5 gute Gründe, warum es Sinn macht in Blogs zu kommentieren



Feedback geben und erhalten



In den letzten Monaten haben sich meiner Beobachtung nach Interaktionen rund um die Blogosphäre vielfach in die Sozialen Netzwerke verschoben. Mir scheint, es wird immer weniger in Blogs direkt kommentiert, dafür viel mehr in den Sozialen Netzwerken unter den geposteten Artikeln.

Die meisten neuen Beiträge, die in ein Blog eingestellt werden, werden in den Sozialen Netzwerken gepostet und das ist sehr bequem. Schade nur, wenn dadurch die gegenseitigen Kommentare in den Blogs selbst immer weniger werden, finde ich. Klar, man kommentiert nicht in Facebook, Google+ UND dem Blog, aber vielleicht ist es gut, mal einen Gedanken an den Effekt zu verschwenden, den ein Kommentar hat und haben kann, je nach dem WO er steht.

Ich plädiere für Kommentare in den Blogs selbst.

Kommentare gehören zum Geschäft – oder sind sie gar der soziale Schmierstoff der Blogosphäre?

Gegenseitig Blogartikel zu kommentieren war immer eine Form der typischen Interaktion in der Blogosphäre und ich finde, dass es sowas wie ein stillschweigendes Kommentar Agreement gibt.

Seien es jetzt Lobhudeleien für einen Autor oder ein Shitstorm in Form von 121 bösen Comments: Neben der Verlinkung von anderen Artikeln und der Gewährung wertvoller Backlinks in Form der „Do Follow“ Einstellung sind Kommentare auch sozialer Schmierstoff in der Welt der Blogs. Sie gehören einfach als wichtiges Vernetzungswerkzeug dazu.

Ich denke, dass man das Kommentieren als Solches unterschätzt, wenn man nur noch an Facebook-Pinnwänden oder per Retweet aktiv ist.

Aus Optimierungssicht sind Backlinks durch do follow-Kommentare ebenfalls äußerst interessant für den, der kommentiert  - das wissen die meisten Blogger – und natürlich sind Kommentare unter einem Beitrag selbst auch wichtig für den Blogger, der einen Artikel eingestellt hat. Gewichtiger als Facebook Kommentare sind sie dort.

Feedback geben und erhalten

Ich verbreite neue Artikel oder Produktrezensionen in unseren Blogs fleißig in unseren Netzwerken und freue mich an Kommentaren, Diskussionen, Likes und Shares – ganz egal wo. Ganz besonders freue ich mich jedoch über Kommentare unter den jeweiligen Artikeln selbst direkt im Blog, denn das hat auch Google gern.

Mit einigen meiner Blogs habe ich konstante Besucher und auch Kommentatoren. Auch ich und meine Autoren sind regelmäßig in anderen Blogs unterwegs. Und es scheint schon ein wenig sowas wie einen  ungeschriebenen „Kodex“ in der Blogosphäre zu geben, an den sich bestimmte Bloggerkreise nach wie vor halten: man sucht sich Artikel über Themen aus, die einen auch selbst betreffen, und kommentiert regelmäßig die Arbeit anderer aus eigener Sicht. So ist im Laufe der Zeit bei uns jedenfalls ein dichtes Netz entstanden, auf dass wir manches mal auch mit einer Aktion zugehen können, die kommerzieller Natur ist, wenn alle was davon haben.

Abgesehen davon, dass ein aktives Netzwerk wichtig ist, finde ich es auch elementar anderen Autoren Feedback zu geben und von Lesern Feedback zu erhalten.

In Kommentaren kann man Informationen ergänzen, sich über weitere Quellen austauschen, kritische Betrachtungen starten, Witze reißen. All das findet in den Kommentarfeldern der Blogosphäre statt. Und ich finde es wichtig, dieses Feld immer wieder neu zu bestellen und zu beackern und dann zu ernten.

Meines Erachtens liegt im Kommentieren direkt im Blog großes Potential, sowohl suchmaschinentechnisch als auch zwischenmenschlich.

5 gute Gründe, warum es Sinn macht zu kommentieren

1. Weil Kommentare die soziale Vernetzung fördern und sich auch kommerziell auswirken. Wenn ich ein neues Blog entdecke und mich wirklich interessiere und entsprechend kommentiere, kann es auch schon mal passieren, dass mich ein Blogger direkt in seine Blogroll befördert. Die meisten Autoren kommen mal gucken, wer da kommentiert und auch andere Leser gelangen über meine Kommentare zu meinem Blog. Man hinterlässt durch seine Kommentare eine Spur im Web, die aus SEO-Sicht auch einen positiven Effekt auf den Traffic des eigenen Blogs hat.

2. Weil es gut tut, Gleichgesinnten zu begegnen und das auch zum Ausdruck zu bringen in einem Kommentar.

3. Weil es gesund ist, Feedback zu geben und zu erhalten. Denn: what you give is what you get. Es geht nicht um das viel kritisierte gegenseitige Rumgeschleime, wenn man einen Artikel lobt, sondern darum, andere zu ermutigen, weiterzubloggen, oder einfach darum, eine andere Meinung als die des Autors in den virtuellen Raum zu stellen.

4. Weil man in Kommentaren unkompliziert weiterführende Informationen hinterlassen kann, die für andere Leser relevant sein könnten.

5. Weil man mit authentischen Kommentaren in anderen Blogs sein eigenes Profil als Blogger unterstreichen kann.

Das schreiben andere Blogger über dieses Thema:
Kommentare sind Kaltakquise
Blogkommentare sterben aus
Die goldenen Zeiten der Kommentare aber sind vorbei
Sind Social-Media-Plattformen eine Konkurrenz für Blog-Kommentare

[teilen]

Wer hat`s geschrieben ?

Thomas, 40 Jahre alt, verheiratet, 3 Kinder. Selbstständig im Bereich “IT Software Vertrieb”. Microsoft Licensing spezialist. Erstkontakter - Türaufstoßer. Die Inhalte hier auf tipblog.de dienen der Werbung, Produktvorstellung oder der Eigenwerbung.

Thom schrieb schon 138 Artikel auf tipblog.

Darum ging es im Beitrag:
    content | gründe feedback geben | blog zu kommentieren ist wichtig |

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18 Kommentare

  1. Mister Hirnfurz sagt:

    Hallo Thom & Frau :)

    Als ich vor ca. einem halben Jahr ebenfalls darüber geschrieben habe, hatte man mich noch belächelt und gesagt – nee, die Bloggerkommentare werden erhalten bleiben.

    Richtig, wegfallen werde diese ganz sicher nicht – aber es ist auch eine Tatsache die man Aufgrund vieler Blog belegen kann, das die Tendenz zur Abgabe der Kommentare eher in Richtung der Socialen Netzwerke geht. Natürlich würde ich mir als Blogger wünschen wenn mehr Kommentare in den Blogs selbst abgegeben würden (hatte ja auch mal darüber geschrieben) denn einige Vorteile hast du ja bereits aufgezählt.

    Ich muss aber selbst zugeben, das es in der Tat einfacher ist über nehmen wir mal z.B. Google Plus – Kommentare abzugeben, da man sich so die Zeit für den Besuch jeden einzelnen Blogs erspart und das sind sicherlich nicht wenige.

    Wenn man nicht gerade einen TechBlog ala Caschy hat, sondern eher ein 0815 (mir fällt gerade kein passender Begriff dazu ein) dann wage ich mal zu behaupten, das diese Blogs früher oder später aussterben werden und das ich da nicht ganz so falsch liege, sieht man ja an einigen bereits geschlossenen Blogs – wobei die Autoren auf eben diese Netzwerke verlegt haben.

    Ist natürlich “nur” meine Meinung und so auch meine “Beobachtungen”.

  2. Thomas sagt:

    Die 5 Gründe stimmen m.E. exakt. Kommentare sind das Salz in der Suppe und nützen ggf. auch anderen die “vorbeikommen”. Es ist irgendwie ein Geben und Nehmen. Stoße ich auf ein Thema das mich interessiert und wozu ich etwas schreiben möchte tu ich das auch – Registrierzwang natürlich ausgeschlossen.

    Und nicht selten stoße ich genau auf diese Weise wieder auf neue bisher mir unbekannte Blogs.

    Das Blogsterben – diese Diskussionen tauchen in gewissen Zeitabschnitten immer wieder mal auf.

    Ich gebe “Hirnfurz” insoweit recht, dass die 0815-Blogs früher oder später von der Bildfläche verschwinden werden, auf die breite Masse trifft dies bestimmt nicht zu. Das sich mit der zeit wieder einiges verändern kann und auch wird ist klar. Die Entwicklung bleibt ja nicht stehen.

  3. Marcus sagt:

    Ich muss dem Artikel auch zustimmen!

    Kommentieren sollte man vor allem im Blog! Gut, man kann auch mal von FB oder twitter aus kommentieren, aber das sollte nicht der Normalfall werden!

    Die Frage die ja eigentlich noch kommt, ist jene nach google+: Was passiert, wenn die die Verbindung zu den Blogs öffnen und man dann von dort aus auch noch seine Meinung rausblasen kann?

    Bei mir ist es so, das von Facbook gar keine Kommentare reinkommen, obwohl die auch unter den Blogkommentaren eingebunden würden. Bei mir wird mehr getwittert und retweetet!

  4. Thom sagt:

    Hallo Ihr 3,
    Ich habe mich mittlerweile ein wenig eingeschränkt was das scharen der eigenen Artikel auf g+ und Facebook angeht.

    Das einige Blogs nichts mehr veröffentlichen fällt besonders dann auf wenn man mal zurückschaut bei wem man häufig kommentieren war.
    Bei vielen liegt es entweder am Panda Update, keine Lust mehr oder neues Projekt.

    So richtig mag ich nicht an das Blogsterben glauben eher denke ich das sich einige Blogger umgestellt haben und neue Projekte nicht mit erwartungshaltung auf Kommentare starten.
    Also Webseiten ohne Komentarfunktion oder nur bei bestimmten Artikeln.

    Ich selber mache mir auch oft Gedanken wo ich hier mit dem tipblog in Zukunft Thematisch hinwill oder ob ich noch ein Projekt starte.

    Aber ein Blog ohne Kommentar Funktion wäre sicher nicht meine Lösung.

  5. TomSCH sagt:

    Mit den 5 Gründen geh ich Konform, so eine Do-Follow-Einstellung allerdings ist wie ein riesiger Magnet für black hat SEOs etc. DAS würd ich nicht machen. ;)

    • Thomas sagt:

      Gegen die SEOs gibt es probate Mittel… Aber alle Nicht-SEOs damit “abstrafen” halte ich persönlich nicht für angebracht. Von der gegenseitigen Verlinkung leben schließlich alle.

  6. Marcus sagt:

    Also, das Blogs aussterben werden, das glaube ich auch nicht!

    Wie habe ich neulich gelesen: Bei twitter ist alles innerhalb kürzester Zeit in den Tiefen der Timeline verschwunden. Interessante Artikel sind damit schnell nicht mehr auffindbar!

    Und das ist ja ein Vorteil von Blogs: Man kann die Artikel bookmarken und findet sie so eigentlich immer wieder – es sei denn, der Blogger hat die Segel gestrichen!

    Ich bin auch am überlegen, evtl. ein neues Projekt zu starten. Nur fällt mir weder ein passendes / interessantes Thema noch der dazugehörige Name ein :( !

  7. Marc sagt:

    Ich habe den Artikel mal schnell getwittert ;-)

    Aber du siehst, ich komme doch noch zum kommentieren vorbei… Lach. Stimmt, Kommentare sind das Salz in der Suppe. Leider kommentiere ich woanders mittlerweile auch total selten… Liegt mitunter auch am Konsumverhalten:
    Momentan lese ich Feeds am iPad (Reeder), dort ist es so herrlich einfach einen Artikel zu twittern oder zu fb senden.
    Kommentar im Blog heißt:
    Seite aufrufen, Kommentarfeld suchen…Infos eintippen, dann den Kommentar… Das daaauuuert!

  8. Max sagt:

    Ich persönlich habe meine liebe Mühe mit den ganzen Facebook, Twitter und Google+ Timelines. Das ist mir viel zu unübersichtlich und vergänglich.
    Man kommt direkt unter dem Artikel auch viel besser ins Gespräch. :)
    Ob man hier beim Kommentieren jetzt immer auf Gleichgesinnte trifft wie du schreibst weiß ich allerdings nicht so genau.
    Bei manchen Blogs durfte ich schon beobachten, daß einige Kommentatoren nur zum Stänkern vorbeikommen. :)
    Gruß, Max

  9. Carsten sagt:

    Danke fuer den guten Beitrag. Ich werde wohl jetzt haufiger kommentare hinterlassen. So faellt dann auch etwas auf mich zurueck. Ob das nun gut oder schlecht ist wird sich zeigen.

    Dieser Blog hier ist auf jeden Fall nun in meinen Favoriten drin.

    mfgcb

  10. Klaus sagt:

    Ich denke die Mischung machts. Vielleicht ist es schade dass die Kommentare sich aus den Blogs in Richtung Facebook verschieben. Aber das wichtigste ist beim Bloggen ja die Leute zu erreichen. Meistens müssen sich die Leute den Artikel ja eh im Blog durchlesen.

  11. mac sagt:

    Ja, ich gebe dir Recht, auch ich habe mittlerweile das Gefühl, dass die Kommentare abnehmen, allerdings nehmen die Besucher generell zu.

    Also du siehst man steckt in einem Delima! Aber stören tut es mich!

    Aber ich werde mein Kommentieren nicht ändern. Ich kommentiere dort und geben natürlich ein Feedback bei Themen und Artikel die mich interessieren! ;-)

    Schöne Woche noch
    Matthias

  12. Klaus sagt:

    Du hast mit deinem Artikel Recht. Mittlerweile geschieht ein Großteil der Kommentare im Socialweb. Das ist schade, denn ich finde das ein Blog auch gerade durch das Feedback anderer Leser lebt. Über die Kommentare entstehen tolle Diskussionen und hin und wieder gibt es auch tolle Tipps und Verbesserungsvorschläge.

  13. Carsten sagt:

    Ich finde das Kommentieren wichtig. Würde mir mehr Kommentare auf meine Blog wünschen. Aber dadurch das ich viel Kommentieren hoffe ich halt auch ein paar auf meine Seit zu locken. Aber das dauert wohl noch.

    Ich bin aber froh, dass ich durch den Alex auf viele neue Blogs gestoßen bin. Habe früher nicht soviel gelesen und geschrieben.

  14. Klaus sagt:

    Ja das ist auch ein wichtiger Aspekt. So lernt man auch neue Blogs kennen.

  15. Mario sagt:

    Völlig richtig. Im Artikel ist alles gesagt. Immer mehr nutzen Social Media dazu. Ich selber kann Facebook nicht mehr sehen bzw. ertragen. Viele Blogs haben Kommentare auch völlig deaktiviert oder schalten erst keine frei. Aus solchen Blogs wird niemals etwas werden können.
    Solange die das nicht begreifen, das einen Kommentierer wertvollen Content/Text hinterlässt, wird es noch eine Weile so gehen. Die denken, schreibe dein Kommentar, aber einen Backlink bekommst du nicht.

  16. Kristine Baier sagt:

    Das finde ich eine witzige Frage. Ganz ehrlich. Ich kommentiere nur noch in Blogs und ganz selten in Facebook. Twitter und all das spare ich mir. Das ist mir zu schnell-lebig. Entweder man hat etwas zu sagen, dann soll es auch eine Mindesthaltbarkeit haben, oder eben nicht. Dann gerne im Twitter-Äther.

  17. Sten sagt:

    Nicht zuletzt ist die Kommentarfunktion ein gutes Mittel, um auch mittels Firmenblogs den Kontakt zur Kundschaft zu halten. Durch halbwegs anonymen Meinungsaustausch, hat das Unternehmen Möglichkeiten zur PR und erhöht die Kundenbindung.