Alkohol Verkauf an Tankstellen nur noch für Autofahrer



Sitzt Bayern auf dem Trockenen?



In Bayern darf schon länger nachts Alkohol nur noch an Auto- oder Motorradreisende (und ihre Beifahrer) verkauft werden und je nach Alkoholgehalt der Getränke auch da nur bis zu max. 2 Liter pro Person. Fußgänger, die sich mal eben eine Sixpack oder eine Flaschen Sekt an der „Tanke um die Ecke“ holen wollten, werden an der Kasse neuerdings strikt abgewiesen und man kann sich vorstellen, dass die Leute darüber ziemlich sauer sind. Auch bei Esswaren schaut Bayern seit Anfang Juni genauer hin. Nächtliche Tiefkühlpizza ade?

Andere Bundesländer andere Sitten. Die Umsetzung der strengen Ladenschlussregelung für Tankstellen erfolgt in Bayern seit Anfang Juni 2012 strikt und Tankstellenbetreibern winken Bußgelder, wenn sie sich nicht an die Abgabemengen z.B. für Alkohol halten.

AlkoholRaubt Bevölkerungsschutz Lebensqualität?

Dass man keinen Alkohol an Jugendliche verkauft ist ja wohl klar. Bei der bayernweiten Tankstellenregelung jetzt geht es aber ja nicht in erster Linie um die Abgabe von Alkohol an Jugendliche. (Die stellt sich tatsächlich oft noch viel zu lax dar, wir berichteten bei Tipblog vom Beispiel Krefeld  ).

Es geht auch und vor allem um die Lebensqualität derjenigen, die Nachts mal eben an der Tanke einkaufen wollen oder müssen, weil alle andere Geschäfte zu sind. Das gehört in Deutschland eigentlich zu den normalsten Dingen der Welt. Bei Spiegel Online wurde gestern über die Proteste von allen Seiten berichtet und wahrscheinlich sind die Tankstellenbetreiber noch am sauersten, die generieren ja auch eine Menge Umsatz aus ihren Shops.

Ob sich Bayerische Tankstellen jetzt Gastronomielizenzen zulegen, damit der Betrieb auch nach 20 Uhr normal weitergehen kann, wird man sehen. In jedem Fall müssen die Bayern wohl oder übel des Nachts entweder auf Alkohol & Pizza von der Tankstelle verzichten, oder aber sich ins Auto setzen, um dann an der übernächsten Tanke den Nachschub für die Spontangrillparty mit Freunden zu besorgen.

Tss, DAS kann aber eigentlich nicht der Sinn und Zweck der neuen Tankstellenregelung gewesen sein…

Regensburger Modell – Bayern folgt

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Darum ging es im Beitrag:
    alkoholverkauf tankstellen an autofahrer | alkoholverkauf an tankstellen | klaus laib |

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8 Kommentare

  1. marcus sagt:

    Diese Regelung werden kluge Köpfe in den Discounter-Ketten zu nutzen wissen!

    Nicht mehr lange und wir haben rund um die Uhr geöffnete Läden (Discounter). In Wolfsburg habe ich letztens einen Real an der BAB gesehen, der von 6 oder 7 h bis 23 h geöffnet hatte!

    Fehlen also nur noch schlappe 7 respektive 8 Stunden, und dem 24-Stunden-Shopping-Erlebnis steht nichts mehr im Weg! :(

  2. Sandra sagt:

    Also dieser bayrische Vorstoss in neue Welten könnte grotesker nicht sein… – vorallem weil das ganze ja nicht mal rechtlich einwandfrei beschrieben ist. Motorisiert sollte der Konsument sein… – ist er das auch schon mit einem E-Bike, oder erst mit einem Fahrrad mit Hilfsmotor – oder ab wann gilt´s?

  3. Jens sagt:

    Find ich auch besser so. Bei Autofahrern weiß man wenigstens, dass sie 18 sind. Keine kleinen Kinder, dich abends die Birne zukippen..Wobei man sich natürlich dann auch wieder überlegen sollte, ob es sinnvoll ist gerade ALKOHOL an AUTOFAHRER zu verkaufen…

  4. Katrin Kortig sagt:

    Das Problem des Alkoholismus lösen wir damit nicht – schon gar nicht mit einem Staat als dem größten Dealer von allen – er hat die größten Einnahmen von den Süchtigen, mit Alkohol- und Nikotinsteuer. Das Geld fließt nicht in die Prävention und Ursachenforschung sondern wird von Politikern – wie das andere viele Geld – verschleudert und verdummt.

  5. Klaus Laib sagt:

    Es gibt nur ein Problem an der ganzen Sache. Wenn die Jugendlichen nicht mehr direkt rankommen, dann suchen sie sich halt jemanden der 18 ist und der dann diesen Alkohol kauft. Dagegen wird man nicht wirklich etwas machen können. Am besten wäre es immer, die Steuern auf den Alkohol merkbar zu erhöhen und es, wie es in anderen Ländern auch der Fall ist, nur noch in staatlichen Läden anzubieten.

  6. heidi Kuhl sagt:

    Guter Artikel. Persönlich finde ich so krass, wie billig-Alkohol an der Kasse bei u.a. Penny verkauft wird. Wenn es wirklich um Gesundheit geht, sollen die nicht lieber Obst an der Kasse stellen?
    Immerhin, kann man Alkohol schön genießen, wenn es sich um eine gute Flasche Whisky handelt. Aus guten Whiskygläser natürlich ;)

  7. Anna sagt:

    Fragt sich was die Eltern tun wenn die Kids solche Sachen trinken, die kommen ja nicht nüchtern nach Hause.
    Da liegt das Problem und ich denke nicht bei den Verkäufern. Soll sich halt Spreu vom Weizen trennen, wer nur saufen im Kopf hat solls tun und wer arbeiten will und lernen darf das auch.
    Alles Gehirnprofis die Jugend von heute ^^

  8. Steffen sagt:

    Für mich klingt es irgendwie nach einer Schnapsidee, Alkohol nur noch an Autofahrer zu verkaufen. Ich seh den Sinn der ganzen Aktion nicht. Alkohol nur noch an diejenigen zu verkaufen, die ihn eigentlich nicht trinken sollten.