dann dieser Zeitfaktor noch mehr in meinen Fokus. Die Honorare für normale Beiträge waren nicht sehr hoch und ich musste schauen, dass ich soviel Zeit pro Text aufwende, dass es sich finanziell lohnt. Geld Geld Geld, dies ist auch das Thema des Webmasterfriday.

Anfangs fiel mir das schwer, nach und nach bekam ich dann aber so viele Themen auf den Tisch, dass ich in einem Rutsch durchzuschreiben begann.

Inzwischen erhalte ich auch öfter mal Textaufträge, die höher vergütet werden, als die alltäglichen Blogbeiträge. Meist sind das Werbetexte für Trigami oder andere Kunden, die bei uns buchen. Anfangs hatte ich hier totale Hemmungen. Das war ein echtes Tabu für mich und ich fühlte mich in meiner schriftstellerischen Freiheit eingeschränkt, wenn ich die Listen mit Vorgaben der Auftraggeber sah. Keywords, die verwendet werden sollten, Links, die eingefügt werden sollten, eine bestimmte Anzahl Worte, ich fand das unmöglich.

Aber auch hier habe ich aufgrund der interessanten Honorare irgendwie einen Weg gefunden, einen ordentlichen und unterhaltsamen Text abzuliefern, der allen Kundenanforderungen entspricht, ohne mich dabei wie ein Depp zu fühlen.

Da ich immer schon an den Haaren der Werbekunst herbeigezogenen Blogtexte schrecklich fand, bei denen man im 2. Satz wusste, oh, hier fließt Geld, stand für mich fest, dass ich das anders machen will. Ich habe mir die Freiheit genommen, auch Werbetexte in meinem ganz eigenen Stil zu verfassen. Und wenn es mal um ein Produkt geht, über das ich nichts Positives berichten kann, dann lehne ich den Auftrag ab – egal wie hoch das Honorar ist. Wir haben hier ja noch mehr Blogger bei Tipblog und jeder von ihnen hat seine Spezialgebiete und Vorlieben.

Ich denke, dass jedes einigermaßen erfolgreiche Blog sich als Werbeplattform eignet. Und dass es immer am Blogger selbst liegt, an seiner Einstellung und an seiner Fähigkeit, den Balanceakt zwischen Kreativität und Einnahmen zu meistern.
Man kann mit einem Blog viel Geld verdienen und ich sehe keinen Grund, weshalb die Qualität allgemein leiden sollte, wenn es möglich ist, 4stellige Monatseinnahmen zu machen. Da geht doch was und am Ende entscheidet doch die Qualität über den Erfolg.

In jedem anderen Wirtschaftsbereich stehen Menschen auch ständig auf dem Drahtseil zwischen Geld und Performance. Wenn ich als Bürokauffrau arbeite, muss ich ja auch schauen, wie viel Arbeitsqualität ich für das monatliche Gehalt abliefere. Wenn die Stimmung schlecht ist, der Chef oder die Kollegen nerven, die Arbeitsbedingungen nicht stimmen, dann werde ich für mein Festgehalt nur ein Minimum an Qualität abliefern. High Performance ist für mich eine Frage von optimalen Bedingungen, einem Maximum an Freude und auch an Freiheit und Vertrauen. Das gilt auch für’s Bloggen.

Textqualität ist für mich eine Frage der persönlichen Haltung eines Bloggers. Seien es nun Werbetexte oder News-Beiträge, als Blogbetreiber oder bezahlter Schreiber.
Ich kann nicht generell sagen, dass Geld Blogs verschlechtert. Wohl aber, dass es oftmals seltsame Früchte wachsen lässt, die uns ohne die verlockenden Werbehonorare vielleicht erspart bleiben würden. Mein Wunsch geht in Richtung bewussterer Umgang mit den Möglichkeiten des Bloggens, mit den Freiheiten aber auch mit den Herausforderungen.

Die Honorierung meiner Texte hat auf alle Fälle einen positiven Einfluss auf mich und meine Arbeit. Inzwischen habe ich ganz klar, dass es möglich ist, mit dem Bloggen meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich kann mir auch vorstellen, von überall auf der Welt meine Texte ins Netz zu stellen. I’m coming!

Gerade gestern wurde übrigens mein Honorar angehoben….

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Trinity schrieb schon 155 Artikel auf tipblog.

Darum ging es im Beitrag:
    Textaufträge über Twitter | honorar für blog? | honorar fürs bloggen |

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2 Kommentare

  1. Arven (Michaela) sagt:

    Die Frage wurde mir auch schon gestellt warum ich nicht ein bisschen Geld verdiene so nebenher mit meinem Blog und auch dem Forum.
    Ehrlichgesagt es ist beides eigentlich nur Just4 fun, sprich Freizeit, Hobby wie auch immer.
    Ich habe mir auch nie richtig Gedanken dazu gemacht.Sollte ich villeicht tun?!

  2. Thom sagt:

    @Arven Freizeit, Hobby war es bei uns am Anfang auch, nun ist aber noch “noch mehr” Spaß dabei. Man bekommt Geld oder Produkte zugeschickt, die man sowieso braucht oder sich nie kaufen würde. Oder man bekommt halt den Artikel bezahlt.

    Wenn ich mehr Zeit hätte fürs Bloggen hät ich nen Zimmer voller Dinge die ich irgendwann mal brauche oder zumindest immer ein Geschenk :-)